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Kritik an Vorstand des 1. FC Köln wächst

Nach Heldt-Aus : Kritik an FC-Vorstand wächst

Nach der Entlassung von Sportdirektor Horst Heldt mehren sich kritische Stimmen gegenüber dem Vorstand des 1. FC Köln – auch von Sponsoren.

Der 1. FC Köln wäre wohl nicht der 1. FC Köln, wenn selbst der doch noch gelungene Klassenerhalt geräuschlos vonstatten gegangen wäre. AuchTage nach dem 5:1-Erfolg über Holstein Kiel in der Relegation schlagen die Wellen bei den Geißböcken hoch. Die Kritik am Vorstand des 1. FC Köln wächst. Vor allem der Umgang mit Horst Heldt und dessen Entlassung erzeugt Unmut.

Zunächst hatte sich Spielerberater Volker Struth in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ kritisch geäußert. Heldts Rausschmiss bezeichnete Struth als „reinen Populismus“. Und: „Hier wird nur ein Opfer gesucht. Alle feiern jetzt meinen Freund Friedhelm Funkel. Aber eingestellt wurde er von Horst Heldt", sagte der 55-Jährige. Heldt war nur einen Tag nach dem Erfolg über Kiel entlassen worden.

Zuvor waren der Sportdirektor und Finanzchef Akexander Wehrle im Büro von Vizepräsident Eckhard Sauren zu einer Bestandsaufnahme erschienen. Länger als eine Stunde trug der damalige Sportchef dabei seine Saisonanalyse den Zuhörern – neben Präsident Werner Wolf und Sauren der zweite Vize Carsten Wettich – vor, um gleich danach von seiner Freistellung zu erfahren. Sauren verteidigte auf einer Pressekonferenz am Montag das Vorgehen der Vereinsführung. Schon vor dem Schalke-Spiel habe er mit Heldt telefoniert, sagte er, „wir haben ihm gesagt, dass es im Abstiegsfall eng für ihn wird. Auch im Falle des Klassenerhalts wollten wir ihm keine Garantie geben. Wir haben versucht, den Ball so flach wie möglich zu halten, damit der volle Fokus auf der Relegation liegen konnte“.

Struth ließ ohnehin kein gutes Haar an der Vereinsführung der Geißböcke. „Man wehrt sich gegen Investoren, grundsätzlich gegen alles, was man für Kommerz hält", sagte Struth. "Dieser Verein agiert weder markt- noch zeitgerecht." Der Spielerberater fand damit nicht nur offene Ohren. Er wurde für seine Äußerungen in den sozialen Netzwerken von Fans zum Teil heftig kritisiert. Struth ist nicht der einzige Kritiker. Bereits am Sonntagabend hatte Dieter Morszeck seinen Posten im Beirat aufgegeben. Der millionenschwere Unternehmer, ehemalige Rimowa-Chef und Kölner Sponsor, wollte so offenbar sein Missfallen dem Vorstand gegenüber zum Ausdruck bringen.

Auch Friedhelm Funkel übt Kritik

Mit Dirk Iserlohe wandte sich laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Montag der Chef der Kölner Dorint-Hotels, Gastgeber und Sponsor des FC, per Brief an den Kölner Vorstand. Den Rausschmiss von Heldt bezeichnete Iserlohe als „unehrenhaften Entlassungsakt“ und „unangemessen“. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ zitiert das Ende des Briefs: „Verzeihen Sie mir die Meinung eines leidenschaftlichen Sponsors. Ich hoffe, dass Ihre Strategie aufgeht. Was schon jetzt nicht aufgeht, sind die Signale, die der FC nun in puncto Menschlichkeit, Kontinuität und Dankbarkeit ausstrahlt.“

Und auch der Kölner Ex-Trainer Friedhelm Funkel äußerte sich zur Entlassung von Horst Heldt kritisch. Er sei auch einige Male beurlaubt worden, aber niemals sei „von mir eine Analyse verlangt worden – um mich danach freizustellen. Wenn die Entscheidung feststeht, dann sollte man das lassen“, sagte Funkel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zudem kritisierte der ehemalige Trainer, dass der Vorstand keinen persönlichen Kontakt zu ihm aufgenommen habe. „Es ist doch das Normalste der Welt, dass man sich austauscht. Der FC ist doch ein Sportverein, da gehören Herzblut und Emotionen einfach dazu“, sagte er: „Ich hätte mir manchmal einfach nur ein "Hallo", ein Schulterklopfen und "viel Glück" gewünscht.“ Funkel sagte, er könne sich trotzdem eine weitere Mitarbeit in beratender Funktion beim FC vorstellen.