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Torwart Timo Horn profitiert von den Veränderungen beim 1. FC Köln

Torhüter weiterhin hoch im Kurs : Timo Horn steht für den Kölner Aufschwung

Torhüter Timo Horn profitiert beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln von den zahlreichen Veränderungen im Sommer. Damit trägt er eine Mitverantwortung am Aufschwung des FC.

Selbst der Dauerregen hielt die Fans des 1. FC Köln am Dienstag nicht davon ab, bis zum Schluss auf ihre Nummer eins zu warten. Zusammengerückt standen die Anhänger am Rande des Trainingsplatzes am Geißbockheim und warteten auf ihr Autogramm. 

Kein Zweifel: Timo Horn steht nach neun Jahren im Kölner Tor weiter hoch im Kurs. Und dieser dürfte zuletzt sogar deutlich zugelegt haben. Denn Horn steht sinnbildlich für den Kölner Aufschwung. Das Eigengewächs hält 71 Prozent der Bälle, nur fünf Bundesliga-Torhüter sind vor dem achten Bundesliga-Spieltag besser. Gleichzeitig kommen 81 Prozent seiner Pässe an. 

 Der Torwart ist damit nicht nur wesentlich stärker ins Kölner Spiel integriert. Diese Werte unterstreichen auch seine Entwicklung. „Mein Spiel hat sich natürlich von Grund auf verändert“, meint Horn. „Dadurch, dass wir höher verteidigen, muss ich auch höher agieren und damit die Jungs unterstützen.“ Das Team rund um Trainer Steffen Baumgart hat dem Routinier neues Leben eingehaucht. Horn wirkt während der Einheiten extrem fokussiert, sein Umgang mit den Kollegen und Fans ist sehr entspannt. Es sind die Balance, die Horn zurzeit ausmacht, und das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wird. „Ich glaube, dass wir mutig agieren“, sagt Horn. „Das kann natürlich auch hier und da mal in die Hose gehen. Aber der Trainer ist keiner, der da draufhaut, sondern er fordert das immer wieder ein. Und das hat sich für mich auch einfach grundlegend verändert.“ 

 Mit Torwartrainer Uwe Gospodarek hat Horn im Sommer einen alten Bekannten zur Seite gestellt bekommen. Gemeinsame Zeiten bei der U21-Nationalmannschaft verbinden Kölns Nummer eins und den Neuen. Dieser half nun dabei, Horn nach stagnierenden Leistungen in den vergangenen Jahren in die Spur zu führen. „Ich sehe einen gewissen Rhythmus bei ihm, der anders ist als meine Vorstellung. Jetzt lernt er etwas Neues. Diese Entwicklung wollen wir sehen“, sagte Gospodarek im Sommer. Gospodarek weiß, wovon er spricht. In den vergangenen zwei Jahren arbeitete der 48-Jährige mit den Profi-Torhütern des VfB Stuttgart. Dort formte er Gregor Kobel, mittlerweile bei Borussia Dortmund unter Vertrag, zu einem der besten Keeper der Liga. Währenddessen dürfte Gospodarek mit Horns Entwicklung zufrieden sein. Schließlich scheint dieser stark von seinem neuen Umfeld zu profitieren. Gospodarek fordere einiges ein, so der FC-Rückhalt: „Viel Explosivität, viele Sprünge, Dinge, wo ich sicherlich auch noch viel Potenzial habe. Und das klappt sehr gut bis jetzt.“ 

 Nicht unentdeckt dürfte die Qualität aus der zweiten Reihe geblieben sein. Auch Marvin Schwäbe kam im Sommer zum FC und stellte sich dem Torwart-Zweikampf – vorerst als Verlierer. Horn hatte Kredit. Dass mit Schwäbe aber zu rechnen ist, zeigte der Neuzugang spätestens in der ersten Runde des DFB-Pokals. Gegen Jena hielt er zwei Elfmeter und krönte sich zum Cup-Helden. Am vergangenen Freitag kam der ehemalige U21-Nationalspieler im Test gegen Viktoria Köln zum Einsatz und fiel dort mit starken Paraden auf. Horn kann sich nicht ausruhen. „Marvin macht seine Sache herausragend. Er trainiert auf konstant hohem Niveau“, lobt Horn, der in Schwäbe jedoch keinen Konkurrenten sieht. „Ich würde es so beschreiben, dass wir im Torwartteam sehr gut zusammenarbeiten und uns gegenseitig pushen.“ Es ist der Gesamteindruck, der Aussagen wie diese ehrlich erscheinen lassen. Rund um das Geißbockheim ist zurzeit vieles im Gleichgewicht.