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Kader des 1. FC Köln: Muss der FC auf dem Transfermarkt noch einmal tätig werden?

Kader des 1. FC Köln : Muss der FC auf dem Transfermarkt noch einmal tätig werden?

Der Kapitän des 1. FC Köln, Jonas Hector, könnte von einer Not- zur Dauerlösung für die vakante Verteidigerposition werden. Viel liegt am möglichen Transfer von Ellyes Skhiri.

Die Leistungsdaten sind überzeugend. 86 Prozent aller gespielten Pässe kommen an, die Zweikampfquote liegt weit über 50 Prozent. Jonas Hector ist einer der wenigen Spieler, die überzeugen können. 2:1 setzt sich der FC an diesem Tag im August 2012 gegen Unterhaching durch. Köln gewinnt nicht nur in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Tabellenführer der 3. Liga, der FC gewinnt einen absoluten Leistungsträger dazu.

Im Alter von 22 Jahren setzt sich Hector bereits in der 2. Bundesliga durch, wird Stammspieler kommt in 24 Begegnungen zum Einsatz und wird vom damaligen Trainer Holger Stanislawski vom Mittelfeldspieler zum linken Außenverteidiger umfunktioniert. Das Unterfangen gelingt. So gut, dass Hector auf dieser Position Nationalspieler wird. 43 Mal spielt er unter Joachim Löw, auch hier in der Regel auf der linken Verteidigerposition.

Und damit auf einer der beiden Positionen, die beim FC in gewisser Weise vakant sind – zumindest laut der FC-Verantwortlichen, die schon vor Wochen angekündigt haben, die Augen nach einem Außenverteidiger und einem Angreifer offen zu halten. Die nominellen Linksverteidiger Jannes Horn und Noah Katterbach sind verletzt oder befinden sich im Formtief. FC-Trainer Steffen Baumgart zog im DFB-Pokal Benno Schmitz auf die linke Außenbahn. Der Rechtsverteidiger wusste gegen Jena nicht zu überzeugen und so durfte Hector dann auf seine ehemalige Stammposition rücken.

Ehemalig, weil Hector bereits seinen Stammplatz längst im Mittelfeld gefunden hat. Der 31-Jährige ist der Taktgeber des FC, agierte in den vergangenen Jahren nahezu ausschließlich aus der Zentrale. In der vergangenen Spielzeit stellte Hector zudem seine Offensivqualitäten unter Beweis, als er unter anderem gegen Leipzig gleich doppelt traf. Hector wurde im Abstiegskampf durch Leidenschaft und Siegeswillen zum Inbegriff des Klassenerhalts.

Dennoch könnte der gebürtige Saarländer von der Not- zur Dauerlösung werden, zumindest bis Jannes Horn wieder fit ist. Zum einen, weil im zentralen Mittelfeld aktuell ein Überangebot herrscht. Dejan Ljubicic wurde bereits im Frühling verpflichtet und lieferte gegen Hertha eine hervorragende Leistung ab, Salih Özcan wurde von Baumgart gefühlt während der kompletten Vorbereitung das Vertrauen ausgesprochen und Ellyes Skhiri gilt nach dem starkem Auftritt gegen Berlin ebenfalls als gesetzt. Dazu kommen Offensivkräfte wie Mark Uth, die einen technisch versierten Ondrej Duda zum Edeljoker machen.

Zum anderen ist Skhiri der Schlüssel zu weiteren Transfers. Sollte es kein adäquates Angebot für den Tunesier geben, wird der Dauerläufer in Köln bleiben. „Wenn ein Angebot in der Größenordnung kommt, die wir uns vorstellen und auch Ellyes das machen möchte, dann können wir das nicht ignorieren. Wenn keins kommt oder es nicht passt, dann wird er bei uns bleiben“, sagte Interims-Sportchef Jörg Jakobs kürzlich dem „Express“. Heißt auch: Bleibt Skhiri, wird es wohl keine weiteren Transfers geben.

Auch nicht im Angriff, die zweite vakante Stelle im Kölner Kader. Doch auch dort gibt es nach dem Hertha-Spiel zumindest eine Teil-Entwarnung. Anthony Modeste hat sich gegen Berlin eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Franzose wurde von Baumgart immer wieder gefordert, aber auch gefördert. Mit Erfolg. Modeste hat wieder Freude am Fußball.

Das Gebilde ist jedoch wacklig. Modeste ist mittlerweile 33 Jahre alt und verletzungsanfällig. Kaum vorstellbar, dass er eine ganze Saison durchspielt. Sebastian Andersson noch nicht bei 100 Prozent, Mark Uth wusste gegen Berlin nicht zu überzeugen. Sollte es bei Skhiri doch noch zu einem Blitztransfer kommen, wäre Hector wieder ein Mann für die Zentrale. Spätestens dann müsste der FC sich erneut auf beiden Positionen umschauen. Doch das Transferfenster schließt am 31. August. 

Sollte der FC auf dem Transfermarkt nicht fündig werden, rückt der Nachwuchs um Youngster wie Tim Lemperle in den Fokus. Warum auch nicht? Bei unter anderem Jonas Hector ist es schließlich auch gut gegangen.