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1. FC Köln hat Verletzungsprobleme: Ohne sechs „Schwergewichte“

1. FC Köln hat Verletzungsprobleme : Ohne sechs „Schwergewichte“

Der 1. FC Köln hat vor dem Duell bei Eintracht Frankfurt große Verletzungssorgen. Sebastiaan Bornauw fällt auf unbestimmte Zeit aus.

Markus Gisdol ist es ganz recht, dass der Terminplan der Fußball-Bundesliga den 1. FC Köln erst am Sonntag (15.30 Uhr, Sky) zur Mannschaft der Stunde schickt. „So haben wir einen Tag mehr zur Verfügung“, rechnet der Trainer vor. Zeit, die die medizinische Abteilung der Geißböcke ganz besonders gut gebrauchen kann. Bei einem Blick auf die drohende Ausfallliste zählt Gisdol inklusive der beiden Langzeitverletzten Sebastian Andersson und Florian Kainz gleich „sechs Schwergewichte“, die das ohnehin heikle Unterfangen beim Tabellenvierten Eintracht Frankfurt zusätzlich erschweren.

Vielleicht verkleinert sich das Lazarett bis zum Anpfiff noch. Ismail Jakobs (Sprunggelenksprellung), Marius Wolf (Bänderverletzung) und Jonas Hector (muskuläre Probleme) haben in dieser Woche bislang zwar nicht am Mannschaftstraining teilnehmen können. Doch Gisdol hat ein Mitwirken des Trios noch nicht komplett abgeschrieben. „Wir müssen abwarten, was die individuellen Tests ergeben“, erklärt der FC-Coach.

Ausgeschlossen ist dagegen, dass der Name von Sebastiaan Bornauw in Frankfurt auf dem Spielberichtsbogen auftauchen wird. Der seit drei Pflichtspielen abwesende Defensivchef leidet weiterhin unter Rückenbeschwerden. Die Probleme scheinen sogar tiefer zu liegen, denn Gisdol hat derzeit keine Vorstellung, wann wieder mit dem belgischen Innenverteidiger zu rechnen ist: „Ich kann da keine Prognose abgeben. Die medizinische Abteilung ist mit Hochdruck dran, damit wir hoffentlich bald klarer sehen.“

In anderen Bereichen sind die Kölner schlauer. Beispielsweise bei ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegen die Bundesliga-Topteams, denen der FC in dieser Saison gerade auswärts schon so manches Bein gestellt hat. „Wir wissen, dass wir standhalten können“, sagt Gisdol. Das jüngste 2:1 in Mönchengladbach hat den FC-Trainer nicht nur unter Derby-Aspekten erfreut: „Es war bemerkenswert, wie wir uns fußballerisch gewehrt haben. Das war schön zu sehen.“

FC fährt mit „etwas mehr Selbstvertrauen“ an den Main

Und war zugleich die Bestätigung eines klaren Aufwärtstrendes. Mit zehn Punkten aus den jüngsten fünf Spielen haben sich die Kölner in die Ausgangsposition versetzt, den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen zu können. Nicht zuletzt deshalb reisen sie „mit etwas mehr Selbstvertrauen“ an den Main, wo Frank Aehlig (wechselt zum 1. Juli als Technischer Direktor zu Red Bull Global Soccer) seinen Ausstand als Kölner Lizenzspielerchef geben wird. Außenseiter ist der Tabellenvierzehnte trotz seines Aufwindes dort dennoch. „Frankfurt ist körperlich extrem stark, eine hohe Hürde. Wir müssen uns etwas einfallen lassen und brauchen einen 100-Prozent-Tag“, meint Gisdol.

Zumal es sich bei der Frankfurter Eintracht um den seit dem Jahreswechsel formstärksten Bundesligisten handelt. Die Hessen haben zuletzt sieben von acht Spielen gewonnen, dabei Tore am Fließband geschossen und Träumereien von der ersten Champions-League-Qualifikation der Vereinsgeschichte entstehen lassen. Das Team um 17-Tore-Mann André Silva und Außenbahnwaffe Filip Kostic ist so gut drauf, dass Adi Hütter in seiner ersten Elf derzeit keinen Platz für Star-Rückkehrer Luka Jovic hat. Für ihren herzerfrischenden Offensivfußball heimst der Europa-League-Teilnehmer der vergangenen Jahre Lob von allen Seiten ein, auch vom kommenden Gegner Köln. „Erfolgsstory“ nennt FC-Sportchef Horst Heldt kurz und knapp das, was in Frankfurt seit dem Fastabstieg 2016 entstanden ist.