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Interview mit Jonas Hector: "Woanders wäre ich kein Nationalspieler"

Interview mit Jonas Hector : "Woanders wäre ich kein Nationalspieler"

So offensiv er zuweilen auf dem Platz agiert, so wenig drängt Jonas Hector in die Öffentlichkeit. Mit Joachim Schmidt sprach der Außenverteidiger des 1. FC Köln über sportliche und persönliche Dinge.

Herr Hector, das Trainingslager neigt sich dem Ende zu. Wie lautet Ihre Bilanz?
Jonas Hector: Wir haben viel und gut gearbeitet, vor allem im taktischen Bereich. Der Unterschied zum Vorjahr sind die Temperaturen, die es sehr schwer machen. Aber damit müssen wir halt leben.

Greifen die Automatismen in den einzelnen Mannschaftsteilen bereits?
Hector: Wir haben uns gut verstärkt. Auf dem Platz braucht es natürlich noch seine Zeit. Vor allem in der Abwehr müssen wir uns einspielen. Dafür haben wir ja die Vorbereitung.

Was kann der FC erreichen?
Hector: Wir müssen den Club weiter in der Bundesliga etablieren. Das sollte das Ziel der nächsten Jahre sein. Vielleicht schaffen wir diesmal die 40 Punkte etwas früher.

Schauen wir drei Jahre zurück. Da holte Sie der damalige Trainer Holger Stanislawski aus der Amateurmannschaft zu den Profis. Statt wie bisher ins zentrale Mittelfeld stellte er Sie auf die linke Außenverteidigerposition. Wie haben Sie das wahrgenommen?
Hector: Ich war einfach nur froh, dabei zu sein. Heute muss ich sagen, dass es eine gute Entscheidung für meine Karriere war. Auf jeder anderen Position hätte ich wohl nicht so viele Spiele gemacht und wäre kein Nationalspieler geworden.

Sie nehmen eine sehr anspruchsvolle Position ein.
Hector: Sie ist heute nicht einfach zu spielen. Man muss sowohl in der Abwehr gut stehen, damit nichts anbrennt, als auch nach vorne Akzente setzen. Der Gegenspieler sollte beschäftigt und die eigenen Offensivkräfte unterstützt werden. So gesehen, steckt man in zwei Rollen.

Mit Ihrem Konterfei wird auf Plakaten für die Testspiele hier geworben. Wie empfinden Sie das?
Hector: Ich bin ja jemand, der lieber nicht im Fokus steht. Man muss sich eben damit arrangieren und damit leben. Trotzdem ist es etwas Besonderes, eine Ehre und ein schönes Gefühl, Nationalspieler zu sein und den FC zu repräsentieren.

Wie steht's mit der Teilnahme an der Europameisterschaft im nächsten Jahr?
Hector: Damit beschäftige ich mich noch nicht. Zuerst muss ich mit dem FC erfolgreich sein. Ich muss Woche für Woche meine Leistung beweisen, um von Joachim Löw eingeladen zu werden.

War die Nationalmannschaft ein Kindheitstraum?
Hector: Ja, natürlich! Aber je älter ich wurde, desto weniger sah es danach aus, dass ich Profi werden würde. Dann kam der 1. FC Köln mit seinem Angebot, und ich habe zwei Jahre lang bei den Amateuren alles auf die eine Karte gesetzt - mit glücklicherweise gutem Ausgang.

Was wäre die berufliche Alternative gewesen?
Hector: Wahrscheinlich ein Studium in Richtung Sport.

Zur Person

Jonas Hector (25) stammt aus dem Saarland und spielte bis zum 20. Lebensjahr beim Oberligisten SV Auersmacher. 2010 wurden mehrere Bundesligisten auf ihn aufmerksam, aber Hector entschied sich für den 1. FC Köln. 2012 gab er sein Profi-Debüt in der 2. Liga und wurde sofort Stammspieler. Inzwischen absolvierte er 98 Profispiele für den FC. Am 14. November 2014 debütierte er in der Nationalelf und absolvierte seither fünf Länderspiele.

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Alles andere als eine spielerische Offenbarung war der 2:1-Testspielerfolg des 1. FC Köln am Freitagabend gegen den SC Cambuur. Zu den wenigen, die vor allem im Hinblick auf die besonders umkämpften Offensivplätze Boden gut machten, gehörte Bard Finne. "Er hat sich gegenüber der letzten Saison eindeutig verbessert", lobte Peter Stöger. So bereitete der zur Halbzeit eingewechselte Stürmer den Führungstreffer vor, den Cambuurs Abwehrchef Etienne Reijnen per Eigentor (50.) erzielte. In der 74. Minute gelang dem kleinen Norweger das 2:0 (74.) von der Strafraumgrenze aus. In der Schlussminute verkürzte Cambuur.

In der ersten Halbzeit, die sich vor gut 600 Zuschauern bei bis zu 40 Grad auf dem Platz und großer Schwüle ohne spielerische Höhepunkte dahin schleppte, war allein die Trinkpause erwähnenswert, die der Schiedsrichter den Akteuren gönnte.