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Torwart bleibt auch im Abstiegskampf ganz cool: Timo Horn: Ruhepol als Rückhalt beim 1. FC Köln

Torwart bleibt auch im Abstiegskampf ganz cool : Timo Horn: Ruhepol als Rückhalt beim 1. FC Köln

Torwart Timo Horn ist eine wichtige Konstante im Kampf um den Klassenerhalt beim 1. FC Köln. Nach mehr als 300 Pflichtspielen kann ihn fast nichts mehr aus der Ruhe bringen.

Timo Horn strahlt Ruhe aus. Nicht nur auf dem Platz, auch abseits – im Gespräch mit den Medienvertretern wirkt der Keeper tiefenentspannt. Horn hat viel erlebt, spielt seit seiner Jugend für den FC, blickt auf eine beachtliche Summe an Pflichtspielen zurück. Mehr als 300 Mal stand der gebürtige Kölner zwischen den FC-Pfosten. Insofern kann ihm auch der aktuelle Abstiegskampf wenig anhaben.

Dabei ist die Situation angespannt. Der FC hat drei Zähler Vorsprung auf den Relegations- und vier auf einen direkten Abstiegsplatz. „Ich habe es vor der Saison nicht anders erwartet, als es jetzt eingetreten ist“, sagt Horn. „Natürlich hofft man immer auf ein bisschen mehr und dass man das Maximale herausholen kann. Ich wusste aber, dass es bis zum Ende ein harter Kampf wird.“

Horn kennt die Höhen und Tiefen des Geschäfts. Der Kölner Torhüter hat vom Spielen in der zweiten Liga bis hin zur Gruppenphase der Europa League in Köln alles erlebt. Er kennt den Abstiegskampf, er weiß, wie sich sportliche Niederlagen anfühlen. Noch zu Beginn der Spielzeit stand auch er persönlich in der Kritik. Horn hatte gegen Bielefeld gepatzt, die Diskussionen ließen nicht lange auf sich warten. Zumal der FC mit Ron-Robert Zieler einen erstklassigen Ersatzkeeper verpflichtet hat. „Wir trainieren im Team auf konstant hohem Niveau. Das tut uns allen gut. Das tut mir auch gut“, sagt Horn. „Auch wenn es mal schlecht gelaufen ist, ich glaube immer an mich, arbeite hart und weiß, dass auch die guten Zeiten zurückkommen.“

Aktuell ist seine Rolle im Tor wichtiger denn je. Das Motto der Kölner ist aktuell: Tore verhindern, nicht um jeden Preis schießen. Das liegt nicht nur an den taktischen Gedanken des Trainers. Viel mehr fehlt dem FC nach wie vor die Durchschlagskraft in der Offensive. Trotz mutigem Spiel gegen Bremen, offenbarte der FC genau an dieser Stelle eklatante Schwächen. „Einen Zielspieler, wie wir ihn in der vergangenen Saison mit Jhon Cordoba noch hatten, haben wir aktuell nicht“, sagt Horn. „Einen Spieler, der den Ball auch mal gegen zwei Verteidiger festmachen kann und ein, zwei Spieler im letzten Drittel bindet. Das fehlt uns ein bisschen und das müssen wir in dieser Saison anders kompensieren.“

Wieder ohne klassischen Strafraumstürmer

So auch am Samstag. Dann sind die Geißböcke zu Gast bei Union Berlin. Einen klassischen Strafraumstürmer wird FC-Trainer Markus Gisdol nicht aufbieten können. Sebastian Andersson trainierte zwar wieder mit der Mannschaft mit, ist aber noch kein Thema. Tolu Arokodare scheint von einem Startelf-Debüt weit entfernt. Und so muss Gisdol ein weiteres Mal im Angriff improvisieren. Voraussichtlich wieder mit Ondrej Duda als hängende Spitze, möglicherweise darf sich Emmanuel Dennis noch mal probieren. Viel hängt davon ab, ob Gisdol seine Mannschaft wieder mutig offensiv spielen lässt. „Union ist eine sehr körperbetonte Mannschaft, die versucht, über Zweikämpfe ins Spiel zu kommen. Sie sind bei Standardsituationen gefährlich“, sagt Horn. „Das wird eine große Herausforderung. Berlin steht ja auch unter Zugzwang, sie wollen um die europäischen Plätze mitspielen. Abwarten werden sie sicherlich nicht.“

Gut möglich also, dass die Kölner in der Alten Försterei wieder in ihr defensives Konstrukt fallen – Fünferkette und stabiles Mittelfeld. Dabei wäre gerade jetzt jeder Punkt wichtig. „Wir sind nicht in der Situation etwas herzuschenken“, sagt Horn gelassen, aber in dem Wissen, dass das Polster auf die Verfolger sehr dünn ist. „Natürlich rechnet man und schaut, was die anderen machen. Ich denke, dass wir aus den zehn Spielen noch sicherlich drei Siege und das ein oder andere Unentschieden holen müssen. Und dann glaube ich, dass wir am Ende auch über dem Strich stehen werden.“