UCI-Chef Cookson: Erfolge "ohne Doping möglich"

Berlin · Der im September neu gewählte UCI-Präsident Brian Cookson glaubt an Topleistungen im Radsport ohne Doping.

 Brian Cookson will Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Foto: Jean-Christophe Bott

Brian Cookson will Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Foto: Jean-Christophe Bott

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"Ich glaube, dass man heute auf höchster Ebene Erfolg haben kann ohne Doping. Die im Profi-Radsport Beschäftigten haben begriffen, dass es ihren Sport nicht mehr geben wird, wenn sich nichts ändert", sagte der Brite in einem Interview der Fachzeitschrift "Tour".

Allerdings bleibt der 62 Jahre alte Chef des Internationalen Radsport-Verbandes auch Realist. "Aber ich kann niemals sicher sein, dass es nicht immer noch welche gibt, die betrügen. Es wäre naiv, so zu denken", erklärte er weiter. Es habe kulturelle Veränderungen im Profi-Radsport gegeben. "Soweit ich weiß, gibt es kein organisiertes Doping mehr, wie wir es von früher kennen".

Cookson habe seinen umstrittenen Vorgänger Pat McQuaid, gegen den eine von ihm eingesetzte "Reform-Kommission" auch wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt, im vergangenen Jahr zum Rücktritt bewegen wollen. "Aber das kam nicht an bei ihm", sagte Cookson, der dem Iren klarmachen wollte: "Der Alleinherrscher-Modus funktioniert nicht mehr, die Welt hat sich verändert. Man kann keine Organisation auf diese Weise führen, zumindest nicht in demokratischen Systemen". Aber McQuaid klebte an seinem Stuhl - und wurde im September in Florenz abgewählt.

Eine Sicherheitsfirma konfiszierte unmittelbar nach der Cookson-Wahl Festplatten aus der UCI-Zentrale in Aigle am Genfer See. "Alles, was sichergestellt wurde, lagert an einem sicheren Ort der Firma Kroll. Niemand hat Zugang außer mir", berichtete Cookson, der das womöglich belastende Material der dreiköpfigen Kommission aushändigen will.

Vielleicht kommt so auch bald Licht in die Affäre um die von Lance Armstrong an die UCI vor elf Jahren gezahlten 125 000 Dollars. Angeblich sollte das Geld ein Abgleich für unter den Teppich gekehrte, positive Doping-Analysen des einstigen Tour-de-France-Rekordsiegers gewesen sein.

Der neue UCI-Boss sei mit einem Gehalt von jährlich rund 270 000 Euro und damit fast 100 000 Euro weniger als McQuaid zufrieden. "Ich habe es den stellvertretenden Vorsitzenden überlassen, mein Gehalt festzusetzen. Es ist immer noch eine Menge Geld", erklärte Cookson. Er will der Branche mit transparenter Politik wieder zu mehr Glaubwürdigkeit verhelfen. "Wir müssen eine Organisation sein, die wieder respektiert wird. Nur so können wir ein solides wirtschaftliches Umfeld schaffen, in dem sich der Radsport weiterentwickeln wird".

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