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Wettkämpfe in Posen: Achter nimmt Kurs auf EM-Gold - Dämpfer für Zeidler

Wettkämpfe in Posen : Achter nimmt Kurs auf EM-Gold - Dämpfer für Zeidler

Nach langer durch die Corona-Pandemie verursachter Wettkampfpause sind die Ruderer in ihre einzige Saison-Regatta gestartet. Beim Sieg im EM-Vorlauf bewies der Achter, dass er kaum an Schlagkraft verloren hat. Doch nicht alle Athleten haben die Pause so gut verkraftet.

Erfolg im Achter, Dämpfer im Einer - für die Paradeboote des Deutschen Ruderverbandes hat die EM in Posen mit Licht und Schatten begonnen.

Am ersten Tag der einzigen internationalen Regatta in dieser durch die Corona-Pandemie überschatteten Saison nahm der Deutschland-Achter Kurs auf eine erfolgreiche Titelverteidigung. Die Crew um Schlagmann Hannes Ocik bot beim ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor Rumänen und dem WM-Zweiten Niederlande eine überzeugende Vorstellung.

„Es hat Bock gemacht, mal wieder ein Rennen zu fahren. Der Auftritt motiviert für Sonntag“, kommentierte der Schweriner Ocik den Start-Ziel-Sieg auf dem Malta-See, der dem Welt- und Europameister vom Stützpunkt aus Dortmund die beste Bahn für das Finale bescherte. Weil in Posen nur fünf Achter-Boote gemeldet waren, wurde der Vorlauf zu einem - in solchen Fall üblichen - sogenannten Bahnverteilungsrennen. Auch Trainer Uwe Bender war erleichtert: „Unterm Strich war das ein ordentliches Ergebnis. Wir haben bis zur 1000-Meter-Marke einen guten Vorsprung herausgefahren. Aber auf der zweiten Streckenhälfte ist noch Luft nach oben.“

Anders als der Achter wurde Zeidler seiner Rolle als Mitfavorit nicht gerecht. Bei kniffligen Bedingungen mit starkem Schiebewind und unruhigem Wasser erwies sich Amos Keijser als stärker. Gekonnt wehrte der Niederländer alle Angriffe des 24 Jahre alten Welt- und Europameisters aus Ingolstadt ab. Am Ende seiner erfolglosen Versuche drosselte der demoralisierte Zeidler bewusst das Tempo und kam deshalb fast fünf Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel. Damit wollte er Kraft für die unerwartete Zusatzbelastung am Nachmittag im Hoffnungslauf sparen.

Das machte sich am Ende bezahlt. Leicht und locker gewann Zeidler wenige Stunde später sein zweites Rennen des Tages und zog über Umwege doch noch in das Halbfinale am Samstag ein.

Für die größte positive Überraschung aus DRV-Sicht sorgte Pia Greiten. Bei ihrem Vorlaufsieg ließ die 23 Jahre alte Ruderin aus Osnabrück sogar Skiff-Weltmeisterin Sanita Puspure (Irland) hinter sich. „Das war mein erstes richtiges Rennen im Einer. Da kann ich insgesamt zufrieden sein“, kommentierte sie ihren Coup. Mit Prognosen für den weiteren Regattaverlauf hielt sich Greiten zurück: „Ich habe mir kein Ziel gesetzt. Wofür es am Ende reicht, wissen wir nicht.“

Weitere deutsche Erfolge in den 14 olympischen Bootsklassen gab es für den Vierer ohne Steuermann, den leichten Männer-Doppelzweier und den Frauen-Doppelvierer.

Deutscher EM-Kader

Regattainfos

© dpa-infocom, dpa:201008-99-871776/6

(dpa)