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Bonner Fan beim Länderspiel in Düsseldorf Statt der Stadionwurst gibt’s Äpfel und Salzbrezeln

1000 Zuschauer bei EM-Generalprobe : Bonner Fan erlebt Länderspiel hautnah in Düsseldorfer Stadion

Endlich mal wieder ein Fußballspiel sehen, dann gleich ein Länderspiel, dazu noch von einem Tribünenplatz in der vierten Reihe – Josef Effertz konnte sein Glück kaum fassen, als er das Ticket für den letzten EM-Test der deutschen Nationalmannschaft in Düsseldorf gegen Lettland in Händen hielt.

„Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass ich zuletzt in einem Stadion war“, erinnert sich der 59-Jährige, der sich selbst „eher als Basketball-Fan“ bezeichnet. Doch der Kickerei ist der Angestellte der Stadt Bonn ebenfalls durchaus zugetan, zumal „der Besuch einer Basketball-Partie seit Corona ja auch nicht mehr möglich war“.

Da kam es Effertz zupass, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Geste des Dankes für die geleistete Arbeit 150 der insgesamt 1000 Eintrittskarten für das Match in Düsseldorf an Mitarbeiter von Impfzentren verschenkte. Drei Tickets gingen an das Impfzentrum Bonn, in dem Effertz derzeit seinen Dienst versieht. „Wir haben diese Karten auf die Bereiche Ärzte, Apotheken und Verwaltung aufgeteilt. Mir kam zugute, dass in der Verwaltung, in der ich tätig bin, viele Frauen arbeiten, deren Interesse am Fußball eher gering ist“, berichtet Effertz. Als bekennender Sportfan kam er somit gleich in die engere Auswahl bei der Verlosung – und hatte Glück.

„Das war schon ein besonderes Erlebnis und hochinteressant, die Spieler mal ganz nah zu sehen“, erzählt der 59-Jährige, der in Kessenich wohnt. „Du konntest praktisch jedes Wort und jedes Kommando auf dem Platz super hören.“ In der ersten Halbzeit kam er in den Genuss, die linke Abwehrseite mit Antonio Rüdiger und Robin Gosens aus unmittelbarer Nähe verfolgen zu können; in Durchgang zwei waren es Leroy Sané und Joshua Kimmich, deren Spielkünste Effertz bis ins Detail genoss. „Nur von Joachim Löws Anweisungen habe ich nichts mitbekommen, weil ich auf der Gegentribüne saß“, erzählt Effertz.

Personalisierte Tickets sollten Missbrauch vermeiden

Dass die Corona-Schutzbestimmungen und die Abstandsregeln penibel eingehalten wurden, dafür hatte der DFB Sorge getragen. „Zwischen uns waren jeweils drei Sitze leer; die Tickets waren personalisiert, um Missbrauch zu vermeiden; bei der Einlasskontrolle mussten wir unsere Personalausweise vorzeigen“, schildert Effertz seine Eindrücke. „Außerdem mussten wir auch auf der Tribüne eine Maske tragen – außer beim Essen oder Trinken.“

Gerade Letzteres lieferte den einzigen Kritikpunkt des Bonners – wenngleich die Maßnahme bei allen Zuschauern auf Verständnis stieß. „Es wäre schon schön gewesen, mal wieder eine Stadionwurst zu genießen oder ein Bier zu trinken“, sagt Effertz. Doch es gab weder Wurst noch Bier. Essens- und Getränkestände blieben in Anbetracht der Tatsache, dass sonst die Abstandsregeln wohl kaum einzuhalten gewesen wären, geschlossen. Stattdessen erhielt jeder Besucher beim Einlass eine Art Lunchpaket. Inhalt: „Zwei 0,5-Liter-Flaschen Wasser, ein Salzbrezel, ein Apfel und ein Snack in Form von Gummibärchen oder Ähnlichem“, erzählt Effertz. Angesichts des überzeugenden Auftritts der DFB-Elf und des klaren 7:1-Sieges gegen die Letten trat die Verpflegung schließlich jedoch in den Hintergrund.