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Training vor Traumkulisse: Das G-A-Team testet Rugby

Training vor Traumkulisse : Das G-A-Team testet Rugby

Unter Wasser hat das G-A-Team Rugby schon ausprobiert, jetzt wagt sich Kathrin Nitschke an die klassische Variante auf dem Rasenspielfeld. Beim Rugby Club Bonn-Rhein-Sieg trainiert sie mit dem Damenteam „Painless Pandas“.

Einige Kollegen haben sich mit in Sorgenfalten gelegter Stirn von mir verabschiedet – denn heute werde ich mit der Damenmannschaft des Rugby Clubs Bonn-Rhein-Sieg trainieren. Schon der Mannschaftsname „Painless Pandas“ deutet an, dass ich nicht zimperlich sein sollte. Als ich an dem traumhaft am Rhein gelegenen Trainingsplatz in Plittersdorf ankomme, wirkt alles noch friedlich. Die Sonne scheint und meine Trainingspartnerinnen sind alle unversehrt und im Besitz eines vollständigen Gebisses, was meine Nerven doch ein wenig beruhigt.

„Du musst Dir keine Sorgen machen. Dir passiert heute schon nichts,“ begrüßt mich Marie Paradis, Jugendwartin des Vereins und Kapitänin der Mannschaft. Zusammen mit Annika „Anni“ Höcker ist sie seit sieben beziehungsweise fünf Jahren fester Bestandteil des Teams. „Rugby ist definitiv eine körperbetonte Sportart, aber so gewalttätig wie sie dargestellt wird, ist sie nicht“, sagt Höcker. Sie passt mir fachmännisch einen Zahnschutz an: „Selbst Kinder ab sechs Jahren spielen hier schon mit, und einsteigen kann man in den Sport eigentlich immer.“

Dann startet auch schon das Aufwärmprogramm unter Aufsicht der beiden Trainer Norbert Lipp und Henk Limpers, die kein Mitleid mit mir haben. „Das Aufwärmen ist bei so einem Sport natürlich enorm wichtig – schließlich geht es im Spiel richtig zur Sache“, so Limpers. Wir machen Liegestützen, sprinten, dehnen uns und simulieren ein Gedränge. Ich komme an meine Schmerzgrenze, als ich meine Schultern an die meiner Trainingspartnerin schlagen muss – vermutlich um meinen Körper zu desensibilisieren. Ich beherrsche den Trick nicht und gebe bei dieser Übung auf.

Passübungen und Tackeln stehen auf dem Trainingsprogramm

Zur Schulung der Hand-Auge-Koordination beginnen wir mit Passübungen. Beim Rugby passen die Spieler nur nach hinten – um angespielt werden zu können, sollte man sich deshalb etwas hinter den Teamkolleginnen aufhalten. An der Übung scheitere ich kläglich und muss wiederholt von den Coaches zurückgepfiffen werden.

Zur Strafe kommen wir direkt zum Tackeln, bei dem der Ballträger zu Boden gebracht wird. Ich soll die Kniekehlen meiner Gegnerin umfassen und sie dann mit einem Stoß meiner Schultern aus dem Gleichgewicht bringen. Obwohl meine Trainingspartnerin freundlicherweise ein bisschen beim Umfallen mithilft, ist die Landung hart. Ich habe Respekt für die Spielerinnen, die das Ganze mit vollem Körpereinsatz und hoher Geschwindigkeit machen. „Du musst tiefer angreifen, sowohl beim Tackeln als auch beim Wegschieben der Gegner“, korrigiert mich Lipp. „Das wirst Du gleich bei Deiner Challenge brauchen.“ Mir schwant Übles, denn schon jetzt ich bin ziemlich am Ende meiner Kräfte.

Zu allem Unglück steht vor der Challenge auch noch eine kleine Fitnesseinheit an. Die Spielerinnen müssen den halben Platz rauf und runter sprinten. Innerlich weinend schleppe ich mich zumindest im Schneckentempo hinterher und weiß schon jetzt – auf mich wartet der Muskelkater meines Lebens. Für die finale Abschlussprüfung hat man mir einen kleinen Parcours aufgebaut: Ein Ball muss vom Boden aufgenommen, auf direktem Weg durch zwei mit Polstern gesicherte Verteidiger transportiert und nach links zu einer Mitspielerin gepasst werden. Ein zweiter Ball wird von rechts zugespielt, und in die entgegengesetzte Richtung weiter gegeben. Im Anschluss wartet dann noch eine Schaumstoffrolle, die umgetackelt werden muss, um ihr einen weiteren Ball zu „entreißen“. Zum Schluss muss der Ball dann noch im Tor platziert werden.

Mit letzter Kraft und viel Gebrüll meistere die Aufgabe und habe es geschafft. Mit dem Schlachtruf der „Painless Pandas“ werde ich in den wohlverdienten Trainingsfeierabend entlassen.

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