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Kölner Haie: So lief die Saison

Bilanz : So lief die Saison für die Kölner Haie

Nach einer in den Leistungen wechselhaften Saison stehen die Kölner Haie erneut vor einer sehr ungewissen Zukunft. Es drohen die Abgänge von einigen Leistungsträgern.

Leise haben sich die Kölner Haie am Sonntagnachmittag aus der laufenden Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verabschiedet. Schon vor der 3:5-Niederlage bei den Schwenninger Wild Wings hatte das Team von Trainer Uwe Krupp keine Chance mehr auf den Einzug in die Playoffs. Für die Kölner endete damit eine Spielzeit, die es unter den bekannten Umständen möglichst nicht noch einmal geben soll.

■ Der Saisonverlauf: Die Haie starteten mit neun Punkten aus den ersten vier Partien erstaunlich gut. Die Hoffnung, sich zur Überraschungsmannschaft zu entwickeln, zerschlug sich dann aber genauso schnell wieder. Im weiteren Saisonverlauf gewann das Team nie mehr als zwei Spiele in Folge – zu wenig, um voll in den Kampf um die Playoffs einzugreifen. Das Verpassen der Endrunde war angesichts der finanziellen Anstrengungen, um überhaupt an der Saison teilnehmen zu können, erwartbar. Dass das Team bis drei Spieltage vor Schluss noch die Chance hatte, zeigt aber auch, dass die Saison auch mit diesem Team jetzt noch nicht vorbei sein müsste.

■ Der Kader: Viel Schatten, wenig Licht – das traf vor allem auf Keeper Justin Pogge zu. Der von den Eisbären Berlin geholte Kanadier verlieh der Mannschaft auf der wichtigsten Position nur selten die erhoffte Stabilität, leistete sich immer wieder schwere Patzer. Er besitzt einen auch für die nächste Saison gültigen Vertrag. Es ist aber davon auszugehen, dass der Club nach einer Verstärkung sucht, zumal über den Abgang des zweiten Torhüters Hannibal Weitzmann spekuliert wird. Dass der KEC die drittmeisten Gegentore kassierte, offenbarte aber auch einige Schwächen im Abwehrverbund. Im Offensivspiel tat sich das Team leichter und hatte mit Jason Akeson den DEL-Topscorer der Hauptrunde in seinen Reihen. Hinter den beiden Top-Formationen schwächelte der Angriff jedoch und sorgte für zu wenig Entlastung.

Der Nachwuchs: Bedingt durch die finanziellen Zwänge setzten die Haie mehr auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs als zuvor – durchaus mit Erfolg. Jan Luca Sennhenn war in der Verteidigung eine der Entdeckungen der Saison und kam in seiner ersten DEL-Spielzeit auf durchschnittlich mehr als zwölf Minuten Eiszeit pro Partie. Auch Julian Chrobot deutete an, dass er sich mittelfristig zu einem Stammspieler entwickeln könnte. Bei anderen Youngstern wie Maximilian Glötzl, Kevin Niedenz oder Michael Bartuli ist es für eine Prognose noch zu früh. Wohl nicht mehr im Haie-Trikot auflaufen wird Simon Gnyp, der 19-jährige Verteidiger wechselt laut „Passauer Neue Presse“ zum ERC Ingolstadt. Mit ihm verlieren die Kölner eines ihrer vielversprechenden Talente.

■ Der Ausblick: Die Zukunft der Haie ist eng mit der Zuschauerfrage verknüpft. Solange keine Fans zu den Spielen zugelassen sind, wird sich an der angespannten Situation des Clubs nichts ändern. Ob die noch unter Vertrag stehenden Spieler erneut auf einen Großteil ihres Gehalts verzichten werden, ist ungewiss. Zuletzt erhöhte die Spielergewerkschaft den Druck auf die Vereine, die im Laufe der Saison zum Teil munter nachverpflichteten.

Bei den Haien deuten sich die Abgänge einiger wichtiger Spieler an, unter anderem steht der Abschied von Nationalspieler Frederik Tifffels oder der von Topscorer Akeson im Raum. Ob der junge Marcel Barinka – der Transfercoup des Clubs – nach einer starken Saison zu halten ist, hängt wohl allein vom Deutsch-Tschechen ab. An Angeboten wird es dem 20-Jährigen nicht mangeln. Der Druck, eine schlagkräftige Mannschaft zu bilden, erhöht sich für die Haie aber in der nächsten Saison. Denn dann wird zwischen DEL und DEL2 die Auf- und Abstiegsregelung wieder eingeführt.