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NFL-Halbfinale: Tom Brady will mit Tampa Bay in den Super Bowl

Playoffs in der NFL : Der ewige Tom Brady will in den Super Bowl

Tom Brady steht nach seinem Weggang von den New England Patriots wieder im NFL-Halbfinale. Mit den Tampa Bay Buccaneers geht es am Sonntag gegen die Green Bay Packers. Ein Porträt.

 Es ist fast 20 Jahre her, dass die Tampa Bay Buccaneers letztmals den Super Bowl gewannen. 2003 sicherte sich das Team aus dem US-Bundesstaat Florida zum bislang ersten und einzigen Mal in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft in der Football-Profiliga NFL. Danach herrschte lange Zeit Tristesse. Bis jetzt. Die Freibeuter von der Golfküste stehen am Sonntag zumindest mal wieder in einem Halbfinale, wo sie auf die Green Bay Packers treffen. Ein Sieg würde ihnen nicht nur eine erneute Finalteilnahme, sondern auch ein Heimspiel entweder gegen Buffalo oder Kansas City bescheren. Denn der Super Bowl wird am 7. Februar im Raymond James Stadium ausgetragen. Noch nie hat es eine Mannschaft geschafft, sich im heimischen Stadion zum Champion zu krönen.

Dabei hat die Erfolgsgeschichte der Bucs ein Gesicht: Tom Brady. Der Star-Quarterback verließ im vergangenen Sommer nach 20 Jahren „seine“ New England Patriots in Richtung Tampa Bay. Mit 43 Jahren. Und nahm den Erfolg mit.

2000 hatte das Team aus Boston Thomas Edward Patrick „Tom“ Brady Jr. bei der Auswahl der College-Talente an 199. Stelle ausgesucht. Mit sehr viel Glück ein Perspektivspieler also. Und so wurde der gebürtige Kalifornier zunächst nur zum vierten Quarterback im Team der Patriots. Doch schon im zweiten Jahr avancierte Brady zum Stammspieler auf der Quarterback-Position. Und mit ihm begann die Erfolgsgeschichte der bis dato ziemlich erfolglosen Patriots. Noch in der gleichen Saison gewann Brady mit seinem Team den Super Bowl. Es folgten fünf weitere Meisterschaften und jede Menge Einzelauszeichnungen für den Spielmacher. Eine Karriere, die auch so schon zwei Mal – einmal für die 2000er und einmal für die 2010er Jahre – für die Hall of Fame, die NFL-Ruhmeshalle der besten Akteure, gereicht hätte.

Doch auch nach Auslaufen seines Vertrags am 17. März vergangenen Jahres wollte Brady seine Football-Schuhe noch nicht an den Nagel hängen. Der dreifache Vater und Ehemann des brasilianischen Top-Models Gisele Bündchen verließ die Patriots, die in der Folge erstmals seit 2008 – einem Jahr, in dem Brady verletzungsbedingt die ganze Saison nicht spielen konnte – wieder die Playoff verpassten. Stattdessen einigte er sich mit den Buccaneers auf einen neuen Vertrag, der ihm Medienberichten zufolge 25 Millionen Dollar pro Jahr einbringen soll.

Ein Weg, den nur wenige in seinem Alter zuvor erfolgreich beschritten haben. Lediglich Joe Montana (San Francisco und Kansas City), Brett Favre (Green Bay, New York Jets, Minnesota) und Peyton Manning (Indianapolis und Denver) schafften es, nach ihrem Abgang von ihren langjährigen Clubs zumindest noch einmal ein NFL-Halbfinale zu erreichen. Doch eigentlich spielt Brady schon jetzt in einer anderen Liga. Mit 32 Siegen in den Playoffs führt er die Liste der erfolgreichsten Quarterbacks der K.o.-Runde an. Es folgen: Montana mit 16 und Manning mit 14 Erfolgen.

Tom Brady als Quarterback der New England Patriots im Jahr 2007. Foto: picture-alliance/ dpa/epa Peter Foley

Dennoch sagt der Deutsche Sebastian Vollmer, der gemeinsam mit Brady zwei Mal den Super Bowl gewonnen hat: „Es ist ein großes Risiko für ihn persönlich gewesen, in seinem Alter und nach all den Erfolgen mit den Patriots nochmal zu einem anderen Club zu wechseln.“ Und eigentlich müsse „Tom wirklich niemandem mehr etwas beweisen. Aber so tickt er nicht“, erklärt der 36-Jährige aus Kaarst: „Er ist dermaßen besessen von diesem Sport, dass er es einfach nochmal allen zeigen wollte, dass er auch außerhalb von New England erfolgreich sein kann.“ Denn ums Geld gehe es Brady, seit 2015 auch Besitzer der Firma „TB12“ für Merchandise, Trainings- und Ernährungstipps sowie Kleidung, „schon lange nicht mehr. Tom wollte in Tampa Bay zeigen: Mit mir seid ihr besser. Auch wenn er das selbst so nie sagen würde.“

Aber Recht hätte er.