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Konkurrenz für Horn: Marvin Schwäbe will sich beim 1. FC Köln durchsetzen

Konkurrenz für Horn : Marvin Schwäbe will sich beim 1. FC Köln durchsetzen

Marvin Schwäbe bestritt am Sonntag seinen zweiten Test für den 1. FC Köln, mit einer ordentlichen Leistung. Dennoch muss sich der Keeper erst einmal hinter Timo Horn einordnen. Vorerst. Denn Schwäbe will mehr.

Viel zu tun bekam Marvin Schwäbe am Sonntag nicht. Gegen den harmlosen schweizer Zweitligisten FC Schaffhausen blieb der neue Kölner Keeper langezeit nahezu beschäftigungslos. Zweimal musste Schwäbe dann doch in höchster Not ran, zweimal rettete er mit bravour. Von null auf hundert - Schwäbe war da. Eine Situation, in die der Keeper in dieser Spielzeit ebenfalls kommen könnte, zunächst aber nur wenn Stammkeeper Timo Horn ausfallen sollte. „Für mich geht es jetzt erstmal darum, mich zu zeigen und meine Leistung zu bringen“, sagte der Keeper am Montag. „Timo ist schon seit mehreren Jahren hier. Es wird nicht einfach. Aber ich werde alles geben.“

Das tut der 26-Jährige. Die Trainingseinheit am Montag ist schweißtreibend. Nicht nur aufgrund der Hitze. Trainer Steffen Baumgart fordert seine Mannschaft, gibt Anweisungen. Zwei Stunden harte Arbeit. „Heute war es mal ein wenig anstrengender. Zum Glück haben wir morgen frei.“ Beim Training wird Baumgart für einen Moment laut. Sehr laut. „Alles, was auf dem Platz passiert, ist fordernd und fördernd. Der Trainer pusht uns schon ziemlich gut“, sagt Schwäbe, dieses Mal pusht Baumgart halt ein wenig lauter. Stille dagegen bei den anwesenden Fans. Auf Baumgarts intensive Ansprache folgt jedoch ein Fan-Applaus. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, sagt Schwäbe. Dabei hat der Keeper schon viel erlebt. Nach Stationen in Frankfurt, Hoffenheim, Osnabrück und Dresden folgte der Weg nach Dänemark. Schwäbe heuerte 2018 bei Bröndby IF an.

Schwäbe wird in Dänemark Meister

In der abgelaufenen Saison sicherte sich der Torhüter mit dem Hauptstadtclub die dänische Meisterschaft. Und das als Stammkeeper. Der Erfolg weckt Erwartungen. Doch statt mit Bröndby international zu spielen, steht er nun als Ersatzkeeper beim 1. FC Köln zwischen den Pfosten. Möglicher Abstiegskampf statt möglicher Champions League. „Ich wollte wieder zurück nach Deutschland. Ich hatte eine gute Zeit in Kopenhagen“, sagt der 26-Jährige. „Köln ist ein super Club. Und man hat mir in Köln eine Perspektive aufgezeigt.“ Schon in der Vorsaison war der FC an Schwäbe interessiert, es gab Gespräche, der Deal scheiterte letztlich an der Ablösesumme.

Jetzt doch der Wechsel. Auch, weil es im November Nachwuchs im Hause Schwäbe gibt. Nach drei Jahren Ausland will der Keeper in Deutschland in der Bundesliga Fuß fassen. In der Tat bietet sich beim FC mittelfristig diese Perspektive. Es ist allerdings eine Perspektive mit einem Haken. „Als ich die ersten Gespräche geführt habe, habe ich noch mit anderen handelnden Personen gesprochen“, sagt Schwäbe. „Es geht darum, mich jetzt zu zeigen“, sagt Schwäbe. „Ich werde in den kommenden Wochen das Gespräch mit dem Trainer und dem Torwarttrainer suchen, um zu wissen, ob man mit mir zufrieden ist.“

Eine Perspektive mit einem Haken

Unter anderem hatte Schwäbe mit dem damaligen Torwarttrainer Andreas Menger über seine Perspektive in Köln gesprochen. „Der wollte mich unbedingt haben“, sagt der Keeper. Menger ist mittlerweile bei Hertha BSC, Uwe Gospodarek der Nachfolger des ehemaligen Kölner Torhüters. „So ist der Fußball. Natürlich wäre ich froh gewesen, mit Andi zu arbeiten“, sagt Schwäbe. „Aber das heißt ja nicht, dass ich nicht mit Uwe zusammenarbeiten will. Hier kann man sich auf jeden Fall weiternetwickeln und das ist erst mal die Hauptsache.“

Viel klingt wie eine Kampfansage. Das Schwäbe bei einem plötzlichen Einsatz von null auf hundert da ist, hat er jedenfalls bewiesen.