1. Sport
  2. Mehr Sport

Letztes Heimspiel der Saison: Kölner Haie feiern spektakulären Sieg gegen Berlin

Letztes Heimspiel der Saison : Kölner Haie feiern spektakulären Sieg gegen Berlin

Für den früheren Berliner Trainer Uwe Krupp war es im vierten Spiel als Haie-Coach der vierte Sieg. Gegen die Eisbären Berlin gab es im letzten Heimspiel der Saison einen sehenswerten Erfolg.

Die Szenerie hatte etwas grotesk Komisches. Die 16.137 Zuschauer in der LanxessArena feierten die Kölner Haie nach dem spektakulären 5:3 (2:0, 0:0, 3:3)-Erfolg gegen die Eisbären Berlin mit dem „Trömmelchen“ und den scheidenden Torwart Gustaf Wesslau mit Sprechchören. Eine Mannschaft, die ihren Fans in der Deutschen Eishockey Liga 17 Niederlagen in Folge und eine Saison ohne Playoffs serviert hat. Es ist eine Schande, dass die Sommerpause für dieses Team nach der letzten Hauptrundenpartie am Sonntag in Augsburg beginnt. Der vierte Sieg im vierten Spiel unter Trainer Uwe Krupp hat einmal mehr bewiesen, dass mehr drin gewesen wäre als Enttäuschung und Platz elf .

Die Schuld, die die Haie in der Spielzeit 2019/20 gegenüber ihren Fans, dem Verein und der Stadt eingegangen sind, war zu groß, um sie tilgen zu können. Trotzdem waren die KEC-Profis aufgefordert ihren Anhängern einen Abend lang etwas zurückzugeben. Immerhin waren trotz der missratenen Saison so viele Zuschauer in die LanxessArena gekommen wie nie zuvor. 346.646 in 26 Spielen bedeuten bei einem Durchschnitt von 13.333 pro Partie neuen Clubrekord.

Zusätzliche Motivation brachte Uwe Krupp in die Partie, denn es ging gegen den Club, den er nach seiner Entlassung in Köln zwischen 2014 und 2018 trainiert hatte. Und die Gastgeber hatten Lust. Kämpferisch und läuferisch demonstrierten die Haie, dass Playoff-Potenzial in ihnen steckt. Nach dem frühen 1:0 von Zach Sill (3.) bot das 2:0 Anschauungsunterricht für die erwachten Stärken der Kölner. Sill arbeitete perfekt zurück, stoppte einen Berliner Angriff und leitete einen Konter ein, den Alexander Oblinger mit seinem elften Saisontor veredelte (14.). Sill und Oblinger dürften nicht nur wegen ihrer Tore auf eine Verlängerung ihrer auslaufenden Verträge hoffen. Die Stürmer gehörten die gesamte Saison über zu den zuverlässigsten Haien.

Das 2:0 nach 20 unterhaltsamen Minuten entsprach dem Spielverlauf. Die Haie hatten zwar Möglichkeiten auf mehr Tore, konnten sich aber auch bei Hannibal Weitzmann bedanken. Der junge KEC-Goalie zeigte sein Talent im Duell mit Louis Marc Aubry (11.) und bei einem von Pascal Zerressen verursachten Penalty von Jungstar Lukas Reichel (19.).

Weitzmann arbeitete im Mitteldrittel weiter erfolgreich am ersten Karriere-Shut out, seine Kollegen dagegen vergeblich an ihrem Powerplay-Komplex. Nach einem üblen Check von Jonas Müller gegen den Kopf von Kevin Gagnè und einer Spieldauerstrafe für den Berliner (36.), ließ das Krupp-Team selbst eine doppelte Überzahl ungenutzt. Das sollte sich rächen, denn Leo Pföderl (44.) und Sebastian Streu (45.) wischten mit einem Doppelschlag Weitzmanns Ziel und die Haie-Führung weg. Dann erlebten die Zuschauer ein Eishockey-Fest: Streu glich Jon Matsumotos 3:2 (48.) zum 3:3 aus (54.), ehe der von der Strafbank kommende Zerressen unwiderstehlich zum 4:3 traf (58.) und Marcel Müller den letzten Heimsieg der Saison mit einem Schuss ins leere Eisbären-Tor abschloss (59.). Ein halbwegs versöhnlicher Abschluss. „Diese Saison schmeckt sehr bitter, aber lasst uns die letzten Spiele als Sprungbrett für nächstes Jahr nehmen“, verabschiedete KEC-Geschäftsführer Philipp Walter die Zuschauer.

Köln: Weitzmann; Aronson, Mo. Müller; Kindl, Gagné; D. Tiffels, Ugbekile; Zerresen; Akeson, Matsumoto, Hanowski; Ma. Müller, Smith, Bast; F. Tiffels, Genoway, Dumont; Oblinger, Sill. SR.: Schukies/Kopitz.
Zuschauer: 16.137.
Tore: 1:0 Sill (2:43/Oblinger, Mo. Müller), 2:0 Oblinger (13:58/F. Tiffels, Sill), 2:1 Pföderl (43:28), 2:2 Streu (44:47), 3:2 Matsumoto (47:52/Mo. Müller, Aronson), 3:3 Streu (53:33), 4:3 Zerressen (57:44/Aronson, Mo. Müller), 5:3 Ma. Müller (58:26). Strafminuten: Köln 8; Berlin 15 +Spieldauer J. Müller.