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Winter-Neuzugang: So denkt Emmanuel Dennis über seinen Start beim 1. FC Köln

Winter-Neuzugang : So denkt Emmanuel Dennis über seinen Start beim 1. FC Köln

Nach seinem Wechsel vom FC Brügge will Angreifer Emmanuel Dennis seine Karriere beim 1. FC Köln ankurbeln. Der Nigerianer schaut auf eine persönlich harte Zeit zurück.

Seine Wünsche klingen banal und wirken dennoch nicht abgedroschen. „Ich will einfach nur glücklich sein“, sagt Emmanuel Dennis. „Ich bin ein fröhlicher Mensch und lache sehr viel.“ Sportlich läuft es bei dem Winter-Neuzugang des 1. FC Köln noch nicht rund. Dennis kam vom FC Brügge, um die Offensivschwäche der Kölner zu beheben. In der Liga lief der Nigerianer bislang dreimal auf, im Pokal einmal. Seine Statistik: Ein Treffer gegen Regensburg, ein verschossener Elfmeter.

Dabei zeigte der 23-Jährige bereits, was in ihm steckt. Dennis ist technisch sehr versiert, schnell und hat einen guten Abschluss. Der Angreifer bewegt sich oft an der Grenze zum Abseits, meist drüber. Dennis fehlt auf dem Platz aber noch die Bindung zur Mannschaft. „Ich spiele noch nicht so, wie ich es könnte“, sagt er selbstkritisch. „Manchmal läuft es im Fußball rund, manchmal nicht. Man muss positiv bleiben und dann wird sich die Situation verändern.“ Dennis ist ein positiv denkender Mensch.

Dabei hat dem Offensivmann auch das Leben bereits übel mitgespielt. Vor einem Jahr starb sein Bruder Popti bei einer Segelregatta in Nigeria. Aus unbekannten Gründen war das Boot gekentert, jede Hilfe kam zu spät. „Ehrlich gesagt, hat mich diese Tragödie schon sehr verändert“, sagt Dennis. „Familie ist alles im Leben. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mich nicht betroffen gemacht hat. Aber solche Momente gehören zum Leben dazu. Aber jetzt bin ich okay. Ich bin glücklich.“

Angebot vom FC Arsenal

Im Sommer hätte Dennis‘ Karriere einen anderen Verlauf nehmen können. Dem FC Brügge lag ein Angebot des FC Arsenal vor. Dem Vernehmen nach sollten 18 Millionen Euro zum belgischen Spitzenclub fließen. Doch Brügge lehnte ab. Der Angreifer galt als einer der Leistungsträger im Team. Der persönliche Schicksalsschlag, aber auch Querelen mit der Vereinsführung brachten Dennis dennoch auf die Ersatzbank. Nun wagt er die Suche nach dem Glück in Köln.

„Ich fühle mich hier sehr wohl. Der FC ist ein großer Verein mit vielen Fans“, sagt der 23-Jährige. „Über die Stadt kann ich noch nicht viel sagen. Wegen Corona passiert ja nicht viel. Aber wenn hier alles öffnet, werde ich die Stadt bestimmt mögen.“ Unterstützung erhält er jetzt schon von Kingsley Ehizibue und Tolu Arokodare, die dem Angreifer bei der Eingewöhnung und mit der Sprache helfen. Es mache ihm viel Spaß mit den beiden Landsleuten.

Dennis gegen Stuttgart vermutlich in der Startelf

Köln statt London, FC statt Gunners – der verpassten Chance Premier League trauert Dennis nicht nach. „Jeder Fußballer will international spielen. Aber wenn es nicht so kommt, muss man trotzdem zufrieden sein“, sagt der Nigerianer. „So lange ich Fußball spielen und glücklich sein kann, sehe ich keinen Rückschritt.“ Die Leihe des Kölners endet bereits im Sommer, über eine Weiterbeschäftigung denkt der Angreifer zurzeit noch nicht nach. „Ich konzentriere mich zurzeit nur auf das Hier und Jetzt. Ich schaue immer nur auf das nächste Spiel und versuche, dem Team zu helfen.“

Den nächsten Versuch startet Dennis am kommenden Samstag im RheinEnergie-Stadion. Gegner ist der VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Sky). Emmanuel Dennis wird voraussichtlich eine weitere Chance von Beginn an erhalten. Die Alternativen sind überschaubar. Für den Kölner Winter-Neuzugang eine weitere Möglichkeit, auch sportlich schnell sein Glück zu finden.