1. Sport
  2. 1. FC Köln

Spiel des 1. FC Köln gegen TSG Hoffenheim: Özcan möglicher Ersatz für verletzten Skhiri gegen Hoffenheim

Spiel des 1. FC Köln gegen TSG Hoffenheim : Özcan möglicher Ersatz für verletzten Skhiri gegen Hoffenheim

Auf Ellyes Skhiri muss FC-Trainer Steffen Baumgart bei dem Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim verzichten. Ein möglicher Ersatz könnte Salih Özcan sein.

Selbstbewusste Statements gehen Steffen Baumgart in aller Regel problemlos über die Lippen, bei seiner Prognose für das Gastspiel am Freitag in Hoffenheim musste sich der Cheftrainer des 1. FC Köln deshalb irgendwann selbst ein wenig bremsen. Zwar würdigte Baumgart die TSG zunächst als ein „technisch sehr starkes“ und mit „individueller Qualität“ gesegnetes Team, kommentierte den Saisonstart der Kraichgauer (acht Punkte aus sieben Spielen) dann aber mit der leicht angriffslustigen Einschätzung: „Das ist nicht das, was sie sich dort vorgestellt haben.“ Ehe er das Thema schließlich diplomatisch abrundete: „Das ist eine Mannschaft, die sich noch findet.“

Der Findungsprozess beim FC ist unter dem neuen Übungsleiter dagegen bereits erkennbar fortgeschritten. Die Kölner Metamorphose von einem überängstlichen zu einem offensiv- und attackierfreudigen Ensemble hat sich in der Liga längst herumgesprochen. Der einstweilige Lohn für die mutige Spielweise, die Baumgart den Domstädtern mit sehr viel Nachdruck injiziert hat, sind zwölf Punkte und Platz sechs – und die entsprechende Zuversicht des Trainers vor der Abreise in den Süden: „Wir haben die Möglichkeit, ein sehr gutes Spiel zu machen und das Ergebnis in unserem Sinne zu beeinflussen.“

Ellyes Skhiri zog sich beim Länderspieleinsatz für Tunesien eine Knieverletzung zu

Keinen Einfluss auf die sportlichen Geschicke der Rheinländer wird bis auf Weiteres Ellyes Skhiri nehmen können. Der 26-jährige Tunesier zog sich am Sonntag beim WM-Qualifikationsspiel in Mauretanien eine Knieverletzung zu, deren Ausmaß ihn zwar nicht zu einer monatelangen Pause zwingt, einen Einsatz in Hoffenheim aber unmöglich macht. Auch Skhiris Mitwirken neun Tage später beim Derby gegen Leverkusen steht auf der Kippe – und für Baumgart ist klar: „Das ist eine nicht so gute Nachricht.“

Schließlich ist der strategische Wert des schlanken Dauerläufers –  zuletzt Doppeltorschütze beim 3:1 gegen Aufsteiger Fürth – für das defensive Kölner Mittelfeld in den zurückliegenden Wochen enorm gestiegen. Bei der Fahndung nach einem Ersatzmann für Skhiri steht Salih Özcan aktuell in der ersten Reihe. „Wir werden einen anderen Spielertypen haben, das ist klar“, sagt Baumgart – und fügt trotzig hinzu: „Aber wir haben einen sehr guten und breiten Kader und fangen das als Mannschaft auf.“

Bei dieser Mannschaft auf vorderster Linie werden sich auch in Hoffenheim wieder Anthony Modeste (33) und Sebastian Andersson (30) bewegen. Mit seinen stattlichen 1,87 Metern ist der frühere Hoffenheimer Modeste – ähnlich wie der drei Zentimeter größere Andersson – prädestiniert für das Kölner Spiel mit vielen hohen Flanken, das Baumgart nach seiner Ankunft bei den Geißböcken vor dreieinhalb Monaten gezielt intensiviert hat. Mit Andersson – im Gegensatz zur Vorsaison momentan von Verletzungen verschont – bildete Modeste zuletzt ein robustes Angriffs-Duo.

„Bei beiden konnte man nicht mit dieser Entwicklung rechnen“, sagt Baumgart, der allerdings auch noch Verbesserungsmöglichkeiten sieht. „Die beiden könnten sich gegenseitig noch mehr helfen. Wenn man zwei Alphatiere hat, muss man schauen, dass ihre Laufwege stimmen. Das wissen sie – und wenn das mal nicht klappt, gehen sie eben raus.“

FC-Trainer Steffen Baumgart kritisiert Ansetzung des Spiels nach der Länderspielpause

Aktuell ist der gebürtige Rostocker mit dem Fleiß der beiden Angriffshünen und der Arbeit, die sie den Kölner Gegnern bereiten, allerdings sehr zufrieden. Deutlich anders sieht es mit der Ansetzung der Hoffenheim-Partie aus. Speziell nach der Länderspielpause kommt Baumgart der Termin zu früh – der potenzielle Skhiri-Ersatz Dejan Ljubicic etwa kehrte mit einer Infektion vom österreichischen Nationalteam zurück, musste erst einmal zum Arzt geschickt werden und fällt für Freitag womöglich aus.

Für seinen Trainer ein passender Anlass für eine Grundsatzkritik. „Mittlerweile gibt es ja mehrere Diskussionen darüber, wie wir Spieler schützen können. Aber ich habe noch keinen Vorschlag gehört, der wirklich hilft – bei dem ich das Gefühl habe, es geht um die Frische und die Gesundheit der Spieler“, moniert Baumgart und führt seinen Ärger weiter aus: „Es ist ein Freitagsspiel, das von einem bestimmten Sender übertragen wird. Da geht es vielleicht gar nicht mehr um die Qualität des Fußballs – sondern darum, dass ein Spiel gezeigt wird.“