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Olympia 2032: Schlechte Chancen für Olympische Spiele in Bonn und der Region

Olympia 2032 : Schlechte Chancen für Olympische Spiele in Bonn und der Region

Die Bemühungen der Initiative Rhein-Ruhr um eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2032 könnten einen herben Dämpfer erhalten. Auch in Bonn wären Wettkämpfe möglich gewesen. Doch als Favorit gilt beim IOC nun offenbar Australien.

Armin Laschet verbreitete noch am Dienstag Optimismus für Olympia 2032 an Rhein und Ruhr, am Freitag ist eine PK mit dem NRW-Ministerpräsidenten und Chefplaner Michael Mronz angesetzt - doch alle Bemühungen sind womöglich vergebens. Der australische Bundesstaat Queensland steht mit seiner Hauptstadt Brisbane beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in der Gunst offenbar ganz weit oben. Und damit würden die Chancen einer potenziellen Bewerbung der Rhein-Ruhr-Initiative praktisch auf null sinken.

Wie der Branchendienst insidethegames.biz berichtet, will die IOC-Evaluierungskommission dem Exekutivkomitee Brisbane empfehlen. Das IOC würde dann auch exklusive Gespräche mit den Verantwortlichen der Queensland-Bewerbung aufnehmen, um eine sogenannte Roadmap bis zu den Spielen in elf Jahren zu erstellen.

Brisbane sieht sich gerüstet für Olympische Sommerspiele, den dritten auf dem Kontinent nach 1956 (Melbourne) und 2000 (Sydney). Laut Anastasia Palaszczuk, der Premierministerin von Queensland, sind 85 Prozent der Infrastruktur bereits vorhanden. Die Rückendeckung für das Großprojekt ist offenbar groß. "Alle drei Regierungsebenen sind mit an Bord und arbeiten fieberhaft", erklärte Brisbanes Bürgermeister Adrian Schrinner.

Die sogenannte "Future Host Summer Commission", die sich unter der Leitung der Norwegerin Kristin Kloster Aasen mit der Bewertung zukünftiger Gastgeber befasst, habe die Vorschläge mehrerer Städte und Regionen geprüft. Das Konzept von Queensland hat dabei laut insidethegames den besten Eindruck hinterlassen.

John Coates, Vorsitzender des australischen Olympia-Komitees und enger Verbündeter des IOC-Präsidenten Thomas Bach, leitete 2019 eine Arbeitsgruppe, die eine Änderung des Verfahrens zur Auswahl einer Gastgeberstadt für 2032 prüfte. Dies führte zur Gründung der "Future Host Summer Commission", zu deren weiteren Mitgliedern auch die kanadische IOC-Größe Richard Pound und Andrew Parsons, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, gehören.

Neben Queensland haben bislang unter anderem Katars Hauptstadt Doha, Jakarta/Indonesien, Budapest und Madrid ihr Interesse an einer Bewerbung für die Spiele in elf Jahren bekundet. Immer wieder gehandelt wird auch ein gemeinsamer Anlauf der verfeindeten Bruderstaaten Nord- und Südkorea mit den Hauptstädten Pjöngjang und Seoul.

Diese Pläne gab es für Bonn

Die Initiative Rhein-Ruhr hat offiziell noch keine Bewerbung in den Ring geworfen. Doch diese sieht Landesherr Armin Laschet auf einem guten Weg. "Ich rechne damit, dass wir in Bälde offizieller Bewerber der Bundesrepublik für die Olympischen Spiele werden können", sagte der CDU-Vorsitzende. Andere deutsche Kandidaten werde es nicht geben. "Wir wollen 2032 die Spiele in Nordrhein-Westfalen ausrichten", bekräftigte Laschet: "Es gibt seit langer Zeit wieder die Chance auf eine deutsche Bewerbung." Auch durch Bonn soll dann der Geist von Olympia wehen. Als Sportarten in Bonn kämen Basketball, der im Telekom Dome stattfinden soll, sowie Baseball und Softball (in der Rheinaue) in Frage.

Zuletzt hatte sich Leipzig um die Spiele 2012 beworben, war aber nicht in die Auswahl der fünf Kandidatenstädte gekommen. Geplante Bewerbungen von München und Hamburg für die Spiele 2022 bzw. 2024 waren durch Bürgerbefragungen frühzeitig gestoppt worden. Zuletzt hatte es 1972 in München Olympia auf deutschem Boden gegeben.

Am Freitag möchte Laschet die Spitzen der an der möglichen Bewerbung beteiligten Städte zum Gespräch über den Stand der Pläne und über mögliche Bürgerbeteiligungen treffen. Doch dafür könnte es womöglich schon zu spät sein.

(SID)