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Vorbereitung: Auftakt des 1. FC Köln liefert erst wenige Erkenntnisse

Erste Testspiele : Auftakt des 1. FC Köln liefert erst wenige Erkenntnisse

Seit vergangenem Montag arbeitet Steffen Baumgart auch aktiv mit seinem neuen Team. Nach den ersten Trainingseinheiten und Testspielen ist eine Handschrift des neuen Trainers zu erkennen, eine sehr dünne.

Fünf Trainingstage, zwei Testspiele mit viel Spielzeit für nahezu den gesamten Kader – die Eindrücke, die der 1. FC Köln in der ersten Woche unter Cheftrainer Steffen Baumgart vermittelte, sind noch von  sportlich überschaubarem Wert. Das Team muss fit werden, Abläufe einstudieren, das Baumgart-System erkennen, sich finden. Und: Steffen Baumgart muss ein Team finden. Dazu hat die erste Woche am Geißbockheim nicht ausreichen können. Zumal nach wie vor nicht klar ist, mit welchen Spielern der Kölner Trainer am ersten August-Wochenende in den DFB-Pokal gegen Carl Zeiss Jena startet. Sicher ist nur, der Kader wird noch ausgedünnt.

Konkret bereits auf einer Position: Ismail Jakobs wurde am Samstag für Gespräche freigestellt. Gespräche mit der AS Monaco. Der Transfer zu den Monegassen ist nur noch Formsache. Der gebürtige Kölner hatte seit Wochen mit einem Wechsel zur Mannschaft des EX-Bayern-Coach Niko Kovac geliebäugelt, am Sonntag trat Jakobs den Medizincheck bei AS an. Rund acht bis neun Millionen Euro soll der FC für den Flügelspieler erhalten – Balsam für die klammen Kölner Kassen. Weitere Transfers stehen weiterhin aus. Jakobs stand somit in den Testspielen gegen Fortuna Köln am Freitag sowie gegen den MSV Duisburg am Samstag nicht im Kader – zum Schutze des Spielers, wie der Verein mitteilte. 

FC-Trainer Baumgart sieht positive Ansätze

Nicht geschont wurde am Wochenende dagegen der Rest des Kaders, zumindest der gesunde. Nahezu der gesamte Spielerstand kam in den beiden Testspielen zum Einsatz, mit mäßigem Erfolg. Gegen den Regionalligisten Fortuna Köln setzte sich der FC nach Toren von Jan Thielmann (35.), Mark Uth (52.), Tim Lemperle (69.) und Dominick Drexler (83.) mit 4:0 durch, gegen den MSV Duisburg reichte es nur zu einem 1:1-Unentschieden. Anthony Modeste (63.) hatte für Köln getroffen, Moritz Stoppelkamp mit dem Schlusspfiff ausgeglichen. Zwar war der FC in beiden Spielen die spielbestimmende Mannschaft, bei den zahlreichen Rotationen und dem frühen Trainingsstand, lässt sich ein sportlicher Wert jedoch noch nicht ablesen.

Dafür die erste Handschrift des Trainers, wenn auch noch eine sehr dünne. „Wir haben viel von dem gesehen was wir uns vorstellen. Wir hatten in der ersten Halbzeit sieben, acht Ballgewinne, wir hatten in der zweiten Halbzeit gute Ballgewinne“, so Baumgart nach dem Spiel gegen die Fortuna. „Dass nicht alles von Anfang an umgesetzt wird, ist normal.“ Auch gegen Duisburg verbuchte der FC zahlreiche frühe Ballgewinne in der Offensive. Baumgart ärgerte nur der späte Ausgleich. „Es gab Positives und Negatives. Ich finde, die Jungs haben gut gearbeitet“, so der Trainer. „Wir hatten viele Situationen, die ich mir gewünscht habe. Die Jungs haben eine gute Laufbereitschaft und einen guten Einsatz gezeigt.“ Dem 49-Jährigen wird auch nicht die starke Halbzeit von Mark Uth am Freitag im Stadtderby entgangen sein. Uth erzielte einen Treffer, bereitete einen weiteren vor und belebte die Offensive. Auch Tim Lemperle und Marvin Obuz überzeugten.

Meiko Sponsel überzeugt beim 1. FC Köln

Und: Anthony Modeste. Der Franzose erzielte gegen den MSV die Führung, erarbeitete sich weitere Chancen und bereitete einen weiteren Treffer  - wenn auch unfreiwillig - für Obuz vor, der wegen Abseits jedoch nicht gegeben wurde. Modeste hatte zuletzt im Dezember 2020 im Pokal gegen Osnabrück für den FC getroffen. „Ich bin keiner, der die Tore zählt. Es geht darum, wie er gearbeitet hat. Das hat er schon besser als am Freitag. Er hatte mehr Aktionen“, sagte Baumgart.

Viele gute Aktionen hatte auch Meiko Sponsel. Der 19-jährige Rechtsverteidiger überzeugte gegen den MSV. Sponsel bereitete unter anderem das 1:0 vor. Gerade die rechte Abwehrseite ist seit Jahren eine Schwachstelle der Kölner. Kingsley Ehizibue und Benno Schmitz fielen in der Vorsaison durch schwankende Leistungen auf der Position auf. Sponsel spielt seit Ende letzten Jahres in der U21 des FC und hat sich dort einen Stammplatz erkämpft, gegen den MSV fiel er positiv schon mal auf. Nach fünf Trainingstagen und zwei Testspielen nicht mehr und nicht weniger.