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Torwarttalent des 1. FC Köln: Jonas Urbig macht auf sich aufmerksam

Kölner Torwarttalent : Jonas Urbig könnte beim 1. FC Köln Timo Horn beerben

Jonas Urbig gilt als außerordentlich großes Torwarttalent und hat im Trainingslager des 1. FC Köln auf sich aufmerksam gemacht. Der 18-Jährige könnte eines Tages Timo Horn als Kölner Stammkeeper ablösen.

Drei Bäume stehen hinter dem hohen Fangnetz an der Südseite des Fußballplatzes des SV Aasen. Die Mannschaft des 1. FC Köln absolviert gerade im Rahmen des Trainingslagers in Donaueschingen verschiedene Übungseinheiten in kleineren Gruppen – allerdings auf der gegenüberliegenden Seite. Dennoch haben sich unter den Bäumen einige Rentner versammelt. Zum einen, weil es sich um einen der wenigen Schattenplätze handelt, zum anderen gibt es auch hier etwas zu sehen: Torwarttraining.

Uwe Gospodarek nimmt seine Schützlinge hart ran. Der neue Torwarttrainer feilt an der Explosivität seiner Keeper. Timo Horn und Marvin Schwäbe machen sich lang, hechten nach den Bällen. Und dann ist da noch „dieser Junge“, wie einer der Zaungäste sagt. „Der macht sein Ding. Das sage ich euch“, erklärt er allwissend.

Der Junge heißt Jonas Urbig, ist gerade einmal 18 Jahre alt und der Trainingslager-Einladung von FC-Trainer Steffen Baumgart gefolgt. Obwohl seine Heimat Euskirchen so schrecklich von der Flutkatastrophe gezeichnet wurde. „Man fragt sich schon, wie es der Familie geht“, sagt Urbig im Trainingslager-Morgenmagazin des FC. „Es war auch mit dem Internet und vom Strom her sehr schwierig zu Hause. Da ist man froh, wenn man was von der Familie hört.“ Das klappe mittlerweile besser, jetzt könne er wieder freier trainieren.

Interims-Sportdirektor Jörg Jakobs adelt Jonas Urbig

Das sieht man bei der Trainingseinheit auf dem Platz. „Was für eine enorme Sprungkraft“, sagt der ältere Mann bewundernd. Der Keeper fällt nicht nur den Rentnern positiv auf. Er gilt allgemein als großes Talent. Nein, als außerordentlich großes Talent. Nicht umsonst wurde er erst kürzlich von FC-Interims-Sportdirektor Jörg Jakobs geadelt. „Jonas Urbig als Kronprinz wollen wir fördern und für ihn ist perspektivisch der Kaderplatz im Profibereich angedacht“, sagte der Uni-Dozent. Urbig spielt seit vergangenem Sommer für die U19 der Geißböcke, absolvierte aber auch Länderspiele für die U17- und U18-Junioren-Nationalmannschaften.

Der Torhüter ist ein Multitalent, hat bereits das Abitur in der Tasche, spielt Klavier und ist mit der U15 des FC Deutscher Meister geworden. Das Torwart-Gen liegt offenbar in der Familie. Vater Kurt war Torwart, die Brüder Henri und Luis stehen ebenfalls zwischen den Pfosten.

1. FC Köln verlängert Vertrag mit Urbig bis 2024

In Köln plant man langfristig mit dem Keeper: Der Club hat den Vertrag mit dem 18-Jährigen in dieser Woche bis zum 30. Juni 2024 verlängert. Er soll sich einreihen in die Riege starker Torhüter wie Toni Schumacher oder Bodo Illgner und irgendwann dann auch mal Timo Horn beerben.

„Es ist wichtig, dass wir junge Talente an den Profikader heranführen. Jonas ist ein sehr guter Torwart, der auch im Trainingslager eine gute Leistung abgerufen hat“, sagt die aktuelle Nummer eins. „Ich kann auch nicht ewig spielen. Es ist gut, wenn der FC diese Torhüter-Tradition fortsetzen kann. Wenn Jonas das ist, dann würde mich das sehr freuen. Er ist ein guter Junge.“ Und das hat schon der Experte unter den drei Bäumen gesagt.