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ATP-Turnier: Finalniederlage in München: Struff verpasst ersten Titel

ATP-Turnier : Finalniederlage in München: Struff verpasst ersten Titel

Nach dem Aus von Favorit Zverev steht der deutsche Tennisprofi Jan-Lennard Struff kurz vor dem Turniererfolg in München. In seinem ersten Finale auf der ATP-Tour spielt der Warsteiner mutig auf und kassiert nur ein Break - just dieses aber entscheidet die Partie.

Jan-Lennard Struff mühte sich bei seiner Premiere nach Kräften und spielte mutig auf - dieser Gegner aber war einfach zu stark.

Der deutsche Tennisprofi hat beim Sandplatzturnier von München das Finale gegen Nikolos Bassilaschwili verloren und seinen ersten Titel auf der ATP-Tour verpasst. Der Davis-Cup-Spieler aus Warstein unterlag dem humor- und schnörkellos auftretenden Georgier am Sonntag in einem Hochgeschwindigkeitsduell praktisch ohne längere Ballwechsel mit 4:6, 6:7 (5:7). Dennoch konnte Struff mit einem guten Gefühl noch am Sonntagabend zum Masters nach Madrid fliegen.

„Ich habe alles dagegen geworfen, was ich hatte. Aber ich kam nie in die Offensive, er war einfach zu gut“, sagte Struff im BR über seinen Trainingskumpel Bassilaschwili. „Er hat heute brutal serviert.“

Damit gab es bei den BMW Open 2021 keinen Einzel-Heimsieg, nachdem der topgesetzte Turnierfavorit Alexander Zverev im Viertelfinale am Freitag gescheitert war. Im Doppel holte sich Kevin Krawietz (Coburg) zusammen mit dem Niederländer Wesley Koolhof den Titel.

Zverev wollte seinem Landsmann Struff die Daumen drücken - aber es reichte nicht. BVB-Fan Struff brachte anders als Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Halbfinale den Rivalen kaum in Bedrängnis. „Wenn er dieses Level abruft, ist er schwer zu schlagen“, sagte Struff.

Seine einzige Breakchance des ganzen Spiels, das im ersten Durchgang wegen Regens für eine halbe Stunde unterbrochen wurde, konnte Struff im zweiten Satz nicht nutzen. Nach nur 85 Minuten verwandelte der einstige Weltranglisten-16. den zweiten Matchball. Struff schloss auch das 171. ATP-Turnier seiner Karriere ohne Titel ab, durfte sich aber immerhin mit der Rückkehr in die Top 40 der Welt trösten. „Es fühlt sich scheiße an, eine 4 vorne zu haben“, gab er zu.

Die Klasse von Bassilaschwili kannte Struff nur zu gut, die beiden haben oft zusammen trainiert. Im April in Cagliari setzte sich der Georgier im direkten Vergleich durch - und hatte in dieser Saison noch einen größeren Erfolg vorzuweisen: Auf dem Weg zum Turniersieg in Doha schaltete der Profi aus Tiflis sogar Roger Federer aus.

Auch in München war der Georgier nicht zu stoppen. Im ganzen Turnier gab er keinen Satz ab, am Samstag hatte er den an Nummer zwei gesetzten Norweger Casper Ruud deutlich mit 6:1, 6:2 geschlagen. Auch Struff brauchte beim 6:4, 6:1 gegen Alexander-Zverev-Bezwinger Ilja Iwaschka nur zwei Sätze - nach den zwei knüppelharten und schwer erkämpften Drei-Satz-Erfolgen zuvor konnte er etwas Kraft sparen.

Der Start gegen Bassilaschwili misslang dann ähnlich wie jener tags zuvor, Struff kassierte gleich zum Auftakt ein Break - es war das einzige und das entscheidende. Danach fing sich der Sauerländer und brachte seine Services souverän durch. Allerdings blieb sein Gegner makellos, brachte seine Schläge immer wieder druckvoll und platziert unter, ließ sich auch von einer Regen-Unterbrechung nicht verunsichern und sicherte sich nach 34 Minuten den ersten Satz.

Bassilaschwili zog sein schnörkelloses Spiel durch. Der Sportler, der aktuell ohne Trainer auf der Tour unterwegs ist, ließ sich gar nicht auf lange Ballwechsel ein, sondern punktete immer wieder durch platzierte Schläge und häufige Winner. Er ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als der Schiedsrichter gleich mehrmals Entscheidungen der Linienrichter zu seinen Ungunsten änderte.

Eine einzige Breakchance sprang für Struff heraus im ganzen Spiel - aber die konnte er im zweiten Satz beim Stand von 3:2 nicht nutzen. Im Tiebreak hatte dann Bassilaschwili das bessere Ende für sich. „Ich glaube, am Ende hat das Glück entschieden“, sagte der Georgier.

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