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Ziemlich gute Freunde: Was FC-Trainer Steffen Baumgart und Dortmunds Coach Marco Rose verbindet

Ziemlich gute Freunde : Was FC-Trainer Steffen Baumgart und Dortmunds Coach Marco Rose verbindet

Für FC-Trainer Steffen Baumgart ist die Partie gegen Borussia Dortmund mit Coach Marco Rose eine besondere - die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft.

Der Draht glüht. Meistens. Diese Woche ist er vermutlich abgekühlt. „Rosi“ ruft wohl nicht an. Auch „Baumi“ lässt den Hörer vermutlich liegen. Seit 2015 verbindet BVB-Trainer Marco Rose und FC-Coach Steffen Baumgart eine Freundschaft. Damals schlossen sie gemeinsam den Lehrgang zum Lizenztrainer ab. Vor den Toren Bonns, in der Sportschule Hennef. Baumgart betonte mal, dass es zu einigen Trainern weiterhin Kontakt gebe, zu anderen nicht mehr. Zu „Rosi“, wie „Baumi“ den Kontrahenten liebevoll nennt, ist der Kontakt geblieben.

Als Rose im Februar dieses Jahres als künftiger BVB-Trainer offiziell bestätigt wurde, gab es natürlich auch eine Reaktion von Baumgart. „Ich hatte gehofft, dass Rosi in Gladbach bleibt, denn er hat dort einen sehr guten Job gemacht“, sagte der heutige Trainer des 1. FC Köln damals, nicht ahnend, dass er „Rosi“ den Verbleib beim Rivalen seines neuen Clubs wünschte. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich Rosi gratulieren soll. Es wird für ihn sicher eine sehr schwere, aber interessante Aufgabe.“

Steffen Baumgart und Marco Rose absolvierten beide den Lehrgang zum Lizenztrainer an der Sportschule Hennef

Besonders schwer will es Baumgart seinem Kontrahenten und Kumpel schon an diesem Samstag machen. Denn „Baumi“ tritt mit seinem FC bei Roses Borussia Dortmund (15.30 Uhr, Sky) an. Nach dem Punkt gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Sonntag und dem 2:0-Erfolg im DFB-Pokal über den VfB Stuttgart würden die Kölner die englische Woche am Samstag gerne vergolden – am liebsten mit drei Punkten.

Trotz aller Dortmunder Personalnot weiß Baumgart natürlich um die Stärke des Gegners. „Ich habe sie nicht umsonst ganz oben gesehen vor der Saison. Das bleibt auch dabei. Dortmund hat zwar ein paar personelle Probleme, ist aber trotzdem eine der besten Mannschaften in Deutschland“, sagt der 49-Jährige. „Wir wissen, was auf uns zukommt. Es geht für uns trotzdem darum, das Spiel zu gewinnen und eine gute Leistung zu zeigen.“

Ein Sieg gegen Dortmund? Wenn man nicht gerade Bayern München oder RB Leipzig heißt, ein schweres Unterfangen, würden Experten normalerweise wohl sagen. Normalerweise. Denn FC-Coach Baumgart hat in dieser Saison bewiesen, dass es in dieser Spielzeit beim FC eine Norm nicht wirklich gibt. Die Punkte gegen Leipzig, Leverkusen, die knappe Niederlage gegen die Bayern – die Kölner haben gezeigt, dass sie mit den Schwergewichten der Liga zumindest mithalten können.  Und natürlich gibt der Trainer die Marschroute vor. Eine obligatorische Marschroute, die eigentlich keiner Erwähnung mehr Bedarf. „Wir kennen die Qualität vom BVB“, sagt der Coach. „Wir werden versuchen, sie früh unter Druck zu setzen. Wir wollen verhindern, dass sie ihre Stärken auf den Platz bringen. Wir wollen unseren Fußball spielen und wieder eine hohe Intensität an den Tag legen.“

„Ob Haaland spielt oder nicht, Dortmund hat trotzdem spielerisch und individuell einen sehr guten Kader“

Dass der BVB in Dortmund zu schlagen ist, erfuhren etliche aktuelle Kölner Akteure in der vergangenen Spielzeit. 2:1 setzte sich Köln damals durch. Allerdings mit einer anderen Art Fußball. Ellyes Skhiri erzielte damals einen Doppelpack, Sava Cestic nahm bei seinem Debüt Erling Haaland aus der Partie. Am Samstag werden alle drei Spieler nicht mit von der Partie sein. Skhiri ist verletzt, Cestic spielt in Baumgarts Überlegungen keine Rolle. Auf der anderen Seite fällt Superstar Erling Haaland verletzt aus. „Ob Haaland spielt oder nicht, Dortmund hat trotzdem spielerisch und individuell einen sehr guten Kader. Für uns ändert sich durch seinen Ausfall wenig“, sagt Baumgart. „Auch ein Marco Reus oder Donyell Malen haben große Qualität. Wir gehen nicht davon aus, dass es leichter wird oder sich etwas verändert. Wir schauen aber nicht auf Dortmund, sondern auf uns.“

Auf den 1. FC Köln blickt Baumgarts Weggefährte Rose dann aber doch. „Wir bereiten uns auf einen guten Gegner vor, der aggressiv verteidigt, gut umschaltet und mutig spielt. Wir wissen, was auf uns zukommt und werden dagegen halten müssen“, sagt der Dortmunder Trainer, der dann im Nebensatz eine tiefe Verbundenheit zu seinem Kumpel erkennen lässt: „Wir müssen aber auch selber die Intensität hochhalten.“ Da ist es wieder. Das Kölner Mantra: Die Intensität. 

Dass die beiden Kontrahenten, die mitunter schon mal hitzig diskutieren können, aneinander geraten, ist unwahrscheinlich. Der Respekt voreinander ist groß. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir an einem Punkt im Spiel aneinandergeraten werden. Und wenn, dann geben wir uns nach dem Spiel die Hand und bleiben Freunde“, sagt Rose. Ab Samstagabend glüht vermutlich auch der Draht zwischen den beiden Freunden wieder.