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9. Spieltag: Müdes Bayer verpasst Aufstieg zum Bayern-Jäger

9. Spieltag : Müdes Bayer verpasst Aufstieg zum Bayern-Jäger

In einem zähen Spiel ohne Sieger hat Leverkusen die Chance auf Platz zwei verpasst. Mit dem 0:0 gegen Hertha BSC bleibt Bayer in der Fußball-Bundesliga trotz großer Personalprobleme aber ungeschlagen. Die Berliner freuen sich über einen Auswärtspunkt.

Peter Bosz nahm es mit Humor. „Nach 34 Spieltagen ist es mir lieber“, sagte der Trainer von Bayer Leverkusen nach der vergebenen Chance auf Platz zwei.

Erstmals seit fast drei Jahren hätte Bayer wieder Bayern-Jäger Nummer eins in der Fußball-Bundesliga werden können. Doch gegen Hertha BSC kam die personell arg gebeutelte Werkself am Sonntag nur zu einem müden 0:0.

Jonathan Tah kümmerte die verpasste Chance offenbar wenig. „Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, wie die Tabelle aussieht“, sagte der Nationalspieler: „Und sie sollte uns auch nicht so viel interessieren.“ Die überraschende 1:2-Heimniederlage von Borussia Dortmund am Samstag gegen den 1. FC Köln hatte nach fünf Siegen in Folge die plötzliche Chance eröffnet. Allerdings lief das Spiel am Sonntag unter äußerst ungünstigen Bedingungen. „Heute war einfach nicht mehr drin“, sagte Bosz.

Denn insgesamt musste der Niederländer neun prominente Profis ersetzen. Gleich drei von ihnen - Lucas Alario (Knieprobleme), Karim Bellarabi (Oberschenkelprobleme) und Nadiem Amiri (krank) - meldeten sich kurzfristig am Spieltag ab. „Es ist offensichtlich, dass wir personell mittlerweile auf der letzten Rille unterwegs sind“, sagte Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger.

Eine namhafte Startelf bekam Bayer zwar zustande, aber auf der Bank saßen nur vier Feldspieler, drei Kaderplätze blieben frei. „Ich kann den Jungs absolut keinen Vorwurf machen. Aber wir hatten heute keinen Stürmer mehr auf der Bank“, sagte Bosz und gewann dem Ganzen wenigstens etwas Positives ab: „In der der Vergangenheit hätten wir so ein Spiel verloren.“

Auch Sportdirektor Simon Rolfes nahm den Punkt zwischen zwei Europa-League-Spielen versöhnlich auf. „Wir konnten nicht mehr nachlegen. Das merkt man nach solch intensiven Wochen“, sagte er: „Die letzte Frische hat gefehlt. Aber ich kann mich an keine echte Torchance der Hertha erinnern.“ Die beste der Werkself gab es aber auch erst in der Nachspielzeit, als Kapitän Lars Bender nach einem Freistoß knapp vorbei köpfte.

Die Hertha steht eine Woche vor dem Derby mit dem aktuell enteilten Stadtrivalen 1. FC Union mit acht Punkten weiter im unteren Tabellen-Mittelfeld, bewies aber zumindest wieder ihre Auswärtsstärke. Sieben ihrer acht Punkte holte die „Alte Dame“ in der Fremde. „Es war sehr wichtig, mal wieder zu Null zu spielen. Nach vorne haben nicht unser bestes Spiel gemacht. Aber einen Punkt hier mitzunehmen, ist okay“, befand Sportdirektor Arne Friedrich.

Auch für Trainer Bruno Labbadia, der in Leverkusen 2008 den Sprung zum Bundesliga-Trainer geschafft hatte, aber nur ein Jahr bleiben durfte. „Wir haben gegen eine der formstärksten Mannschaften der Liga ein gerechtes Unentschieden geholt“, sagte er. Das Stadt-Derby werde „etwas Besonderes für die Spieler und das gesamte Umfeld. Und wir sind immer noch einer Phase, in der wir Stabilität brauchen. Deshalb hilft es, dass wir zu Null gespielt haben.“

Informationen zum Spiel bei bundesliga.de

© dpa-infocom, dpa:201129-99-508278/4