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Fußball-Bundesliga: Leverkusen gewinnt gegen Mönchengladbach

Fußball-Bundesliga : Leverkusen gewinnt gegen Mönchengladbach

Das wunderbare an Topspielen ist, dass sie halten können, was sie versprechen. Bayer 04 Leverkusen und Borussia Mönchengladbach sind zwei Kandidaten aus dieser Kategorie, die die Erwartungen für ein Spektakel im direkten Duell über Soll erfüllen.

Wie am Sonntagabend in der leeren BayArena beim 4:3 (2:2)-Erfolg der Gastgeber, die sich zum Abschluss des siebten Spieltags auf Platz vier schoben und im Kampf um die Champions League-Plätze einen Big Point gegen den direktesten Kontrahenten verbuchten.

Bayer-Coach Peter Bosz hatte durch acht Treffer in den beiden jüngsten Partien wieder so großen Gefallen am Offensivfußball gefunden, dass er gegen den Champions League-Starter auf maximales Risiko setzte. Ein Ansatz, der Spektakel garantiert, auf dem Niveau aber auch keinen Fehler verzeiht. Die Werkself stand hoch, verteidigte über das ganze Feld fast Mann gegen Mann. Eine Taktik, die den Willen nach Dominanz ausdrückte, bei Ballbesitz perfektes Passspiel erforderte und gegen den Ball extreme Laufarbeit und Zweikampfstärke.

Die Gastgeber kamen dominant in die Partie und verzeichneten gleich zwei Möglichkeiten durch Leon Bailey (2.) und Lucas Alario (13.). Der erste Fehlpass der Leverkusener legte aber sofort den Finger in die Wunde des Bosz-Systems. Als Julian Baumgartlinger im Zentrum den Ball hergab, schaltete Gladbach so schnell um, dass am Ende des Angriffs Bayer-Keeper Lukas Hradecky gegen Breel Embolo zu spät kam und Schiedsrichter Harm Osmers auf Strafstoß entscheiden musste. Lars Stindl blieb cool und die Gäste führten mit ihrem ersten Angriff (18.).

Bayer blieb aber mutig im Risiko. Nachdem Edmond Tapsoba ein Amiri-Weitschusstor ungültig machte, weil er im Abseits Gladbachs Torwart Yann Sommer irritierte (20.), glich Leverkusen nach einem Turbo-Konter aus. Moussa Diaby behielt im Höchsttempo die Übersicht und bediente Alario, der den Ball von links hoch ins rechte Eck schlenzte (27.).

Das Spiel gönnte sich keine Atempause, auch weil die Gladbacher registriert hatten, dass ihnen jeder Leverkusener Fehlpass die Möglichkeit auf einen Treffer eröffnete. Als Nadiem Amiri den lauernden Borussen in die Falle tappte und Florian Wirtz den Ball unglücklich zum im Abseits stehenden Stindl spitzelte, durfte der Gladbacher Kapitän seinen zweiten Treffer bejubeln (30.).

Der erneute Rückstand zählte Leverkusen an, und Rami Bensebaini hätte nach einem von Hradecky abgewehrten Thuram-Schuss erhöhen müssen, knallte den Nachschuss aber an die Latte (35.). Auch die Fohlen präsentierten sich also nicht fehlerfrei. Das nächste Beispiel nach Bensebaini lieferten Nico Elvedi und Yann Sommer, die nach einer eleganten Wirtz-Flanke Alario vier Meter vor dem Tor zum Kopfball und seinem dritten Doppelpack in Folge kommen ließen (41.). Es war das siebte Saisontor des Argentiniers. Nachdem Thuram an Hradecky gescheitert war (43.), beruhigte erst der Halbzeitpfiff diese turbulente Partie.

Die Ruhephase dauerte nach Wiederanpfiff 22 Minuten an, dann leistete sich Gladbach die nächste ausgelassene Großchance. Erst verhinderte Hradecky im Hechtsprung Stindls Dreierpack, den Nachschuss setzte der eingewechselte Hannes Wolf aus fünf Meter in den Nachthimmel (67.). Bayer bestrafte dieses Versäumnis umgehend. Der überragende, erst 17 Jahre alte Wirtz, schickte Diaby auf die Reise, der den quersprintenden Leon Bailey fand. Der Jamaikaner tunnelte Sommer zum 3:2 (68.).

Die Bosz-Elf spielte jetzt mit weniger Risiko und fehlerfrei. Julian Baumgartlinger sorgte mit dem 4:2 für die Vorentscheidung, als er eine tolle Kombination über Wirtz, Karim Bellarabi und Amiri abschloss (82.). Das 4:3 durch Valentino Lazaro kam für die Gladbacher zu spät (90.+4), war aber passender Schlusspunkts dieses Spektakels. Der Joker zauberte den Ball akrobatisch mit der Hacke ins Tor.