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Starcraft 2 ESL Pro Tour: ESL-Funktionär Apollo: Starcraft ist beeindruckend beständig

Starcraft 2 ESL Pro Tour : ESL-Funktionär Apollo: Starcraft ist beeindruckend beständig

Im Mai startet die zweite ESL Pro Tour in Starcraft 2. Der ehemalige Caster und jetzt ESL-Funktionär Apollo schaut auf die erste Saison zurück und sagt, was den E-Sport-Opa vor allem auszeichnet.

Shaun „Apollo“ Clark ist seit vergangenem Jahr für die ESL Pro Tour verantwortlich. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur spricht der Brite über die Herausforderungen der Corona-Pandemie, die kommende ESL Pro Tour und die Zusammenarbeit mit Starcraft-2-Entwickler Blizzard.

Frage: Ist die ESL zufrieden mit der Entwicklung von Starcraft 2?

Antwort: Wenn wir uns die Entwicklung der letzten zehn Jahre anschauen, dann war Starcraft 2 immer konstant auf allen Ebenen. Und das ist für ein Videospiel sehr beeindruckend. Die breite Masse an Spielen auf dem Markt kommt und geht. Wenn ein Spiel gerade im Trend ist, zum Beispiel weil ein Streamer das gerade hyped, dann wollen das plötzlich alle spielen, ein paar Monate ist kaum noch jemand dabei. Den Charme von Starcraft 2 macht die Beständigkeit aus.

Frage: Die erste Saison der EPT musste aufgrund der Corona-Pandemie online ausgetragen werden. Kann das such ein Zukunftsmodell sein?

Antwort: Als die Pandemie angefangen hat, haben wir, wie alle anderen, auf ein Online-Modell umgestellt. Dadurch konnten wir die Spieltage ausweiten, weil die Kosten etwa für die Infrastruktur der Event-Locations weggefallen sind. Mehr Spieltage sind für Spieler und Fans natürlich auch eine positive Sache - in der Zukunft könnte ein Hybrid-Modell ein großer Erfolg werden. Turniere und Ligen mit Zuschauern vor Ort sind aber auf jeden Fall wieder angedacht.

Frage: Andere E-Sport-Titel planen Studio-Events in Regionen, in denen die Corona-Pandemie schon eingedämmt ist, etwa in China. Ist das eine Option für die EPT?

Antwort: Solche Überlegungen bringen einige Herausforderungen mit sich. Nachhaltigkeit ist wichtig für das EPT-Programm. Wenn du alles Geld der Welt zu Verfügung hast, dann kannst du alles irgendwie an jedem Ort der Welt organisieren; so wie der europäische Fußball Wege findet, Spiele austragen zu können. Da wird ein enormer Aufwand und viel Geld investiert, damit alle bei den Spielen sicher sind, durch sehr eng getaktete Testungen zum Beispiel. Wenn wir von Nachhaltigkeit und schlauen Entscheidungen für die EPT sprechen, dann ist das für uns sehr viel schwieriger zu organisieren.

Das ist der erste Punkt: Natürlich kann man immer Geld auf ein Problem werfen, um das zu lösen, aber das wäre auf lange Sicht nicht gut für uns. Zweitens funktioniert die ESL am besten, wo wir auch tatsächlich ansässig sind. Dort haben wir die Infrastruktur, die Menschen, die Verbindungen. Drittens ist es gar nicht so einfach, Mitarbeitende und Spieler in bestimmten Regionen zu bekommen. Da hängt viel von den örtlichen Bestimmungen ab und das liegt dann nicht mehr in unserer Hand.

Frage: Die ESL ist mit Blizzard eine dreijährige Kooperation eingegangen. Gibt es schon Pläne, wie es danach weitergeht?

Antwort: Es ist kein Geheimnis, dass unsere Kooperation mit Blizzard zunächst ein finales Ziel hat - Katowice 2023. Danach werden wir schauen, wie ein Konzept für die EPT aussehen würde und inwieweit sich beide Parteien weiter einbringen. Unser momentanes Ziel ist die Fortsetzung der erfolgreichen SC2-Historie - und wir arbeiten mit Blizzard daran, dieses wertvolle Vermächtnis weiter zu entwickeln.

Zur Person: Shaun „Apollo“ Clark (31) begann seine Karriere als E-Sport-Profi, unter anderem in Command&Conquer, Starcraft: Brood War und Starcraft 2. Schon früh wechselte er allerdings ans Kommentatoren-Pult und arbeitet heute für die ESL, wo er für die ESL Pro Tour verantwortlich ist. Apollo lebt in Köln.

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