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Vor dem Abstiegskrimi: Mark Uth und das Dilemma mit dem 1. FC Köln

Vor dem Abstiegskrimi : Mark Uth und das Dilemma mit dem 1. FC Köln

Am Samstag fällt für den FC die Entscheidung über Abstieg oder Klassenerhalt. Eine entscheidende Rolle könnte ausgerechnet Mark Uth übernehmen. Der Schalker Angreifer liebäugelt mit einer Rückkehr nach Köln - vorausgesetzt der FC bleibt erstklassig.

Der 28. Februar 2020 war ein besonderer Tag für den 1. FC Köln. An diesem Freitagabend vor knapp 15 Monaten legte der FC mit einem 3:0-Erfolg über Schalke nicht nur den Grundstein für den späteren Klassenerhalt, der Sieg war über Monate der letzte Dreier der Geißböcke, es war aber vor allem der letzte Auftritt des FC vor ausverkauftem Haus – bis heute. Schlagzeilen hatte die Begegnung aber schon Wochen zuvor gemacht, zu einer Zeit, als die Pandemie – wenn überhaupt – noch nicht als Gefahr wahrgenommen worden war. Denn unter die 50 000 Zuschauer hatte sich ein besonderer gemischt: Mark Uth.

Der gebürtige Kölner war erst im Winter 2020 auf Leihbasis von den Königsblauen zum FC gewechselt. Gegen Schalke durfte er nicht spielen – laut Vertrag. In der Bundesliga zwar kein Einzelfall, dennoch ein Kuriosum mit Zündstoff. „Das entspricht einem Arbeitsverbot“, sagt dem GA damals Dirk Duffner, gelernter Jurist, der jahrelang selbst als Sportdirektor bei 1860 München, Freiburg und Hannover 96 erfolgreich gearbeitet hat. Und fügt an: „Schalke könnte das vor einem Gericht nur schwer durchsetzen, wenn die Kölner Uth trotzdem spielen lassen.“ Der Angreifer spielte nicht.

Köln an Rückkehr von Uth interessiert

Am Samstag wird er voraussichtlich zum Einsatz kommen. Allerdings für Schalke – gegen den FC. Zwar wurde in Köln über eine Verpflichtung im Sommer nachgedacht, letztlich wurde sie aber nicht umgesetzt. Uth blieb auf Schalke. Auch, weil die Königsblauen auf einer Ablöseforderung von rund zehn Millionen Euro beharrten. Am Samstag darf Uth zwar spielen, befindet sich aber wieder in einem Dilemma. Denn der Angreifer liebäugelt erneut mit einem Wechsel zu den Geißböcken. Der Kontakt zwischen ihm und den FC-Verantwortlichen ist nie abgebrochen, immer wieder wurde über eine Rückkehr spekuliert. Im Sommer könnte sie konkret werden.

Zwar hat der Offensivspieler auf Schalke noch einen Vertrag bis Sommer 2022, die Königsblauen sind aber nicht mehr bereit oder in der Lage, Uths Gehalt zu bezahlen. Rund vier Millionen Euro soll der gebürtige Kölner dem Vernehmen nach verdienen. Schalke wäre offenbar einverstanden, auf eine Ablöse zu verzichten. Uth wird nach der bescheidenen Saison auf Schalke wohl auch nicht mehr für die Knappen auflaufen wollen. Für Köln dagegen schon. Und auch Hoffenheim soll Interesse an einer Rückkehr des einmaligen Nationalspielers haben.

Uth lebt noch in Köln

Von 2015 bis 2018 spielte Uth in Sinsheim. Aktuell spricht allerdings mehr für Köln. Der 29-Jährige lebt nach wie vor in der Domstadt, fühlt sich der Stadt, aber auch dem FC verbunden. Kein Wunder, ab 2004 spielte Uth bei den Junioren des FC, wechselte 2007 zur Viktoria, kehrte 2009 zurück. 2012 sollte der Sprung zu den Profis gelingen. Doch unter dem damaligen Trainer Stale Solbakken erhielt Uth keine Chance und wechselte zum niederländischen Erstligisten SC Heerenveen. Über Hoffenheim und Schalke kehrte er schließlich auf Leihbasis zum FC zurück.

Nun könnte es bald eine weitere Dienstzeit am Geißbockheim geben. Allerdings kommt für den 29-Jährigen wohl nur ein Engagement in der 1. Liga infrage. Nach dem voraussichtlichen Ausfall von Klaas-Jan Huntelaar stehen Uths Chancen für einen Einsatz nicht schlecht. Wäre da nicht die Brisanz, dass er seinen künftigen Arbeitgeber in die 2. Liga schicken könnte.