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Deutscher Nachwuchs: Trotz Krise: Deutsche U21 will EM-Chance nutzen

Deutscher Nachwuchs : Trotz Krise: Deutsche U21 will EM-Chance nutzen

Mit einem Sieg gegen Bosnien-Herzegowina könnte die deutsche U21 einen großen Schritt zur EM machen. Die Probleme durch einen Corona-Fall und zahlreiche Verletzte will das Team hinter sich lassen. Ein Leistungsträger ist zurück.

Die Krise als Chance - diese Maxime gilt für Deutschlands Fußball-U21 gerade jetzt ganz besonders.

Von den Widrigkeiten um einen Corona-Fall im Team und reichlich Verletzungssorgen will sich die Auswahl von Nationaltrainer Stefan Kuntz auf dem schwierigen Weg zum EM-Ticket nicht stoppen lassen. Im Gegenteil. „Das ist genau der richtige Moment, um sich zu beweisen“, sagte der langjährige Bayern-Verteidiger Lars Lukas Mai selbstbewusst vor dem wegweisenden Duell mit Bosnien-Herzegowina. „Wir haben alle viel Lust mitgebracht“, bekräftigte Mittelfeldakteur Niklas Dorsch am Montag am Sky-Mikro, als es am Spielort in Fürth im Abschlusstraining um den Feinschliff ging.

Von der DFB-Spitze gab es schon vor der Partie in der EM-Qualifikation am Dienstag (18.15 Uhr/ProSieben Maxx) Lob für das bisherige Auftreten in der Corona-Krise. „Das war schlichtweg großartig. Das zeigt, dass aus der Mannschaft tatsächlich was wachsen kann, dass da was geht“, sagte Vizepräsident Ronny Zimmermann. „Es war nicht nur die Mannschaft, es war das Gesamtpaket U21, das hier ein völlig neues Level an den Tag gelegt hat.“ Nach dem positiven Test bei einem Spieler in der vergangenen Woche war die DFB-Elf mit einem Mini-Kader von nur 17 Profis zum Auswärtsspiel nach Moldau gereist - und hatte dort gegen einen limitierten Gegner 5:0 gewonnen.

Der Pflichtsieg in Chisinau war für die U21 nur der erste Schritt auf dem Weg zum EM-Ticket - das wichtigere Spiel steht noch bevor. Denn Bosnien-Herzegowina könnte den DFB-Junioren noch Rang zwei in der Gruppe streitig machen, über den als einer der fünf besten Gruppenzweiten der Sprung zur EM 2021 möglich ist. „Letztlich ist ein Sieg sowieso Pflicht, wenn wir uns für die Europameisterschaft qualifizieren wollen“, sagte Youngster Florian Wirtz. Der 17-Jährige löste am Freitag Julian Draxler als jüngsten U21-Spieler der DFB-Geschichte ab.

Rang zwei ist das Ziel, Platz eins in der Gruppe für die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz nur noch bei einem Patzer von Belgien, das beide Vergleiche mit Deutschland gewann, möglich. „Wir müssen unsere Aufgabe erledigen. Wenn wir das schaffen, bin ich ziemlich sicher, dass wir uns für die Endrunde qualifizieren“, sagte der Darmstädter Mai, der in Moldau ein starkes Debüt in der U21 hingelegt hatte. Bei einem Erfolg am Dienstag und einem weiteren Sieg im abschließenden Spiel im November gegen Wales hätte die DFB-Elf beste Chancen auf ein Ticket für die zweigeteilte Endrunde 2021 in Ungarn und Slowenien.

Personell ist die DFB-Auswahl weiter geschwächt, nachdem der positiv auf das Coronavirus getestete Spieler und seine direkten Kontakte abgereist waren. Am Wochenende kehrte zudem Ragnar Ache von Eintracht Frankfurt angeschlagen zu seinem Verein zurück. Wieder dabei ist dagegen am Dienstag der Neu-Wolfsburger Ridle Baku. Der Leistungsträger hatte in Moldau aus Vorsichtsgründen nach einem Corona-Fall in seinem Club noch gefehlt. Zurück ist auch der zuletzt rot-gesperrte Bielefelder Amos Pieper.

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© dpa-infocom, dpa:201012-99-914384/3