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Borussia Mönchengladbach: Embolo wieder wichtig: Zwei Tore, eine Vorlage

Borussia Mönchengladbach : Embolo wieder wichtig: Zwei Tore, eine Vorlage

In beiden Saisonspielen gegen Arminia Bielefeld war Breel Embolo Gladbachs Matchwinner. Dabei ist die gesamte Saison, die von einem Ereignis für ihn zweigeteilt wurde, schwierig für den Schweizer.

Seine Startelf-Chance hat Breel Embolo eindrucksvoll genutzt - sollte man meinen. Ob seine beiden Treffer und eine weitere Tor-Vorlage beim 5:0 (3:0) gegen Arminia Bielefeld seine Situation nachdrücklich verbessern, wird sich zeigen.

„Er hat es richtig gut gemacht, aber er muss weiter viel an sich arbeiten“, befand Gladbachs Trainer Marco Rose nach dem Kantersieg und der Gala-Vorstellung Embolos streng. „Es stimmt, Breel hat lange warten müssen“, sagte Rose weiter. Fast so, als wollte er dessen Status noch einmal betonen, bevor er den 24-Jährigen durchaus lobte.

Ziemlich genau zwei Monate hatte Embolo auf einen Startelf-Einsatz warten müssen. Und Embolo lieferte. Schon in der sechsten Minute eröffnete der Schweizer Angreifer den Torreigen gegen die schwache Arminia und legte später das 4:0 (69. Minute) und die Vorlage zu Alassane Pleas 5:0 (84.) nach. „Das tut ihm gut. Er hatte zuletzt keine einfachen Wochen“, merkte Abwehrchef Matthias Ginter an.

Tatsächlich ist die gesamte Saison schon nicht einfach für Embolo. Und dennoch ist diese Spielzeit zweigeteilt. Es gibt ein Davor und ein Danach. Vor dem Ereignis, das Embolos Saison teilt, galt der wuchtige Angreifer als personifizierter Chancenwucher der Borussia. Embolo ackerte in 16 von 24 Pflichtspieleinsätzen von Beginn an, er erspielte sich Chancen, schoss aber eine Fahrkarte nach der anderen. So auch am 2. Januar, als ihm schließlich doch der Siegtreffer zum 1:0 gelang. Borussias Gegner damals: Arminia Bielefeld.

Zwei Wochen später kam es zu jenem Ereignis, nach dem Embolo - zufällig oder nicht - nur noch viermal in 19 Spielen von Beginn an ran durfte. Nach einem 2:2 in der Liga beim VfB Stuttgart fuhr Embolo noch zu einer illegalen Party am Essener Baldeneysee, auf der 23 Personen ohne Wahrung von Abstandsregeln in der Coronavirus-Pandemie und ohne Masken gefeiert haben sollen. Jedenfalls ist dies die Darstellung der Polizei, die Embolo stets bestritt.

Er habe nur in einer angrenzenden Wohnung Basketball geschaut. Die Polizei bestätigte später, Embolo tatsächlich in einer Wohnung angetroffen zu haben. Dorthin - so ihre Vermutung - soll er getürmt sein, nachdem die Polizei auf dem Gelände ankam. Obwohl Embolo all dies immer bestritt, akzeptierte er vor rund zwei Wochen einen Bußgeldbescheid in Höhe von 8400 Euro wegen des Vorfalls. Laut einer Stadtsprecherin umfasste dieser auch den Verstoß, an besagter Party teilgenommen zu haben. Dagegen ging Embolo nicht mehr vor. „Warum Breel keinen Einspruch eingelegt hat und wofür er genau die Strafe bekommen hat, ist mir egal“, befand Gladbachs Sportchef Max Eberl.

Die Aktion selbst war ihm keinesfalls egal. Gut eine Woche nach dem Vorfall war Embolo vom Verein zu einer „hohen Geldstrafe“ verdonnert worden. Laut „Bild“-Zeitung lag diese bei rund 200 000 Euro, was nie bestätigt wurde. Der Club gab immer zu verstehen, Embolos Version, nicht an der der Party teilgenommen zu haben, zu glauben und wies öffentliche Forderungen nach einem Rausschmiss des Angreifers, der einen Marktwert von gut 15 Millionen Euro hat, zurück.

Embolos Vertrag in Gladbach läuft noch bis zum Sommer 2023. Zuletzt gab es Medienberichte über ein angebliches Interesse des AC Mailand. Möglicherweise wird im Sommer in Gladbach in der Causa Embolo noch einmal alles auf Null gestellt. Dann nämlich kommt in Adi Hütter ein neuer Trainer von Eintracht Frankfurt. Und der hat durchaus ein Faible für wuchtige, bullige Angreifer. Und alles andere wird dann endgültig Vergangenheit sein.

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