Experten-Rat So klappt es mit dem Tippspiel

Bonn · Mit dem Start der Bundesliga grassiert auch wieder das Tippspiel-Fieber. Doch wie werde ich eigentlich Tipp-König? Und gewinnt wirklich der Ahnungslose? Wir klären auf.

Wenn am Abend die Bundesliga in ihre 55. Saison startet, steigt nicht nur bei den Akteuren auf dem Rasen der Puls. Auch im heimischen Wohnzimmer nimmt die Nervosität spürbar zu. Und das nicht nur, wenn der Lieblingsverein gegen den Ball kickt. Das Tippspiel-Fieber geht wieder um. Millionen Deutsche setzen Woche für Woche auf die Bundesliga-Vereine, in der Hoffnung, sich am Ende der Saison Tipp-König nennen zu dürfen. Und das Geschäft brummt. Alleine die Internet-Plattform "Kicktipp" generiert in Spitzenzeiten rund 10.000 Seitenaufrufe pro Sekunde. Auch andere Anbieter stehen in den Startlöchern, nicht wenige bieten wertvolle Preise an.

Doch diese Abzugrasen stellt selbst die Experten vor einer Herkulesaufgabe. Vom eigenen Ergebnis gefrustet, entsteht nicht selten der Eindruck: Der Ahnungslose gewinnt immer! "Das ist falsch", sagt Professor Daniel Memmert, geschäftsführender Direktor des Instituts für Trainingswissenschaft und Sportinformatik an der Deutschen Sporthochschule in Köln. "Es gibt keinen Unterschied zwischen möglichen Experten und normalen Tippern. Die Experten glauben nur immer, dass sie besser tippen müssten und überschätzen sich dann oft."

Dabei ist der Weg zum Ziel Tipp-König gar nicht so weit. "Studien sagen, dass man möglichst ein 2:1 tippen sollte", verrät der Wissenschaftler. "Das ist übrigens anders als bei EM oder WM. Dort würde ich ein 1:0 bevorzugen." Natürlich gibt es aber auch weitere Faktoren. Die Sympathie für einen Verein, darf allerdings keine Rolle spielen. Um die richtige Tendenz einzuschätzen, kann man eher die Tabelle des Vorjahres zur Hand nehmen. " Generell kann man aber aus dem Bauch entscheiden, nicht zu lange warten", sagt Memmert.Selbst wenn der FC Bayern auf einen vermeintlichen Abstiegskandidaten trifft, bedeutet das nicht zwangsläufig, die Taktik zu wechseln. "Die Bayern haben ja auch schon mal gegen den Außenseiter verloren", so der Experte.

Doch das Tippen nach Strategie sieht der Wissenschaftler auch kritisch. "Spaß macht das so ja nicht unbedingt", sagt Memmert, der selbst an Tippspielen nicht mehr teilnimmt. Der Experte setzt eher auf interaktive Managerspiele.

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