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Turnier in London: Grinch, Gaga und Neun-Darter: So lief die Geister-WM

Turnier in London : Grinch, Gaga und Neun-Darter: So lief die Geister-WM

Eine Sensation aus dem Saarland und ein grün-verkleideter Weltmeister als Weihnachtsdieb: Die Darts-WM bot auch ohne Publikum wieder eine große Show. Der langjährige Primus wird vorgeführt wie lange nicht.

Am Anfang durften bei der Darts-WM noch 1000 Fans kommen, die den kunterbunten Peter Wright als „Grinch“ feierten.

Dann wurde das Publikum coronabedingt ganz ausgeschlossen - es folgten ein Ausreisestopp über Weihnachten, ein begeisternder Lauf des besten deutschen Profis und das erste perfekte Spiel seit knapp fünf Jahren. Was klingt wie eine Jahresbilanz, hat sich im menschenleeren Alexandra Palace in knapp drei Wochen zugetragen. Ein Rückblick:

„GRINCH“ ELEKTRISIERT DAS PUBLIKUM

Partyzustände in Zeiten von Corona? Was Fans und Verantwortliche am ersten WM-Abend erfreute, blieb ein später nicht mehr erreichtes Highlight. Der Auftaktabend war der einzige, an dem 1000 Zuschauer zugelassen wurden - und sie wurden bestens unterhalten: Der stets mit bunten Outfits und noch bunteren Haaren spielende Weltmeister Wright kam in einem kreativen „Grinch“-Outfit auf die Bühne. Die Menge tobte, wie sie gemäß der Corona-Regeln gar nicht toben sollte. Der 3:1-Sieg über Steve West geriet angesichts der famosen Bühnenshow von „Snakebite“ Wright zur Nebensache.

SAARLAND, SENSATION, SPEKTAKEL

Der Saarländer Gabriel Clemens begeisterte bei der WM so, dass selbst sein Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gratulierte. Der Mechaniker mit dem Spitznamen „Gaga“ zog als erster Deutscher in der WM-Geschichte ins Achtelfinale ein und sorgte beim packenden Sieg über Titelverteidiger Wright für den bisher größten deutschen Darts-Erfolg. Trotz seines eher nüchternen Auftretens sahen im Achtelfinale über zwei Millionen Interessierte bei Sport1 zu. Sein Telefon stehe nicht mehr still, berichtete Clemens, der das spannendste WM-Match gegen den Polen Krzysztof Ratajski verlor.

DAS PERFEKTE SPIEL

Der Neun-Darter von James Wade ist das Symbol für das überragende sportliche Niveau, das die Darts-WM 2021 brachte. „The Machine“ gelang beim wichtigsten Turnier des Jahres der erste Neun-Darter seit Januar 2016, er schied im gleichen Match trotzdem aus. Beim perfekten Spiel wirft ein Profi mit neun Pfeilen von 501 auf 0. Neben dem besonderen Moment von Wade weckten vor allem die Darts-Krimis von Clemens (4:3 gegen Wright und 3:4 gegen Ratajski) das Interesse der Deutschen. Sportlich war der 4:3-Sieg von Michael van Gerwen gegen den Engländer Joe Cullen das Highlight der WM.

CORONA-WIRREN VOR WEIHNACHTEN

Gerade einmal eine Woche, nachdem der Turnierstart mit Fans über die Bühne ging, herrschte in London Chaos. Eine in Großbritannien entdeckte Corona-Mutation ließ zahlreiche Profis auf der Insel festsitzen. Alle Festland-Europäer, die sich noch im Turnier befanden, mussten Weihnachten in London verbringen. Statt Bescherung mit den eigenen Kindern in der Heimat gab es Dinner mit den Kollegen im Spielerhotel.

KLATSCHE FÜR DEN BESTEN

In seinen sieben Jahren als Nummer eins der Welt ist van Gerwen selten so abgefertigt worden wie am Neujahrstag. Das klare 0:5 gegen Englands Dave Chisnall traf „Mighty Mike“ wie eine Ohrfeige. „Ich bin komplett am Boden zerstört“, sagte van Gerwen. Er könne sich „nur selbst die Schuld geben“ und sei „bitter enttäuscht“. Letztmals ohne eigenen Satzgewinn bei der WM verloren hatte van Gerwen Ende 2008, als er gerade einmal 19 Jahre jung war. Für den Niederländer war es der triste Schlusspunkt eines enttäuschenden Jahres 2020.

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