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Gladbach hat die Nase vorn

Zahlenspiel zum Derby : Gladbach hat im Vergleich mit dem 1. FC Köln die Nase vorn

Die Statistik vor dem 91. Bundesliga-Duell der beiden rheinischen Rivalen spricht klar für Gladbach. Kein anderes Bundesliga-Team hat mehr Spiele gegen den 1. FC Köln gewonnen als die Borussia.

Ob nun endlich wieder mit Zuschauern oder doch weiter ohne, für Horst Heldt bleibt das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach das, was es immer war: „Derby ist Derby. Nur weil keine Zuschauer da sind, kommen die Gladbacher ja nicht aus einer anderen Stadt“, heizte der FC-Sportchef die Stimmung vor dem Duell der rheinischen Erzrivalen am Samstag (15.30 Uhr, Rheinenergiestadion) an. Auch FC-Trainer Markus Gisdol versuchte die Borussen zu reizen: „Ich will ihre ersten beiden sieglosen Spiele nicht zu hoch hängen, aber mit der breitesten Brust werden die Gladbacher wohl nicht anreisen.“ Etwas Emotionen im Vorfeld tun dem zweiten Derby in Corona-Zeiten und 91. Bundesliga-Duell zwischen beiden Teams gut. Ein Blick in die Vergangenheit verrät, dass es zwischen Geißböcken und Fohlen oft hoch her ging.

57 Kilometer beträgt die Entfernung zwischen Köln und Mönchengladbach. Leverkusen und Düsseldorf liegen zwar näher an der Domstadt, das prestigeträchtigste Derby ist und bleibt für beide Seiten aber das des FC gegen den VfL.

2:1 hieß es am 11. März 2020 im ersten Geisterspiel der Fußball-Bundesliga. Breel Embolo und ein Eigentor von Jorgé Meré sorgten bei einem Gegentor von Mark Uth für den Gladbacher Sieg. „Wir waren nah dran an einem guten Ergebnis“, erinnerte sich FC-Coach Markus Gisdol. Am Ende war es das erste von mittlerweile zwölf sieglosen Geisterspielen für die Kölner.

2 Siege gelangen Markus Gisdol als Bundesliga-Trainer in Hoffenheim, Hamburg und Köln bislang in neun Aufeinandertreffen mit Gladbach. Borussia-Coach Marco Rose hat noch eine weiße Weste gegen den FC: zwei Siege in zwei Spielen.

315 Millionen Euro beträgt der Marktwert des Gladbacher Spielerkaders. Die Kölner Profis sind dagegen geschätzt nur 95 Millionen Euro wert.

111 559 Mitglieder zählt der 1. FC Köln aktuell und liegt damit im Ranking der Bundesliga auf Platz vier. Gladbach folgt auf Rang fünf mit rund 93 500 Mitgliedern.

9 Spiele lang blieben die Kölner vom 23. April 1966 bis zum 3. Oktober 1970 in ihrer längsten Negativserie gegen ihren Angstgegner vom Niederrhein sieglos.

4 Mal trafen Geißböcke und Fohlen in der 2. Liga aufeinander. Bei drei Remis und einer Niederlage gab es keinen Sieg für die Kölner. Viermal gab es das Duell in der Europa League (früher Uefa-Cup) und auch da gab es für den FC bei einem Remis und drei Niederlagen wenig zu holen.

8 Tore fielen am 20. Oktober 1979 beim bislang torreichsten Derby. Beim 4:4 vor 33 000 Zuschauern im Müngersdorfer Stadion hatten die Kölner zur Pause 3:0 geführt, mussten am Ende aber froh sein, dass ihnen Dieter Müller mit dem Tor zum 4:4 noch einen Punkt rettete.

4:0 hieß es am 14. September 1996 nach Treffern von Sunday Oliseh, Dorinel Munteanu, Ion Vladoiu und Toni Polster. Es war unter Trainer Peter Neururer der bislang höchste FC-Derbysieg, den 44 000 Zuschauer in Müngersdorf sahen.

1:5 hieß es gleich zweimal aus Sicht des FC bei den höchsten Niederlagen gegen Gladbach. Dazu kommen noch drei 0:4-Pleiten. In der Saison 2010/11 verloren die Kölner 1:5 und 0:4: ein wirklich schlimmes Jahr für alle FC-Anhänger.

21 Spieler und Trainer waren bislang für beide Clubs aktiv, darunter die Trainer-Legenden Hennes Weisweiler und Udo Lattek oder Spieler wie Rainer Bonhof, Uwe Rahn, Thomas Broich und Toni Polster. Gleich vier Mal wechselte Hans-Georg Dreßen zwischen Köln und Mönchengladbach – Spitzenwert. Der letzte in der Reihe ist Tobias Strobl.

11 Tore erzielte Jupp Heynckes für Mönchengladbach gegen die Kölner. Für den FC waren Pierre Littbarski, Klaus Allofs und Heinz Flohe erfolgreichste Derby-Torschützen (jeweils neun).

32 Derbys spielte Borusse Berti Vogts – so viele wie kein anderer. Toni Schumacher kommt als bester Kölner auf 29 Derbys.

36,4 lautete die Inzidenzzahl für Köln am Donnerstag. Eigentlich schon das Urteil für ein Geister-Derby, denn nach der kurzfristigen Absage für Zuschauer beim ersten Heimspiel gegen Hoffenheim hatte der FC bei der Stadt Köln eingefordert, spätestens zwei Tage vor einem Spiel eine Entscheidung zu treffen. Das Land NRW erklärte diese Woche aber den Tag vor einem Spiel zur Deadline. Sollte der Wert am Freitag also nicht unter 35 Fällen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen liegen, findet das Derby zum zweiten Mal in Folge ohne Zuschauer statt.