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Sportler-Gala: Annika Zeyen ist GA-Sportlerin-des-Jahres 2020

Sportler-Gala : Annika Zeyen ist GA-Sportlerin-des-Jahres 2020

Die Bonner Handbikerin Annika Zeyen hat die GA-Wahl zur Sportlerin des Jahres 2020 gewonnen. Die 34-Jährige setzte sich vor dem Badmintonspieler Max Weißkirchen und Hockeyspielerin Maria-Luisa Esser vom BTHV durch. Bei den Mannschaften gewannen die Volleyballerinnen der SSF Fortuna Bonn.

Es war ein besonders emotionaler Moment, als Annika Zeyen im Oktober 2019 das Mikrofon auf der GA-Sportlergala aus den Händen von Moderator und ZDF-Urgestein Wolf-Dieter Poschmann entgegennahm. Die Handbikerin hatte gerade den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Trotz eines gebrochenen Fußes gewann sie im niederländischen Emmen Gold. Den Weltmeistertitel. „Ich habe beim Rollstuhlbasketball alles gewonnen, paralympisches Gold, deutsche Meistertitel – nur mit dem WM-Titel hat es nie geklappt“, sagt Zeyen. „Umso schöner war der Titel 2019.“ Und doch, Zeyen war nicht aufgrund dieses Erfolges Teil der Sportlergala 2019. Sie hielt auf der Bühne die Laudatio für den erstmals gewählten Trainer des Jahres, ihren Trainer Alois Gmeiner. „Wir Sportler stehen bei einem WM-Gewinn ja immer im Fokus und die Trainer bekommen kaum Aufmerksamkeit“, sagt Zeyen. „Von daher habe ich mich mega gefreut.“

Ein gutes Jahr später ist die Freude ebenfalls groß und die Situation mindestens genauso besonders. Zeyen befindet sich auf keiner Bühne, hat auch kein Mikro bei sich – dafür aber einen weiteren Erfolg zu verzeichnen. Die 34-Jährige ist aufgrund ihrer WM-Goldmedaille von den GA-Lesern und der Jury zur Sportlerin des Jahres gewählt worden. „Es ist natürlich eine riesengroße Ehre, diese Wahl zu gewinnen. Ich freue mich sehr, dass mich so viele Leser gewählt haben“, sagt Zeyen. „Das Prozedere der Wahl war ja wie in den vergangenen Jahren, nur die Gala war dieses Mal anders. Insofern hat der Gewinn für mich den gleichen Stellenwert.“

Foto: GA/GA Grafik

Siegerehrung und Sportlergala 2020 in neuem Gewand

Tatsächlich lief die Wahl zur GA-Sportlerin des Jahres wie gewohnt. Monatlich konnten die Leser aus den von der Redaktion ausgewählten Kandidaten einen Sieger küren, dieser war automatisch für die Jahreswahl nominiert. Aus der coronabedingten geringeren Anzahl an Kandidaten wählten Leser und Jury ihren Jahressieger.

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Die Siegerehrung und die Sportlergala 2020 erschien dagegen im neuen Gewand – einem virtuellen. Aufgrund der Corona-Pandemie war an eine Präsenzveranstaltung, wie die Sportler und Vereine sie kennen und schätzen, nicht zu denken.

Verzichten wollten der General-Anzeiger und seine Kooperationspartner, die Sparkassen Köln/Bonn und die Kreissparkasse Köln, auf das Event aber auf keinen Fall. „Die Sportler der Region waren fleißig und engagiert, sie haben trotz der Einschränkungen an sich und ihren Leistungen gearbeitet. Das wollen wir zeigen und würdigen“, sagtr GA-Chefredakteur Helge Matthiesen. „Ohne Sport ist der Lockdown kaum auszuhalten: gut, dass es die Sportlerinnen und Sportler gibt, die uns vormachen, dass es weiter geht, und dass es sich lohnt, nicht aufzugeben.“ Es wurde also eine Corona-konforme Alternative gesucht und gefunden: Eine vorproduzierte Videokonferenz. Wie im Vorjahr von Wolf-Dieter Poschmann moderiert, mit allen Monatssiegern sowie den beiden Fußball-Torschützenkönigen der A-Kreisligen Sieg und Bonn, Julian Schicke von den Sportfreunden Ippendorf sowie Marcel Wiemer von den SF Troisdorf.

