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DFB-Pokal: Leverkusen zieht nach Sieg über Frankfurt ins Achtelfinale ein

DFB-Pokal : Leverkusen zieht nach Sieg über Frankfurt ins Achtelfinale ein

Bayer 04 Leverkusen hat den DFB-Pokal genutzt, um sich aus seiner kleinen Krise in der Fußball-Bundesliga zu befreien. Nach drei sieglosen Spielen raffte sich die Werkself in ihrer Nachholpartie der zweiten Runde nach frühen Rückstand zu einem 4:1 (1:1)-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt auf.

Bosz versuchte seiner zuletzt mental etwas angeschlagenen Mannschaft durch drei Wechsel Frische zu geben. Lucas Alario, Wendell und Lars Bender kamen für Patrick Schick, Daley Sinkgraven und Aleksandar Dragovic in die Startformation. Der erhoffte Effekt stellte sich aber nicht ein, was in erster Linie an den Frankfurtern lag.

Die Eintracht war durch ihren 2:1-Heimsieg in der Bundesliga gegen Bayer vor zehn Tagen auf den Geschmack gekommen und hatte sich das richtige Werkzeug parat gelegt. Die Hessen attackierten die verunsicherten Leverkusener und ihren Ballbesitzfußball weit in deren Hälfte auf eine aggressive, fast eklige Art und Weise mit vollem Körpereinsatz in jeder Aktion. Die Taktik zahlte sich nach sechs Minuten aus.

Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schalteten die Gäste schnell um und Amin Younes erwischte die schläfrige Bayer-Abwehr im Zentrum nach einer Rechtsflanke von Daichi Kamada mit einem konsequenten Abschluss zum 0:1.

Die Leverkusener wackelten hinten bedenklich, weil ihrem Aufbau Pass- und Laufgeschwindigkeit fehlten. So kam Frankfurt gut in die Zweikämpfe, zu Balleroberungen und Umschaltaktionen. Das entsprach dem Plan von Trainer Adolf Hütter, der sichtlich Spaß am starken Auftritt seiner Elf hatte. In der 13. Minute hätte Andre Silva schon auf 0:2 stellen können. Der Torjäger ließ Jonathan Tah alt aussehen, scheiterte aber am herauseilenden Bayer-Keeper Luks Hrdaecky.

Bayer kam neben dem frühen Ausscheiden von Younes (32.) zugute, dass die Eintracht Räume öffnete, die Werder Bremen am Samstag beim faden 1:1 noch mit einer dichten Abwehrkette erfolgreich verrammelt hatte. Alario (10.) und Nadiem Amiri (12.) kamen so zu Möglichkeiten und die Heimelf zu dem Gefühl, dass nach vorne etwas gehen kann. Als Leon Bailey dann im Strafraum Erik Durms abgespreizten Ellbogen traf, musste Schiedsrichter Christian Dingert auf Handelfmeter entschieden. Alario verwandelte sicher (27.) und gab der Werkself etwas von der abhanden gekommenen Selbstsicherheit zurück. Wendell hätte per Fernschuss beinahe sogar noch vor der Pause die Führung erzielt (41.).

Das 2:1 fiel dann direkt nach dem Wechsel. Edmond Tapsoba köpfte eine weite Freistoßflanke von Kerem Demirbay ins lange Eck und profitierte bei seiner Tor-Premiere im Bayer-Trikot vom abwesenden Videobeweis, der im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz kommt. Der 21-jährige Innenverteidiger stand bei seinem Treffer nämlich im Abseits. Leverkusen hatte sich mit Kampf und Willen am eigenen Schopf aus einer schwierigen Lage befreit und die Verhältnisse bei der 1:2 Bundesliga-Pleite umgedreht. Da hatte Bayer früh mit 1:0 geführt und dann verloren. Damit keine Zweifel mehr am Achtelfinaleinzug des Vorjahresfinalisten aufkamen, verwertete Diaby eine tolle Amiri-Vorarbeit zum 3:1 (67.). Deshalb und weil Bayer aufopferungsvoll verteidigte fiel der Platzverweis gegen Jonathan Tah nicht ins Gewicht. Im Gegenteil: Diaby erhöhte in Unterzahl noch auf 4:1. Danach hatte es am Anfang wirklich gar nicht ausgesehen.

Im Achtelfinale wartet am 2./3. Februar das Auswärtsspiel bei Regionalliga-Tabellenführer Rot-Weiß Essen auf das Team von Trainer Peter Bosz.

Leverkusen: Hradecky; L. Bender (88. Jedvaj), Tah, Tapsoba, Wendell; Baumgartlinger; Demirbay, Amiri (81. Aranguiz), Bailey, Alario (75. Dragovic), Diaby.

Frankfurt: Trapp; Tuta (79. Chandler), Hinteregger, Ndicka; Durm (69. Kohr), Ilsanker, Rode, Younes (29. Zuber); Barkok (69. Touré), Kamada (69. Hrustic); Silva.

Tore: 0:1 Younes (6.), 1:1 Alario (27./Handelfmeter), 2:1 Tapsoba (49.), 3:1 Diaby (67.), 4:1 Diaby (87.).

Rote Karte: Tah (73./Notbremse).

Gelbe Karten: Tapsoba, L. Bender; Hinteregger.