1. FC Köln Verletzungen stellen Sieg in den Schatten

Köln · Mit lobenden Worten kommentiert Peter Stöger das Debüt des 17-jährigen Nikolas Nartey. Doch der Sieg in Bergisch Gladbach wird von den Verletzungen von Bittencourt und Osako überschattet.

Es hätte ein richtig schöner Frühlingsabend werden können. Ein Spiel ohne Druck mit vielen Toren, eine prächtige Kulisse von 6000 Zuschauern in der Belkaw-Arena zu Bergisch Gladbach, zwei torhungrige Stürmer und das vielversprechende Debüt eines gerade einmal 17-Jährigen. Nachdem der 1. FC Köln das Freundschaftsspiel beim Mittelrheinligisten SV Bergisch Gladbach am Donnerstag mit 7:1 (5:0) gewonnen hatte, gab es eben aber auch diese Sorgenfalten.

Leonardo Bittencourt musste bei seinem Comeback-Versuch schon nach fünf Minuten das Feld angeschlagen wieder verlassen. Und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erreichte den FC die Kunde, dass sich auch Yuya Osako verletzt hatte. Der japanische und in dieser Saison so erfolgreiche Stürmer der Geißböcke wurde nach 83 Minuten des WM-Qualifikationsspiels (2:0 für Japan) wegen einer Knieverletzung ausgewechselt.

So etwas wie leichte Entwarnung gab es dann am Freitag im Fall Bittencourt. „Es liegt keine strukturelle Verletzung bei Leo vor“, erklärte FC-Pressesprecher Alex Jacob. Sprich: Die Vorsichtsmaßnahme den Offensivspieler sofort vom Platz zu nehmen war genau richtig. „Leo hört etwas mehr in seiner Körper rein. Er hatte das Gefühl, dass der Muskel zumacht, da wollten wir Null Risiko gehen“, sagte FC-Trainer Peter Stöger.

Bei Yuya Osako steht eine genaue Diagnose noch aus. Der Offensivspieler erhielt in einem Zweikampf einen Schlag gegen das Knie. Am Freitag flog er dann mit der japanischen Nationalmannschaft von den Emiraten zurück nach Tokio. Möglicherweise soll Osako schon am Wochenende vor dem zweiten WM-Qualifikationsspiel der Japaner am Dienstag gegen Thailand zu weiteren Untersuchungen und Behandlungen nach Köln zurückkehren. „Wir stimmen alles mit den Japanern ab“, sagte Alex Jacob.

Ansonsten gab es an diesem frühlingshaften Donnerstagabend reichlich Positives aus Sicht des FC. Sehrou Guirassy etwa sprühte vor Spielfreude und kam als vorderste Spitze seiner Aufgabe als Torjäger mit Vehemenz nach. In seinem ersten Spiel nach langer, langer Verletzungspause traf der junge Franzose in den ersten 24 Minuten gleich dreimal. Auch Simon Zoller traf dreimal ins Schwarze. „Das hat den beiden gut getan und stärkt ihr Selbstbewusstsein“, freute sich Peter Stöger.

Sehr zufrieden zeigte sich der Österreicher auch mit Nikolas Nartey. der erst vor einem Monat 17 Jahre alt gewordene Däne hatte in dieser Woche erstmals bei den FC-Profis mittrainiert und durfte in Bergisch Gladbach sein erstes Spiel im Geißbock-Trikot absolvieren. Der U17-Spieler kam im Januar vom FC Kopenhagen, konnte aber aufgrund der fehlenden FIFA-Spielberechtigung noch keine Partie für den FC-Nachwuchs absolvieren. In der Belkaw-Arena durfte er nun über die vollen 90 Minuten sein Können zeigen.

„Er hat sichtlich Spaß gehabt und es richtig gut gemacht“, lobte Peter Stöger. Auch seine verständliche Nervosität habe der Däne gut im Griff gehabt: „Es war zu Beginn für ihn wahrscheinlich aufregender als gegen Ende.“ Insgesamt zeigte sich der 50 Jahre alte Trainer aber sehr angetan vom ersten Auftritts des Talents auf der Sechserposition: „Er hat richtig gute Ansätze und ist auch körperlich schon sehr weit für sein Alter. Das hat einen reifen Eindruck gemacht und das hat Spaß gemacht.“

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