1. FC Köln Gegen Eintracht Frankfurt soll der Heimfluch beendet werden

KÖLN · Der Winter hat sich gestern noch einmal kräftig geschüttelt und dann in der Nacht lautlos verabschiedet. Der Frühling ist im Anmarsch und mit ihm all diese Gefühle des Werdens.

 Immer wieder frühe Gegentore: Gegen Hannover (Foto) sowie bei den Niederlagen in München und Freiburg verfiel der FC mit Jonas Hector (l.) und Torwart Timo Horn in eine gewisse Schlafmützigkeit und geriet dadurch in Rückstand. Damit soll es gegen Frankfurt vorbei sein.

Immer wieder frühe Gegentore: Gegen Hannover (Foto) sowie bei den Niederlagen in München und Freiburg verfiel der FC mit Jonas Hector (l.) und Torwart Timo Horn in eine gewisse Schlafmützigkeit und geriet dadurch in Rückstand. Damit soll es gegen Frankfurt vorbei sein.

Foto: Thilo Schmülgen

Das Leben erwacht, Neues entsteht und alles beginnt zu leuchten. Wenn der 1. FC Köln morgen (15.30 Uhr) den Tabellenachten Eintracht Frankfurt im ausverkauften Rheinenergiestadion empfängt, soll laut Vorhersage die Sonne dabei sein und das Thermometer an der 20-Grad-Marke kratzen.

Es gibt also keine Ausreden mehr für die seit sechs Spielen sieglosen und zuletzt in München und beim derben Pokal-Crash in Freiburg so schlafmützigen Geißböcke. Nichts anderes als der zweite Heimsieg steht auf der Agenda des Aufsteigers, und für Trainer Peter Stöger fühlt es sich auch danach an.

"Es wird irgendwann der Knoten platzen, und ich habe das Gefühl, dass es gegen Frankfurt soweit sein wird." Es gehört sonst nicht zur Gewohnheit des 48-jährigen Österreichers, sich bei Vorhersagen so weit aus dem Fenster zu lehnen. Aber für den FC ist die Zeit des Erwachenmüssens gekommen.

Zwar beträgt der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz weiter drei Zähler, und auch die bisherige Ausbeute von 25 Punkte gibt wenig Anlass zum Meckern, aber es müssen auch noch mindestens zwölf Zähler dazukommen. Die Frankfurter zählen da trotz ihrer laut Stöger "Champions League tauglichen Offensive" zu den machbareren von den elf verbleibenden Optionen. Kommende Woche geht es zum Beispiel zu den wiedererstarkten Dortmundern.

"Die Eintracht hat noch nicht die Abstimmung zwischen Offensive und Defensive gefunden", wittert der FC-Trainer den verlockenden Duft von drei Punkten. Er erwartet gegen die nach Bremen zweitschwächste Defensive der Bundesliga ein "offenes Spiel" und meint damit sicher auch, dass die 50 000 Zuschauer am Sonntag ein eher offensiv geprägtes Spiel erleben werden - passend zum Frühlingserwecken.

Dazu müssen die Kölner natürlich auch 90 Minuten lang wach sein. "Wir haben es in Freiburg versäumt, ein positives Zeichen zu setzen, weil wir als Gruppe in der ersten Hälfte zu lasch und unkonzentriert agiert haben. Aber die Jungs haben einen guten Charakter und werden es am Sonntag besser machen. Neues Spiel, neue Chance", sagt Stöger und ist von seiner Elf und der Arbeit des Trainerstabes fest überzeugt.

Für den Coach ist die Begegnung mit den Hessen trotzdem kein Spiel wie jedes andere in dieser Saison. "Dafür waren wir im Pokal zu schlecht." Auch das zusehends nervöser werdende Umfeld hat Stöger registriert: "Obwohl sich nichts verändert hat außer der Anzahl der verbleibenden Spiele. Man kann es ja auch so sehen, dass unsere Konkurrenz von Woche zu Woche weniger Zeit hat, uns zu überholen."

Beim Personal muss Stöger auf die erkrankten Adam Matuschyk und Yannick Gerhardt verzichten. Möglich ist, dass Zugang Deyverson nach seinem Treffer in Freiburg in einem 4:4:2-System erstmals zur Startelf gehört und Mergim Mavray aufgrund seiner Kopfballstärke ins Team kommt, um Frankfurts Toptorjäger Alex Meier zu stoppen.

Bei der Eintracht kehren die zuletzt gesperrten Carlos Zambrano und Haris Seferovic zurück - und mit ihnen die Hoffnung auf ein Frühlingserwachen für die Hessen. "Wir wollen in Köln eine Serie starten", formuliert es Trainer Thomas Schaaf.

Das Präsidium des 1. FC Köln hat derweil sechs der 45 nach den Derby-Krawallen in Mönchengladbach ausgesprochenen Stadionverbote wieder aufgehoben. Der Verein teilte mit, die Betroffenen hätten "der Stadionkommission des 1. FC Köln glaubwürdig vermitteln können, dass die Maßnahme eines Stadionverbots in ihrem Fall nicht gerechtfertigt ist".

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