Corona beschäftigte Sportler das gesamte Jahr

Das Thema Corona beschäftigte die Sportler natürlich das gesamte Jahr. „Corona hat bei mir einiges über den Haufen geworfen. Auf die Paralympics 2020 in Tokio war für mich alles ausgerichtet – sowohl vom Training als auch im Privaten“, sagt Zeyen. „Das musste nun alles auf das kommende Jahr angepasst werden. Hoffentlich können die Paralympics 2021 stattfinden. Das Training muss etwas anders gestaltet werden. Aber ich habe das Beste aus dem Corona-Jahr gemacht.“ Nun also auch den Jahressieg bei der GA-Sportlerwahl. Zeyen setzte sich vor dem Badmintonspieler Max Weißkirchen sowie der Hockeyspielerin Maria-Luisa Esser vom BTHV durch. „Ich bin total happy über den zweiten Platz und bedanke mich bei allen, die für mich abgestimmt haben.“, sagte Weißkirchen. „Jetzt habe ich auf jeden Fall das Ziel, nächstes Jahr Erster zu werden.“

„Wir als Sparkasse Köln/Bonn fühlen uns in diesen doch besonderen Zeiten nicht nur verpflichtet, sondern es ist uns eine Freude, den Sportlern und Vereinen eine entsprechende Unterstützung zukommen zu lassen“, sagte Andreas Dartsch, Vorstandsmitglied der Sparkasse KölnBonn. „Wenn wir sehen, mit wie viel Leidenschaft gearbeitet wird, um Strukturen aufrecht zu erhalten, muss das aus unserer Sicht auch honoriert werden.“

Ähnlich äußerte sich auch Wolfgang Schmitz, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Köln. „Sport führt Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Sprachen und Altersklassen zusammen. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, den Sportlerinnen, den Sportlern und den Vereinen auch in Krisenzeiten beiseite zu stehen“, so Schmitz. „Leistungen müssen auch in diesen Zeiten anerkannt werden, so dass wir ein verlässlicher Partner sein wollen.“

Virtuelle Wahl hat ihre Vorteile

Die obligatorische Gala wäre natürlich eine angemessene Anerkennung für die Sportler gewesen, doch auch die virtuelle Wahl hat ihre Vorteile. Zum ersten Mal waren so alle Monatssieger zumindest virtuell anwesend. Selbst die in den USA lebende und über Weihnachten in Königswinter-Bockeroth weilende Konstanze Klosterhalfen war zugeschaltet. Die Mittelstreckenläuferin hatte bei der WM in Doha 2019 die Bronzemedaille über die 5000 Meter und später die GA-Wahl des Monats Oktober gewonnen, bei der Sportlerwahl landete „Koko“ auf dem fünften Rang, hinter dem Ruder-Duo Frederik Breuer und Paul Klapperich.

Durch die Stream-Übertragung war zudem zwangsläufig auch die Zuschauerzahl nicht begrenzt. „Meine ganze Familie hat geguckt“, sagt Zeyen. „Und sich eine Live-Schalte gewünscht.“ Die konnte es aufgrund der vorgefertigten Schalte natürlich nicht geben. Dennoch kam die Familie in den Genuss der Siegerin. Am Sonntagmittag postete Zeyen über ihre Social-Media-Kanäle die Botschaft über ihren Erfolg. Verbunden mit der Nachricht, dass es nur noch 205 Tage bis zu den Paralympics in Tokio seien. Da wolle sie dann sportlich ihre Ziele erreichen. Nach dem WM-Titel ist Edelmetall zumindest eine Option.

Spätestens dann dürfte es die nächste Monatsnominierung geben. Vielleicht verbunden mit dem Monatssieg und der Qualifikation für die Jahreswahl 2021.

So oder so – als Vorjahressiegerin ist auch die kommende Sportlergala für Annika Zeyen ein besonderer Moment. Natürlich vorausgesetzt, die Gala kann im kommenden Jahr wieder regulär stattfinden.