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Formel 1 auf dem Nürburgring: Rückkehr perfekt - Rennen im Oktober

Rennstrecke in der Eifel : Nürburgring rechnet mit Formel-1-Rennen ohne Zuschauer

Die Überraschung ist perfekt: Die Formel 1 fährt in diesem Jahr wieder auf dem Nürburgring. Der Geschäftsführer bestätigte zudem den Renntermin für den Großen Preis der Eifel.

Es ist perfekt: Die Formel 1 wird wieder auf dem Nürburgring fahren. „Wir können vermelden, dass die Formel 1 an den Nürburgring zurückkehrt“, bestätigt Mirko Markfort, Geschäftsführer der Nürburgring GmbH. Termin ist der 9. bis 11. Oktober. Markfort: „Das Rennen wird unter dem Titel Großer Preis der Eifel laufen.“ Das ist eine Premiere. In der Vergangenheit wurde an der Nürburg um den Großen Preis von Deutschland, Europa oder Luxemburg gefahren. Man hat sich von den Österreichern inspirieren lassen, wo vor Kurzem um den Großen Preis der Steiermark gefahren wurde. „Wir fanden es ganz charmant“, so Markfort, „die Region hervorzuheben, wo das Rennen stattfindet.“

Ein Deutschland-Grand-Prix kann es nicht werden, weil der Automobil-Club von Deutschland (AvD), der die Namensrechte besitzt, nicht  der sportliche Ausrichter sein wird. Die Wahl fiel auf den Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC), mit dem der Ring schon früher bei den Großen Preisen von Luxemburg und Europa zusammengearbeitet hatte.

Ob Zuschauer an die Strecke dürfen, ist offen. Markfort: „Das ist definitiv noch nicht absehbar. Das Rennen ist erst einmal ohne Fans geplant. Aber natürlich arbeiten wir daran, ähnlich wie die Deutsche Fußball-Liga in die Stadien Zuschauer an die Rennstrecke zu bringen. Aber das ist alles andere als garantiert. Die Basis ist ein Rennen ohne Publikum.“ Medienberichte darüber, es gebe schon Zusagen aus der Politik oder von Behörden für ein Rennen mit Zuschauern, seien falsch.

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Auf der wirtschaftlichen Seite zeigte sich Markfort zuversichtlich, Gewinn machen zu können. „Für uns ist wichtig, wir schreiben keine roten Zahlen mit der Formel 1, sondern schwarze“, sagt er. Eine Antrittsprämie, wie sonst üblich, gebe es nicht. Markfort: „Wir haben ein ganz anderes Konstrukt verhandelt.“ Derzeit könne keiner in der Welt die finanziellen Forderungen einer normalen Formel 1 erfüllen. Deshalb habe man andere Lösungen finden müssen. Es seien „sehr konstruktive Gespräche“ mit Chase Carey, Chef von Formel-1-Eigner Liberty, gewesen. Resultat sei ein „kreatives betriebswirtschaftliches Modell für beide Seiten“.

Die alleinigen Werbe- und Vermarktungsrechte hat aber Liberty. Die Streckenbetreiber müssen also eine weiße Rennstrecke anbieten, ihre eigenen Werbetafeln und -banner entweder entfernen oder abdecken. „Aber das kennen wir ja von der DTM“, merkt Markfort an.

Sebastian Vettel und Co. werden einen Kurs vorfinden, der auf dem modernsten Stand ist. „Unsere Strecke genügt der höchsten Auszeichnung des Weltverbandes: Grade one“, berichtet Markfort. Noch im Winter habe man Streckensicherheit, Kameras und Race-Control auf den neuesten Stand gebracht. „Eine Race-Control auf diesem Stand findet man,  glaube ich, im Moment nirgendwo auf der Welt“, so Markfort. „Die Strecke ist unser höchstes Gut, ob Grand-Prix-Kurs oder Nordschleife, sonst wäre es schwer, unser Geschäft zu machen. Da haben wir aus den schwierigen Jahren gelernt, als man vielleicht nur kosmetische Reparaturen gemacht hat, die einem dann irgendwann auf die Füße fallen.“ Instandhaltungen mit Nachhaltigkeit seien das Gebot.

Macht der Nürburgring seine Sache gut, steigen vielleicht auch die Chancen auf weitere Gastspiele der Königsklasse in den kommenden Jahren. Doch darüber macht sich Markfort erst einmal keine Gedanken. „Man soll zwar nie nie sagen, aber der Fokus liegt definitiv auf diesem Jahr. Man darf sich da keinen Illusionen hingeben, denn in diesem Jahr herrschen besondere Bedingungen“, sagt er.

Es sei generell schön für Deutschland, „dass hier ein Grand Prix stattfindet, auch für den deutschen Formel-1-Fan, wenn auch nur vor dem Fernseher, vielleicht an der Strecke“. Noch Anfang des Jahres hatten die deutschen Strecken im Rennkalender keine Rollen gespielt, erst die Not der Formel-1-Macher, Ersatz für die wegen der Corona-Pandemie abgesagten Rennen zu finden, brachte sie wieder ins Gespräch. Hockenheim sagte ab, dann schlug die Stunde des Nürburgrings.

Dort wartet auf die Organisatoren viel Arbeit. „Wir haben jetzt noch knapp drei Monate Zeit“, blickt Markfort voraus. „Der September ist mit zwei DTM-Rennen und dem 24-Stunden-Rennen schon voll, und dann kommt direkt dahinter die Formel 1. Das wird eine harte Zeit. Aber wir freuen uns darauf. Wir wollen eine gute Performance bieten.“

Der Nürburgring eröffnet den letzten Block von Europa-Rennen im von Corona durcheinandergewirbelten Kalender. Es folgen die Läufe in Portimao/Portugal (25. Oktober) sowie im italienischen Imola (1. November). Damit wären 13 Rennen terminiert. 15 WM-Läufe sind nötig, damit die Formel 1 bei den TV-Einnahmen keine Abstriche machen muss.