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Interview mit FC-Spieler Mark Uth

Neuer Anlauf von Mark Uth beim 1. FC Köln : „Ich bin froh wieder zu Hause zu sein“

Es ist der vierte Anlauf von Mark Uth beim 1. FC Köln. Und dieses Mal will er beim FC bleiben. Das sagt der 30-Jährige über seine Rückkehr, seine Horrornacht auf Schalke und die Einstellung zum Baumgartschen Training.

Es sind sieben Meter, vielleicht acht, aus denen Mark Uth abzieht. Marvin Schwäbe stürmt beim Training des 1. FC Köln am Mittwoch aus dem Tor. Volltreffer. Der Offensivmann schießt den Ball Schwäbe auf den Körper. Am vergangenen Samstag haben nur wenige Zentimeter gefehlt. Gefehlt zu Mark Uths zweitem Saisontreffer. Abseits. Zentimeter. Auch gegen Freiburg in der Woche zuvor fehlte nicht viel. Der einmalige Nationalspieler traf den Pfosten, verpasste das 2:0, möglicherweise hätte die Begegnung einen anderen Verlauf genommen.

Der 30-Jährige befindet sich auf den ersten Blick im Schatten. Im Schatten des wiedererstarkten Anthony Modeste. Dabei strahlt auch Uth eine andere Präsenz aus als noch in der vergangenen Saison. Bei Schalke lief es gar nicht gut. Zumindest am Ende. Der Abstieg stand mit gerade einmal 16 Zählern früh fest, es gab unschöne Szenen mit den Fans im April, als sie einzelne Spieler nach dem Duell gegen Arminia Bielefeld und dem damit verbundenen Abstieg durch die Stadt jagten. Dem Vernehmen nach auch Uth. „Am Anfang war das natürlich noch sehr präsent. Mittlerweile ist es abgehakt“, sagt der Offensivmann. „Ich konzentriere mich jetzt auf den FC und versuche, wieder Spaß am Fußball zu haben.“

Für Mark Uth ist es die vierte Dienstzeit beim FC

Den hat er ganz offensichtlich. Beim Training am Mittwoch liefert er sich ein Scharmützel mit Benno Schmitz, dann lachen beide. Man spürt, dass sich Uth in Köln wieder wohlfühlt. Kein Wunder, zum dritten Mal ist Uth zum FC zurückgekehrt. Ab 2004 spielte er bei den Junioren des FC, wechselte 2007 zur Viktoria, kehrte 2009 zurück. 2012 sollte der Sprung zu den Profis gelingen. Doch unter dem damaligen Trainer Stale Solbakken erhielt Uth keine Chance und wechselte zum niederländischen Erstligisten SC Heerenveen. Über Hoffenheim und Schalke kehrte er schließlich 2020 auf Leihbasis zum FC zurück. In 15 Saisonspielen erzielte Uth fünf Tore. Ausgerechnet gegen Schalke durfte Uth laut Vertragsinhalt nicht spielen, saß nur auf der Tribüne. Zwar bemühte sich der FC um eine Verpflichtung im Sommer 2020, hatte jedoch letztlich keine Chance. In diesem Sommer klappte es dann. Auch, weil FC-Trainer Staffen Baumgart sein Interesse an Uth bekundete. „Wir haben damals telefoniert, und er hat mir gesagt, dass er sich das sehr gut vorstellen kann. Ich natürlich auch“, sagt Uth. „Dann haben wir es mit Horst Heldt und dann mit Alexander Wehrle möglich gemacht.“ 

Jetzt ist Uth also wieder „zu Hause“ und will dieses Mal wohl auch bleiben. „Meine Familie kommt aus Köln, meine Freunde leben hier“, sagt der 30-Jährige. „Für mich ist es sehr schön, weil ich hier aufgewachsen bin, hier in der Jugend gespielt habe.“

Uth liegt der Baumgartsche Fußball

Schon in der Vorbereitung zeigte Uth, dass er es nach der verkorksten Saison auf Schalke noch einmal wissen will. Er erzielte unter anderem gegen die Bayern im Testspiel zwei Treffer, davon ein Traumtor. Auch im Pflichtspiel gegen den Rekordmeister war er erfolgreich. Am kommenden Samstag gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, Sky) darf es gerne mit Uths zweitem Saisontreffer klappen. Das System des Trainers scheint ihm zu liegen, zumindest in Teilen. „Der Fußball von Steffen ist natürlich etwas anderes. Wir müssen viel intensiver vorn anlaufen. Aber ich gewöhne mich immer mehr daran“, sagt der gebürtige Kölner. „Mir macht es Spaß, wenn wir vorn die Bälle erobern. Dann habe ich es nicht mehr so weit bis zum Tor. Es wird immer besser.“

Nicht ganz so viel Spaß machte Uth die Auswechslung gegen Freiburg. Sichtbar erregt verließ er den Platz. „Der Trainer kann von seinen Emotionen ein Lied singen. Ich hatte in dem Fall auch welche und wollte nicht unbedingt raus. Es ist dann die Entscheidung des Trainers, die muss man akzeptieren“, sagt Uth. Baumgart erklärte damals: „Ich wollte erst Salih Özcan rausnehmen, hatte dann aber das Gefühl, dass Mark auf dem Zahnfleisch ging.“ Uth nimmt es heute gelassen. „Der Trainer hatte angezeigt, dass ich mich in das Loch reinfallen lassen soll. Da hatte ich aber gerade schon vier Sprints hinter mir, da musste ich mal kurz durchatmen. Wir wissen ja, dass ihn das nicht sonderlich interessiert“, sagt der 30-Jährige lachend.

Die Freude am Fußball ist zurück. Auch, weil die Unterstützung der Fans groß ist. Es mache der Stadt Spaß, den Kölner Fußball zu schauen. „Die Fans singen ja schon wieder vom Europapokal. Ich finde es schön. Wir müssen jetzt von Woche zu Woche schauen. Aber warum nicht euphorisch sein?“, sagt Uth. Und: „Die meisten Fans kannten mich ja noch von der Ausleihe in den Monaten vor Corona. Ich glaube, ich habe da einen sehr guten Fußball gespielt. Ich freue mich sehr, dass die Fans das noch so auf dem Schirm haben. Das tut mir persönlich sehr gut.“