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In der Statistik ist der 1. FC Köln besser als in der Tabelle

Fußball-Bundesliga : In der Statistik ist der 1. FC Köln besser als in der Tabelle

Der 1. FC Köln gehört zu den sechs laufstärksten Mannschaften in der Fußball-Bundesliga. Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen, bei Kopfbällen und Flanken liegt er weit vorn.

Wer als Fan des 1. FC Köln nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga einen Blick in die Statistiken wirft und danach auf die Tabelle schaut, müsste eigentlich den Glauben an die Aussagekraft von Zahlen verlieren. In nahezu allen von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für relevant erachteten Daten stehen die Geißböcke nämlich weitaus besser da, als es ihr bisheriges Abschneiden vermuten lässt. Das maßgebliche Ranking weist das Team von Trainer Markus Gisdol mit null Punkten auf Platz 16 aus.

Vor dieser Saison hatten die Kölner Verantwortlichen zum Beispiel die schwache Laufleistung der eigenen Mannschaft als einen der Knackpunkte für die Sieglosserie bei zehn Geisterspielen in Folge am Ende der Spielzeit 2019/20 ausgemacht. Der FC verbuchte den schlechtesten Wert aller 18 Bundesligisten. Gisdol setzte in der Vorbereitung genau an dieser Stelle den Hebel an. Mit Erfolg: Nach drei Spielen der neuen Saison nehmen die Kölner mit 356,10 Kilometern Rang sechs ein. Zum Vergleich: Die beiden anderen bislang noch punktlosen Teams Mainz (331,8) und Schalke (322,3) bilden die Schlusslichter in dieser Wertung.

Krasse individuelle Fehler bei Gegentoren

Auch bei den gewonnenen Zweikämpfen (Platz drei mit 336), den erfolgreichen Kopfballduellen (4. mit 73) oder Flanken aus dem Spiel (3. mit 35) steht der FC gut da. Selbst die 34 abgegebenen Torschüsse (Platz 10) lesen sich durchaus passabel. Die Plattform understat.com stellt sogar die Qualität der Torchancen dar und errechnet daraus die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer beziehungsweise Gegentreffer. Demnach hätte das Gisdol-Team schon 4,03 Tore (anstatt 3) erzielt und nur 5,13 (anstatt 7) kassiert haben können. Mit diesen Zahlen stünde der FC bei 3,72 anstatt null Punkten.

Die Zahlenspielerei lässt aber außer Acht, dass die Kölner Leistungen bei den Niederlagen gegen Hoffenheim (2:3), in Bielefeld (0:1) und gegen Gladbach (1:3) vor allem unter drei Aspekten litten: krasse individuelle Fehler bei den Gegentoren, mangelhafte Chancenverwertung und fehlende Spielkultur. Punkte, an denen Markus Gisdol in der 14-tägigen Länderspielpause arbeiten wollte und deshalb nach dem Gladbach-Spiel den Neustart ausrief. Es wird am Sonntag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt interessant zu beobachten sein, ob die Maßnahmen des Trainers gegriffen haben. Und wie er mit dem Fakt fertig geworden ist, dass ihm für seinen Neustart ein Großteil des Kaders durch die Abstellungen für die Nationalteams und aufgrund von Verletzungen gar nicht zur Verfügung stand.

So kehren der zuletzt auf dem Platz doch arg mit seinen Teamkollegen fremdelnde Spielmacher Ondrej Duda und Sebastian Andersson (Knieprobleme) ebenso erst heute zum Team zurück wie eventuell der seit Bielefeld angeschlagene Jonas Hector.

Bei Dimitris Limnios könnte es noch länger dauern. Dem griechischen Neuzugang droht nach seiner Corona-Quarantäne erneut ein unfreiwillig verlängerter Aufenthalt in seinem Heimatland. Sein für Donnerstag geplanter Rückflug nach Köln ist wegen eines angekündigten Lotsenstreiks in Gefahr.