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Vor Auswärtsspiel in Bremen: Bayer-Elf bereitet sich auf den Bundesliga-Restart vor

Vor Auswärtsspiel in Bremen : Bayer-Elf bereitet sich auf den Bundesliga-Restart vor

Seit Donnerstag bereitet sich die Werkself aus Leverkusen im Teamtraining auf den Liganeustart vor. Vor dem Auswärtsspiel gegen Bremen schwankt die Stimmung zwischen Vorfreude und Ungewissheit.

Zehneinhalb ewig dauernde Wochen hat die Zwangspause gedauert, wenn Bayer 04 Leverkusen am übernächsten Montag wieder Fußball spielen darf. Das Auswärtsspiel bei Werder Bremen ist auf Montag (18. Mai, 20.30 Uhr) festgesetzt worden. Die Werkself wird den ersten Spieltag nach dem Neustart der Bundesliga abschließen. Es ist eine ziemlich groteske Situation: Genau an dem Mai-Wochenende, an dem der 34. Spieltag vorgesehen war, der Meister geehrt und die Europapokalplätze definitiv vergeben werden sollten, läuft die Bundesliga mit dem 26. Spieltag wieder an. Ohne Zuschauer werden die Geisterspiele, frei von den Emotionen des Publikums, garantiert auch am TV-Bildschirm eine fade Atmosphäre ausstrahlen. Das Bayer-Comeback in Bremen wird auf Dazn übertragen.

Am 12. März hatte das Team von Cheftrainer Peter Bosz beim 3:1 im Europa-League-Auswärtsspiel gegen Glasgow Rangers die bislang letzte Partie bestritten. Danach ging bei den Leverkusenern, wie bei allen Bundesligisten, die Schranke runter. Lange lief wegen der Kontaktbeschränkungen gar nichts mehr, dann wurde in Kleingruppen trainiert. Erst am Donnerstag nahmen die Bayer-Profis wieder das normale Training auf.

Dankbar und erleichtert fielen die Reaktionen aus, nachdem am Mittwoch die Politik grünes Licht für den Wiederbeginn der Liga gegeben hatte. „Es ist schon ein gutes Gefühl, wieder ein normales Mannschaftstraining absolvieren zu können. Und diese Einheiten sind wichtig, um in den notwendigen Wettkampfmodus zu kommen“, erklärte Abwehrspieler Jonathan Tah. Endlich habe die Mannschaft wieder ein „konkretes Ziel“, sagte der 24-Jährige. Nach dem Auftritt in Bremen folgt gleich ein zweites Auswärtsspiel in Mönchengladbach, ein sehr wichtiges Duell im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation.

Erst danach, mitten in der Woche (26. oder 27. Mai), kommt es zum ersten Geisterspiel in der Bayarena gegen den VfL Wolfsburg. Alle weiteren Spieltage werden in der vorgesehenen Reihenfolge bis zum 27. Juni ausgetragen. Und irgendwann soll auch das Pokal-Halbfinale stattfinden, in dem Leverkusen beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken antreten müsste. Aber weil zwischen der DFL und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Chemie nicht mehr stimmt, steht der Termin noch nicht fest.

Und was aus dem weiteren Verlauf der Europa League wird, in der Bayers Achtelfinal-Rückspiel gegen Glasgow noch offen ist, steht in den Sternen. „Jetzt liegt unser Fokus erstmal auf der Bundesliga und wahrscheinlich auch auf dem DFB-Pokal. Dann werden wir sehen, wie die Entscheidung bezüglich der internationalen Wettbewerbe aussieht. Sie werden mit Sicherheit nicht im Juni, sondern, wie es angedacht war, eher August fortgesetzt werden“, erklärte Sportdirektor Simon Rolfes.

Noch wichtiger als sonst wird bis zum Saisonende Bayer-Mannschaftsarzt Karl-Heinrich Dittmar. Er ist nun auch Pandemie-Beauftragter der Werkself und muss dafür sorgen, dass die Spieler die sehr anspruchsvollen Richtlinien umsetzen, die die DFL aufgestellt hat, um die Spielerlaubnis wieder zu bekommen.

Spieler müssen strikte Hygiene-Regeln einhalten

Kein Ablauf vor und nach den Spielen wird mehr so sein wie sonst, die Bayer-Profis müssen sich an strikte Hygiene-Vorschriften halten, werden laufend auf das Corona-Virus getestet und müssen vor dem ersten Spiel in ein „Quarantäne-Trainingslager“. Eine Woche werden sie kaserniert in einem Hotel, getrennt von den Familien, ähnlich wie in der Saisonvorbereitung, allerdings verschärft noch durch das Verbot von Außenkontakten.

Das Team wird förmlich im eigenen Saft schmoren. Eigentlich eine gute Gelegenheit, sich auf den Saisonendspurt und die Ziele einzustellen. Andererseits droht der Lagerkoller. Für die Spieler sowie das Trainer- und Betreuerteam könnte die Zeit zwischen den Spielen die größere Herausforderung werden als die zuschauerlosen Partien.