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Mitgliederversammlung beim 1. FC Köln: Was wird aus Vizepräsident Toni Schumacher?

Mitgliederversammlung beim 1. FC Köln : Was wird aus Vizepräsident Toni Schumacher?

Toni Schumacher scheidet am Sonntag wohl aus dem Amt des Vizepräsidenten beim 1. FC Köln aus. Über sein Ende als Funktionär ist die Torwartlegende verbittert.

Toni Schumacher hat sich zuletzt rar gemacht. Das ist ungewöhnlich für den Rekordspieler des 1. FC Köln (422 Partien), der dem Club seines Herzens seit 2012 als Vizepräsident vorsteht. Hauptgrund für seine fehlende Präsenz dürfte ein Urlaub mit seiner Frau Jasmin in Australien sein. Wohlmöglich hält sich die Torwartlegende aber auch zurück, weil sein Abschied naht. Auf der Mitgliederversammlung am Sonntag (13 Uhr, Lanxess Arena) wählt der FC einen neuen Vorstand. Schumachers Dienste sind nicht mehr gefragt.

Nach dem mehr oder weniger auch von Schumacher und Markus Ritterbach erzwungenen Rücktritt von Präsident Werner Spinner im März 2019 hatte sich das Vizepräsidenten-Duo positioniert. Die Idee, dass Ritterbach Präsident werden könnte, hatte sich mit der SMS-Affäre gegen Spinner aber schnell von selbst erledigt. Ein dritter Mann musste also her, um eine Gegenkandidatur aufzubauen. Denn eines war bald Fakt: Die Findungskommission des FC-Mitgliederrates hatte sich für Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren als Kandidatenteam für das neue Präsidium entschieden.

Neue Tätigkeit als Markenbotschafter?

„Wir hatten nie wirklich eine Chance“, klagte Schumacher vergangene Woche in einem WDR-Podcast. „Wir wollten weitermachen, weil wir mit unserer Arbeit noch nicht am Ende waren und die von uns angestoßenen Projekte Erweiterung des Geißbockheims und Stadionausbau fortführen wollen.“ Es fand sich aber kein dritter Mann für das Amt des Präsidenten, nachdem Wolfgang Bosbach verzichtet hatte.

Als Schumacher und Ritterbach dann Ende Mai offiziell erklärt hatten, dass sie am 8. September nicht mehr kandieren, wurde darüber diskutiert, den Doublegewinner von 1978 als Markenbotschafter einzusetzen. „Man hat mir gesagt, das was ich mache, dürfe nicht verloren gehen. Es gab auch ein Gespräch mit Herrn Wolf, aber bisher kein Angebot“, sagte Schumacher Ende Juli der Rundschau. Wolf wiederum berichtet, dass er und der Vizepräsident so verblieben seien, dass Schumacher und seine Frau sich nach ihrem Urlaub melden und mitteilen, welche Aufgabe er künftig beim FC übernehmen möchte. „Wir haben nichts mehr von ihm gehört“, sagt der designierte Präsident Wolf.

Werner Spinner nicht bei Versammlung dabei

Wenn er, Sieger und Sauren mehr als 50 Prozent der anwesenden FC-Mitglieder hinter sich bringen, endet Schumachers und Ritterbachs siebenjährige Amtszeit am Sonntag. Während Werner Spinner nicht an der Versammlung teilnimmt, werden die beiden Vizes Bilanz ziehen. „Ich empfinde es schon als ungerecht, aufhören zu müssen“, erklärte Schumacher im WDR. Blumen gibt es aber wohl nicht. Nach Informationen dieser Zeitung hat sich Schumacher geweigert, ein Abschiedsgeschenk entgegenzunehmen. Ein Akt, der vor der Wahl des neuen Präsidiums hätte stattfinden sollen. Wohlmöglich hofft Schumacher, der immer wieder den großen Zuspruch für seine Person in Mitgliederkreisen hervorhebt, dass Wolf & Co nicht die erforderliche Mehrheit erhalten. Tritt nämlich dieser Fall ein, würde er Vizepräsident bleiben.