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Heimspiel gegen Stuttgart: Kevin Volland schießt Bayer Leverkusen zum Sieg

Heimspiel gegen Stuttgart : Kevin Volland schießt Bayer Leverkusen zum Sieg

Bayer Leverkusen hat in einem Heimspiel den VfB Stuttgart besiegt. Lange tun sich die Gastgeber schwer - dann trifft Kevin Volland doppelt.

Ein paar Kilometer den Rhein runter in nordöstlicher Richtung gab es am „Black Friday“ in Mönchengladbach Bescherung für Dieter Hecking. Borussia-Manager Max Eberl verkündete die vorzeitige Vertragsverlängerung mit seinem Trainer um ein Jahr bis Sommer 2020. Eine Nachricht, die sie auch bei Bayer 04 Leverkusen schon gerne vor dem 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga-Saison 2018/19 unter ihr Fan-Volk gebracht hätten. Der entscheidende Unterschied: Die Gladbacher sind Tabellenzweiter mit besten Aussichten, während die Werkself als 13. den Erwartungen und damit auch einer vorzeitigen Beschäftigungs-Garantie für Coach Heiko Herrlich meilenweit hinterherhinkt. Immerhin bleibt Herrlich in der Woche vor seinem 47. Geburtstag weiteres Ungemach erspart. Mit dem 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen Schlusslicht VfB Stuttgart entledigte sich Bayer am Freitagabend vor nur 24632 Zuschauern der Gefahr noch weiter abzurutschen und ging dank eines Doppelpacks von Kevin Volland den erhofften ersten Schritt in eine bessere Zukunft.

Herrlich hatte sich in seinem x-ten Schicksalsspiel der noch jungen Saison zu einschneidenden Änderungen in der Aufstellung entschieden. Mit dem zuletzt schmerzlich vermissten Karim Bellarabi konnte der Coach seinen aktuellen Unterschiedsspieler wieder aufbieten. Zudem trennte er sich von seinen beiden Außenverteidigern Mitchell Weiser und Wendell. Ein Duo, dass im bisherigen Saisonverlauf wenig Sicherheit in der Rückwärtsbewegung ausgestrahlt hatte. Der mit zwei Länderspieltoren gegen Spanien aufgepumpte Kroate Tin Jedvaj auf links und Kapitän Lars Bender auf rechts sollten der schon mit 24 Gegentoren belasteten Defensive mehr Stabilität verleihen. Dazu wollten auch die so lange verletzten Julian Baumgartlinger und Charles Aranguiz beitragen, die die Doppelsechs in Herrlichs 4-2-3-1-System besetzten.

Die Umstellungen fruchteten aber nicht wie gewünscht. Bayer bekam zwar die auf dem jüngsten 2:0-Erfolg in Nürnberg basierende Anfangseuphorie des VfB relativ gut in den Griff, dafür aber nicht das eigene Nervenkostüm. Der Druck der ungemütlichen sportlichen Lage war greifbar und äußerte sich in permanenter Verkrampfung. Daraus resultierten immer wieder Ballverluste, die den Schwaben die Möglichkeit gaben, sich zu ordnen. Trotzdem wäre eine Leverkusener Führung zur Pause verdient gewesen. Zunächst nahm Schiedsrichter Robert Schröder einen Elfmeter zurück, weil Stuttgarts Emiliano Insua den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand gespielt hatte. Gut, dass es den Videobeweis gibt. Darüber hinaus fehlte den Hausherren vor dem Tor der Killerinstinkt. Mit mehr Überzeugung hätten Kevin Volland (7./34.), Kai Havertz (12.) und vor allem Jedvaj (30.) auch treffen können. Weil die Gäste komplett harmlos agierten, gab es keine Tore und kaum Unterhaltungswert. Sechs Gelbe Karten in den ersten 45 Minuten sagten eigentlich alles über das Geschehen aus.

Bayer benötigte ja auch keine Gala, sondern nur einen Sieg – egal wie. Gewinnen fällt den Leverkusenern in dieser Saison aber schwer. Besonders in der BayArena, wo es erst einen Dreier gab. Es blieb auch diesmal ein zähes Unterfangen, obwohl die Werkself nach dem Wechsel das Tempo anzog. Nachdem Mario Gomez die VfB-Offensive mit einem 25-Meter-Schuss angemeldet (52.) und Aranguiz einen Freistoß knapp daneben gesetzt hatte (57.), war Kevin Volland dem ersten Treffer sehr nahe. Als Schlusspunkt eines starken Leverkusener Konters geriet der Stürmer nach Bellarabis Vorlage aber zu sehr in Rücklage und zielte aus fünf Metern zu hoch (60.). Nach drei Fehlversuchen mit dem Fuß nahm der Unglücksrabe beim nächsten Mal den Kopf. Nach einer schnell ausgeführten Ecke von Julian Brandt nutzte Kai Havertz die Unordnung in der VfB-Abwehr und fand Volland, der aus fünf Metern zum erlösenden 1:0 einnickte (76.). Sieben Minuten später klappte es auch mit Fuß. Mit links traf Volland aus 17 Metern zur verdienten Entscheidung. So hatten sich die Stuttgarter einmal mehr als dankbarer Gegner erwiesen. Gegen keinen Bundesligisten hat Bayer 04 nämlich häufiger gewonnen.

Leverkusen: Hradecky; L. Bender (78. Wendell), Tah, S. Bender, Jedvaj (66. Weiser); Baumgartlinger, Aranguiz (66. Alario); Bellarabi, Havertz, Brandt, Volland. – Stuttgart: Zieler; Beck, Pavard, Kempf, Insua; Aogo (81. Akolo); Maffeo (46. Thommy), Ascacibar, Gentner (81. Castro), Gonzalez; Gomez. – SR.: Schröder (Hannover). – Zuschauer: 24.632. – Tore: 1:0 Volland (76.), 2:0 Volland (83.). – Gelbe Karten: Jedvaj, S. Bender, L. Bender; Gentner, Maffeo, Kempf.