1. Sport
  2. 1. FC Köln

Stürmer beim 1. FC Köln: Von Schäfer bis Podolski - Historie

Historie : Von Schäfer bis Podolski - der 1. FC Köln und seine Erfolgsstürmer

Hans Schäfer, Dieter Müller, Toni Polster, Lukas Podolski - die Liste der Topstürmer des 1. FC Köln ist lang. Aktuell müssen die Mittelfeldakteure einspringen. Ein Rückblick.

Dunkle Wolken über Köln. Der Regen hat an diesem Tag im August 1977 schon vor Stunden eingesetzt und den Rasen im Müngersdorfer Stadion in ein tiefes Geläuf verwandelt. Den Kölner Spielern scheinen die Bedingungen nicht viel auszumachen. Schon nach einer halben Stunde führen die Geißböcke gegen Werder Bremen 3:0 – dreifacher Torschütze: Dieter Müller. Dabei soll es nicht bleiben. Köln gewinnt 7:2 gegen überforderte Hanseaten und Müller schraubt seine Bilanz auf sechs Treffer hoch. Ein historischer Rekord, bis heute unerreicht.

„Wenn ich die Chance auf zehn Tore gehabt hätte, hätte ich dem Dieter Burdenski noch vier eingeschenkt“, sagte Müller später. Er sei besessen gewesen, heißt es. Angeblich habe er später einmal Pierre Littbarski vor der Torlinie weggeschupst, damit er das Tor schießt. Müller erzielt in seiner Karriere 159 Bundesliga-Tore für den FC. Nur Hannes Löhr traf in der Bundesliga für die Geißböcke noch öfter.

Der stille Weltmeister

Müller gehört zu einer Reihe von außerordentlichen Stürmern, die für den FC auf Torejagd gingen. So wie Hans Schäfer. Der gebürtige Kölner führt mit insgesamt 254 Ligatoren den FC zu zwei Meisterschaften. Der Linksfuß gilt als dribbelstark und hat einen ausgeprägten Torriecher, aber dem Vernehmen nach auch einen ordentlichen Dickschädel. Auch deswegen sein Spitzname „de Knoll“. Er ist eins der Idole des jungen Vorzeigeclubs aus Köln, dem Real Madrids Deutschland. Doch mit dem Glamour kann er nicht viel anfangen. Auch nicht als einer der Helden des Wunder von Berns bezeichnet zu werden. „Was hat unser Sieg mit Heldentum zu tun? Helden sind für mich Jungs, die an die Front gehen, kämpfen und sich eventuell auch noch erschießen lassen müssen“, sagt er einst. Schäfer weiß, wovon er spricht. Im Alter von 16 Jahren zog er selbst in den Krieg.

Zu der ersten Meistermannschaft gehören auch weitere erfolgreiche Torjäger. Christian Müller, Hannes Löhr, Hans Sturm Karl-Henz Thielen, der gegenen Pirmasens in der Meisterrunde 1962 gleich vier Mal trifft. Das gleiche Kunststück glückt 19 Jahre später dem jungen Klaus Allofs. Der 25-Jährige ist erst im Sommer zum FC gestoßen. Ausgerechnet von Fortuna Düsseldorf. Für mehr als zwei Millionen Mark wechselt er zum Lokalrivalen. Dem Vernehmen nach nach hat man Allofs den Wechsel in die Domstadt nur bedingt übel genommen, wirtschaftlich ist der Transfer für die Fortuna ein Segen. Schlimmer soll es sechs Jahre zuvor bei seinem Engagement in Düsseldorf gewesen sein. In Gerresheim, dem Ort seines Heimatvereins soll man seinem Vater anschließend das Bier in der Dorfkneipe verwehrt haben. Allofs erzielt in seinen sechs Jahren 177 Tore für den 1. FC Köln.

Toni Doppelpack

Der Kölner Top-Stürmer der 90er Jahre kommt aus Österreich: Toni Polster. 1993 wechselt der Angreifer aus Spanien ablösefrei nach Köln. Ein Glücksgriff. Schon in seiner ersten Spielzeit erzielt er 17 Tore. Gemeinsam mit Bruno Labbadia bildet er über Jahre das gefährlichste Sturm-Duo der Bundesliga. 1997 verhilft er Bayern München mit einem Hattrick gegen Leverkusen zur Meisterschaft und wird von Freund Mario Basler dafür bei der Meisterfeier mit einem Poster gefeiert. Unter Peter Neururer gerät Polster ins Hintertreffen. Er verlässt den Verein mit dem Abstieg 1998 Richtung Mönchengladbach.

Fünf Jahre wartet der FC auf einen neuen Publikumsliebling. Im zarten Alter von 18 Jahren unterschreibt dieser im November 2003 seinen ersten Profitvertrag, drei Spieltage später erzielt er seinen ersten Bundesliga-Treffer, insgesamt werden es zehn in der Premieren-Saison. Lukas Podolski betritt die Kölner Bühne. 169 Mal läuft „Prinz Poldi“ für den FC in der 1. und 2. Liga auf und erzielt 79 Tore. Auch bei seinen Stationen in München, London, Mailand, Kobe und Istanbul bleibt der Weltmeister von 2014 dem FC gefühlt treu. Immer wieder wird er mit den Geißböcken in Verbindung gebracht.

Nur ein weiterer Kölner Stürmer erreicht nach Podolski noch einmal Kultstatus: Anthony Modeste. Der Franzose schießt Köln 2017 quasi im Alleingang Richtung Europa League. Auch er steht aber aktuell für die Torflaute des FC. Selten zuvor sah es im Kölner Angriff so mau aus wie in dieser Spielzeit. 29 Tore erzielte der FC in den bisherigen 30 Ligaspielen, zwei davon gehen auf das Konto etatmäßiger Stürmer. Sebastian Andersson traf am 1. Spieltag gegen Hoffenheim und am 5. Spieltag per Strafstoß gegen den VfB Stuttgart. Danach wurde es still um den Kölner Angriff.