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1. FC Köln: Mit Hoffnung gegen die Bayern-Übermacht

1. FC Köln : Mit Hoffnung gegen die Bayern-Übermacht

Der 1. FC Köln gibt sich vor der Partie gegen den Triple-Sieger aus München kämpferisch. Der Einsatz von Anthony Modeste ist fraglich.

Man muss nicht über hellseherische Fähigkeiten verfügen, um zu erahnen, dass der 1. FC Köln am sechsten Spieltag der Bundesliga-Saison 2020/21 vornehmlich auf Torverhinderung aus sein wird. Mit dem FC Bayern München spielt am Samstag (15.30 Uhr) schließlich niemand Geringeres als die derzeitige Übermacht des Weltfußballs in Müngersdorf vor.

Obgleich die Verantwortlichen der Geißböcke im zähen Kampf gegen die Sieglos-Serie immer wieder betonen, dass Vergangenes für sie keine Bedeutung mehr besitze, ruft ein Blick zurück auf das jüngste Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Triple-Gewinner durchaus unsanfte Erinnerungen wach. Das Rheinenergiestadion war an diesem 16. Februar 2020 zwar ausverkauft und die Heimniederlage mit 1:4 noch einigermaßen erträglich ausgefallen. Dennoch hatten sich die Gastgeber am Rande eines Debakels bewegt. In einer chancenlosen Kölner Anfangsphase hatte es nach gerade einmal fünf Minuten bereits 0:2 gestanden, sieben Minuten später dann schon 0:3. Dass der FC angesichts der erschütternden Bilanz von 1:18 Torschüssen zumindest vor dem Seitenwechsel keinen weiteren Gegentreffer mehr kassierte, war nur glücklichen Umständen zu verdanken.

Dieses Mal sollte die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol tunlichst von Beginn an wach sein – auch wenn ihr das in dieser Saison in noch keiner ersten Halbzeit wirklich gelungen ist. Kampflos herschenken möchte Horst Heldt die unlösbar erscheinende Aufgabe gegen Robert Lewandowski und Co. allerdings nicht. Für den Sportchef stellt das Kräftemessen mit dem FCB mehr als nur ein Bonusspiel dar: „Jedes Spiel ist für uns jetzt wichtig“, mahnt der Sportchef mit Blick auf die unverändert angespannte Lage im Tabellenkeller. Elvis Rexhbecaj verspürt nach zuletzt immerhin zwei Unentschieden in Folge zumindest ein kleines Fünkchen Hoffnung: „Es ist ein schweres Spiel. Aber es geht bei 0:0 los – danach müssen wir uns alles erarbeiten“, spricht der Mittelfeldspieler seiner Mannschaft Mut zu. Sebastian Andersson dürfte bei der sich abzeichnenden Abwehrschlacht nur eine untergeordnete Rolle zukommen. Dennoch war es aus FC-Sicht natürlich eine gute Nachricht, dass der Mittelstürmer am Dienstag wieder am Mannschaftstraining mitwirken konnte. Noch am Montag hatte der Schwede bei der Übungseinheit gefehlt und stattdessen in München geweilt, um sein lädiertes Knie erneut von Ralph Frank untersuchen zu lassen. Andersson war bei dem Bio-Statiker bereits während der Länderspielpause in Behandlung gewesen. Mit Erfolg: Zur Partie gegen Eintracht Frankfurt (1:1) hatte sich der 29-Jährige rechtzeitig einsatzbereit gemeldet.

Hinter dem Mitwirken von Anthony Modeste scheint dagegen ein Fragezeichen zu stehen. Der Franzose hatte nach seinem 20-minütigen Einsatz am Freitag beim VfB Stuttgart (1:1) über muskuläre Probleme geklagt, die ihn dazu zwangen, am Montag und Dienstag kürzer zu treten. Für Modeste stellt der Trainingsstopp zu Wochenbeginn einen neuerlichen Rückschlag dar, hatte der Mittelstürmer doch bereits die komplette Saisonvorbereitung verpasst. Grund waren anhaltende Knieprobleme, für die Ralph Frank ebenfalls eine Lösung wusste. Modeste machte daraufhin unerwartet deutliche Fortschritte und schaffte es trotz eines noch nicht vollständig aufgeholten Trainingsrückstandes bereits gegen Frankfurt zu einem Kurzcomeback.

Auf die Dienste von Jonas Hector werden die Kölner derweil sehr wahrscheinlich auch im vierten Spiel in Folge verzichten müssen. Der Kapitän, dessen ordnende Hand und kämpferischen Qualitäten in der Zentrale schmerzlich vermisst werden, trainiert weiter lediglich individuell. Immerhin steht in Marco Höger eine Option mehr für das defensive Mittelfeld zur Verfügung. Der Routinier übt nach überwundenen Kniebeschwerden seit dieser Woche wieder mit seinen Kollegen und könnte wie Salih Özcan eine Alternative zum instabilen Duo Ellyes Skhiri/Elvis Rexhbecaj sein.