Machtwechsel mit Neururer „Team FC-Zukunft“ präsentiert sich der Öffentlichkeit

Köln · Das Team „FC-Zukunft“ will die aktuelle Vereinsführung des 1. FC Köln ablösen und die Zukunft des Absteigers erfolgreich gestalten. Dafür holt sich die Opposition prominente Unterstützung

Zuletzt TV-Experte, jetzt Teil der FC-Opposition: Peter Neururer.

Zuletzt TV-Experte, jetzt Teil der FC-Opposition: Peter Neururer.

Foto: picture alliance/dpa/David Inderlied

Ein ehemaliger Kölner Karnevalsprinz und Steuerjurist als Präsident, ein Ex-FC-Profi sowie eine Welt- und Europameisterin im Vorstand. Das Team von Dieter Prestin hat sich am Montag als Team „FC-Zukunft“ der Öffentlichkeit vorgestellt und ein am Ende 18 Seiten langes Konzept vorgelegt, mit dem der Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung und einem Machtwechsel an der Vereinsspitze in eine erfolgreiche Zukunft geführt werden soll.

Prestin hat als ehemaliger Profi mit mehr als 750 Pflichtspielen für die Geißböcke eine Initiative angestoßen, die den Vorstand mit Präsident Werner Wolf sowie den Vizes Eckhard Sauren und Carsten Wettich zum Rücktritt bewegen oder auf Grundlage der FC-Satzung abwählen lassen will. Als vornehmliche Ziele nannte das Team Zukunft den Aufstieg in die Bundesliga, Sport- und Branchenkompetenz in den Vorstand bringen und den Frauen-Fußball beim FC auf ein höheres Niveau heben.

Prestin, der selbst als Vize-Präsident kandidieren will und schon vor Monaten ein 40-seitiges Konzept angekündigt hatte, hat den Finanz-Fachmann Stefan Jung als Kandidat für das Amt des Vereins-Präsidenten und die ehemalige Weltklasse-Fußballerin und Ex-FC-Spielerin Sonja Fuss für den Posten als weitere Vize-Präsidentin gewinnen können.

Trio will als Vorstand kandidieren

Das Trio will als Vorstand kandidieren: „Kommen wir mal weg vom Wording Putsch und Umsturz. Wir bewegen uns basisdemokratisch und mitgliederzentriert auf der Grundlage der FC-Satzung und sind der Meinung, dass es nach dem siebten Abstieg und der im deutschen Fußball einmaligen Transfersperre an der Zeit für eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist“, erklärte Jung.

Die Opposition ist nach rechtlicher Prüfung und in Zusammenarbeit mit FC-Vize-Präsident Carsten Wettich inzwischen in Besitz der Mitgliederdaten und braucht nun mindestens 1000 Unterschriften, um eine außerordentliche Versammlung einzuberufen. Unterschriften von drei Prozent der Mitglieder sind nötig, um den Antrag auf Abwahl des Vorstandes auf die Tagesordnung zu bringen.

„Wir sind extrem optimistisch. Der Zuspruch der Fans und Mitglieder, der uns zuletzt erreicht hat, ist gigantisch“, sagte Prestin. Genaue Zahlen hatte der 67-Jährige aber nicht mitgebracht: „Einige Hundert in drei, vier Tagen“, habe man laut Prestin gesammelt: „Wir müssen die Menschen, die uns unterstützen, mobilisieren, zu der Versammlung zu kommen.“ Stefan Jung schätzt, dass sich „das Prozedere“ bis zur Einberufung der außerordentlichen Mitgliederversammlung acht bis zehn Wochen hinziehen konnte. Inhaltlich hatte das Team „FC-Zukunft“ bei der Vorstellung am Montag nicht allzu viel Neues zu bieten. „Wir bringen Sportkompetenz in den Vorstand, professionalisieren den Scouting-Bereich und arbeiten an innovativen Finanzkonzepten ohne Mitspracherecht der Geldgeber und Anteilsverkäufe“, sagte Jung. Auf die Frage, was konkret die Unterschiede im Konzept des Teams „FC-Zukunft“ zum immer wieder kritisierten Matchplan des FC-Vorstands seien, antwortete der 53-jährige Steuerwissenschaftler: „Dass wir es umsetzen.“

Einen alten Bekannten als Trumpf

Als Trümpfe im Machtkampf gegen den amtierenden Vorstand präsentierte die Opposition neben Sonja Fuss einen guten alten Bekannten des deutschen Fußballs. Als Peter Neururer um 11.06 Uhr den Konferenez-Raum „Rodenkirchen“ im Hotel Lindner an der Magnusstraße betrat, gab es ein kurzes Raunen unter den anwesenden Medienvertretern. Der langjährige Bundesliga-Trainer (u.a. Schalke, Hertha BSC, VfL Bochum) und Ex-FC-Coach (1995-97) bringt neben seiner Erfahrung und seinen in diversen Talkrunden nachzuverfolgenden Kenntnissen einen Promifaktor in das Team „FC-Zukunft“. „Ich bin von Kindesbeinen an der größte FC-Fan, den man sich vorstellen kann. Ich glaube, dass ich dem Verein mit meinen Kenntnissen und Netzwerken vor allem im Bereich Sport helfen kann. Ohne Sportkompetenz kann ich keine Entscheidungen treffen. Der FC braucht wieder Strukturen, ein klares Leitbild und ein Gesicht“, sagte Neururer. Welche Aufgaben genau der 69-Jährige übernehmen soll oder will, wurde nicht klar.