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Kapitän des 1. FC Köln: Hector entscheidet selbst über Einsatz gegen Mainz

Kapitän des 1. FC Köln : Hector entscheidet selbst über Einsatz gegen Mainz

Nach wochenlanger Verletzungspause wird FC-Kapitän Jonas Hector gegen Mainz wohl auf den Platz zurückkehren. Trainer Markus Gisdol ist froh über den Konkurrenzkampf im Team.

Jonas Hector ist für den 1. FC Köln nicht irgendein Spieler. Er ist der Kapitän, der Kopf der Mannschaft, dessen Wort auf dem Platz und in der Kabine Gewicht hat. Seit Jahren zählt der ehemalige Nationalspieler zu den absoluten Leistungsträgern der Geißböcke, aus deren Spiel er als Denker und Lenker längst nicht mehr wegzudenken ist. Umso schwerer wog sein Fehlen in den vergangenen acht Bundesligapartien.

Der enorme Stellenwert, den Hector in Köln besitzt, zeigt sich auch an anderer Stelle. Der 30-jährige Routinier darf nach zweieinhalbmonatiger Ausfallzeit allein darüber entscheiden, wann der Zeitpunkt für seine Rückkehr auf die Bühne des deutschen Fußball-Oberhauses gekommen ist. „Ich werde mich mit ihm absprechen, wie er sich fühlt. Dann entscheidet Jonas. Wenn er bereit ist, dann ist unser Kapitän dabei“, sagte Markus Gisdol auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Nach den Eindrücken, die der FC-Coach seit Hectors Rückkehr in das Mannschaftstraining am Dienstag gesammelt hat, dürfte der Kapitän bereits für das wichtige Kellerduell am Samstag (15.30 Uhr, Sky) beim FSV Mainz 05 den Daumen heben. „Jonas ist über unsere Rehatrainer sehr gut für den Einstieg ins Mannschaftstraining vorbereitet worden“, schwärmte Gisdol. „Er macht körperlich einen richtig guten Eindruck.“ Hector hatte sich Ende September in der Partie in Bielefeld ein Schleudertrauma zugezogen. Es folgte ein langer Weg zurück für den gebürtigen Saarländer, der im Juli durch den Tod seines Bruders Lucas einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte. Wenige Monate zuvor war bereits sein langjähriger Berater Rainer Derber überraschend verstorben.

Gisdol über Hectors Begrüßung durch Teamkollegen gerührt

Als Jonas Hector in dieser Woche nun erstmals wieder am Teamtraining teilnahm, waren Freude und Erleichterung bei der gesamten Mannschaft groß. „Jonas ist super aufgenommen worden von allen unseren Teammitgliedern, die sich wahnsinnig gefreut haben“, berichtete Markus Gisdol sichtlich gerührt. „Ich habe es selten erlebt, dass ein Spieler, der zurückkommt, mit Applaus empfangen wurde. Es ist eine tolle Geschichte, ihn diese Woche im Mannschaftstraining begrüßen zu können.“

Das letzte Wort hat nun der Kapitän. Gisdol vertraut dabei dem Gefühl Hectors: „Jonas ist ein sehr erfahrener Spieler, der seinen Körper sehr gut kennt. Ich kann mich auf seine Meinung zu 100 Prozent verlassen.“ Alles soll weiterhin behutsam geschehen. „Wir werden das auf uns zukommen lassen, Stück für Stück. So, wie wir das die ganze Zeit mit Jonas angegangen sind“, erklärte Gisdol. „Aber wenn der Tag da ist, dann sind wir auch total bereit, sofort den Weg miteinander zu gehen.“ Der FC-Coach würde Hector in seinem neuen 3-4-2-1-System bevorzugt in der Zentrale einsetzen: „Jonas ist für uns ein Mittelfeldspieler. Ich sehe ihn auf der Sechs oder auf einer der beiden Achterpositionen.“

Weil neben Hector auch Innenverteidiger Jorge Meré (nach Oberschenkelverletzung) wieder mit dem Team trainiert, fehlen den Kölnern derzeit nur Rafael Czichos und Florian Kainz. „Der Konkurrenzkampf ist groß. Das tut uns gut, das spürt man in jedem Training. Das hilft der Leistungsentwicklung einer Mannschaft“, freute sich Gisdol. Der Rückenwind aus den vier Punkten in Dortmund (2:1) und gegen Wolfsburg (2:2) soll nun zum Vorletzten nach Mainz mitgenommen werden. „Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind zu punkten. Und das wollen wir fortführen“, bekräftigte Sportchef Horst Heldt.