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Super Bowl: Tom Brady holt mit den Tampa Bay Buccaneers den Titel

Endspiel in Tampa : Brady ist auch mit den Buccaneers im Super Bowl nicht zu stoppen

Quarterback Tom Brady hat im ersten Jahr mit seinem neuen Team zum siebten Mal den Super Bowl gewonnen. Die Tampa Bay Buccaneers bezwangen im Finale der NFL den Titelverteidiger Kansas City Chiefs mit 31:9.

Heimvorteil genutzt: Die Tampa Bay Buccaneers haben den 55. Super Bowl gewonnen. Die Footballer aus dem Sonnenstaat Florida besiegten den Titelverteidiger Kansas City Chiefs mit 31:9. Zum ersten Mal in der Liga-Geschichte hatte ein Team das Finale der US-Profiliga NFL im heimischen Stadion erreicht. Und auch wenn nur 25.000 Besucher im 75.000 Menschen fassenden Raymond-James-Stadion zugelassen waren und so keine typische Heimatmosphäre aufkam, die Hausherren schienen sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten sichtbar wohler zu fühlen als die Gäste.

Jedenfalls sorgte Bucs-Quarterback Tom Brady recht früh für eine weitere Premiere, die man so vom erfolgreichsten Spielmacher der NFL-Historie nicht unbedingt erwartet hatte. Denn trotz seiner bereits neun Super-Bowl-Teilnahmen und sechs Finalerfolgen hatte der 43-Jährige noch nie einen Touchdown im ersten Viertel eines Endspiels geworfen. Bis jetzt. Denn mit 37 Sekunden vor Ablauf des ersten Spielabschnitts fand Brady ausgerechnet Rob Gronkowski in der Endzone.

Jener Gronkowski, mit dem Brady jahrelang bereits in New England zusammengespielt hatte und der im Sommer aus dem Ruhestand zurückgekehrt war, um in Tampa mit seinem frisch dorthin gewechselten Kumpel Brady noch einmal zusammen Football spielen zu können. Das Duo stand bei den Patriots fünf Mal gemeinsam im Super Bowl, drei Mal holten sie zusammen den Sieg. Es war das 13. Mal, das Brady in den Playoffs einen Touchdown-Pass auf Gronkowski warf - man ahnt es: NFL-Rekord. Und es dauerte nicht lange, bis die Kombi im zweiten Viertel Nummer 14 folgen ließ.

Auf der Gegenseite bekam Patrick Mahomes, der als derzeit talentiertester Quarterback der Liga und möglicher Nachfolger von Brady in den Rekordbüchern gilt, kein Bein auf den Boden. Die sonst so explosive Kansas-City-Offensive erzielte keinen einzigen Touchdown. Geschwächt durch Verletzungen seiner „Beschützer“ an der vordersten Chiefs-Linie, waren die Buccaneers ständig in der Lage, Mahomes unter Druck zu setzen.

Zwei Touchdowns in der ersten Halbzeit: Rob Gronkowski. Foto: dpa/Ben Liebenberg

Und so mussten sich die Chiefs vor der Pause mit zwei Field Goals von Kicker Harrison Butker zufrieden geben, während Tampa Bay sechs Sekunden vor dem Seitenwechsel einen weiteren Touchdown durch Antonio  Brown erzielte: 21:6. Kansas City war einfach nicht auf der Höhe, zu viele Unkonzentriertheiten, zu viele Fehler wie Fouls und Strafen, ungenaue Würfe und fallen gelassene Pässe prägten den Auftritt der Gäste.

Und auch nach der Halbzeitshow des kanadischen Rapper „The Weeknd“, der im roten Glitzerjacket ein Medley unter anderem mit seinen Hits „Blinding Lights“ und „I Feel It Coming“ spielte, zeigte sich ein ähnliches Bild: Butker erzielt ein Field Goal zum 9:21, und die Buccaneers marschieren sofort erneuet über das Feld und bauten per Touchdown durch Leonard Fournette ihre Führung auf 28:9 aus. Und es wurde nicht besser: Nach einem abgefangenen Mahomes-Pass erhöhte Ryan Succop per Field Goal auf 31:9.

Brady und Co. behielten auch im weiteren Verlauf der Begegnung alles im Griff und das Duell der Quarterback-Generationen  lieferte nie die von vielen erwartete große Show. Für die meiste Aufregung sorgte noch ein Flitzer, der Mitte des letzten Viertels über den Platz stürmte. Und so durfte Tom Brady zum siebten Mal die Vince-Lombardi-Trophäe in die Höhe stemmen, außerdem wurde der Superstar zum wertvollsten Spieler der Partie (MVP) ausgezeichnet.

Ich bin so stolz auf dieses Team. Wir sind zu rechten Zeit zusammen gekommen. Wir wussten, dass das heute passieren würde. Das Team ist für immer Champion, das kann uns keiner mehr nehmen“, sagte Brady nach der Partie und warnte gleichzeitig vor weiterem Erfolgshunger: „Wir kommen wieder.“ Auch Trainer Bruce Arians lobte: „Dieser Titel gehört der Mannschaft, die das geschafft hat.“

Wermutstropfen am Rande der Partie: Laut US-Medienberichten hielten sich Zuschauer in und um das Stadion nur unzureichend an die Einhaltung der Corona-Regeln. Unter Verweis auf Augenzeugen berichtete die US-Nachrichtenagentur AP von zahlreichen Menschen ohne Maske rund um den Austragungsort.