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Neuer Trainer: Mit Manuel Baum will Schalke zurück zu alter Stärke

Neuer Trainer : Mit Manuel Baum will Schalke zurück zu alter Stärke

Schalke verpflichtet Wagner-Nachfolger

Anders als die beiden älteren Herren, mit denen er direkt nach seiner Ankunft vor der Schalker Geschäftsstelle zum Begrüßungsfoto posierte, trug Manuel Baum Mittwochmittag einen Mundschutz. Den behielt der 41-Jährige auch auf, als er gleich nach dem Schnappschuss der gläsernen Eingangsfront des Gebäudes entgegeneilte. Knapp vier Stunden später trat er dann als neuer Cheftrainer der Königsblauen (Vertrag bis 2022) an die Öffentlichkeit. Nun ohne Mundschutz, aber dafür mit einer speziellen Vorahnung im Gepäck.

„Der eine oder andere wird sagen: Ist der Baum nicht zu klein für Schalke?“, mutmaßte Baum – ehe er versicherte: „Lasst mich mal machen, ich weiß ganz gut, was ich tue.“ Wichtig seien der Blick nach vorne und die Suche nach Lösungen. Und für das eigene Wohlgefühl die Überzeugung: „Die Mannschaft hat deutlich mehr Potenzial.“ Sollte heißen: In dem aktuellen Bundesliga-Schlusslicht steckt mehr, als die beiden höllischen Auftaktniederlagen bei den Bayern (0:8) und gegen Bremen (1:3) und 18 Ligapartien ohne Sieg vermuten lassen.

Naldo spielte für Schalke

Dabei helfen, die tief verschütteten Fähigkeiten möglichst schnell wieder freizulegen, soll ihm Naldo. Der gebürtige Brasilianer, der seit 2014 auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und in seiner Zeit auf Schalke zum Publikumsliebling avancierte, kehrt als Mitglied des Trainerstabs auf das Berger Feld zurück. „Meine Aufgabe ist es, positive Mentalität und Selbstvertrauen in die Kabine zu bringen“, sagt der frühere Verteidiger über seinen neuen Job. „Er hat große Erfahrung beim FC Schalke. Das ist natürlich ein riesiger Vorteil“, sagt Baum über Naldo.

Parallel zur Ernennung der neuen Coaches und der Ausleihe von Keeper Frederik Rönnow aus Frankfurt veröffentlichte der Revierclub am Mittwoch auch die Höhe seiner aktuellen Verbindlichkeiten von inzwischen 205 Millionen Euro. Der finanzielle Ballast macht den Job für Manuel Baum nicht einfacher – doch an besondere Herausforderungen hat sich der gebürtige Landshuter früh gewöhnt.

Baum soll Schalke zurück in die Spur bringen

Das zeigt schon ein Blick zurück in Baums Jugend. Als kleiner Knirps warf er sich nach jedem Schuss, den er auf dem Fußballplatz abgab, links oder rechts auf den Boden. So erzählte es Mama Baum ihrem Filius immer wieder – der diese Beobachtung prompt zum Anlass nahm, eine Torhüterkarriere anzustreben. Als Ballfänger schaffte er es in die Bayernauswahl, mit 15 zu 1860 München. Alles lief wie am Schnürchen, nur der eigene Körper spielte nicht wie gewünscht mit. Zu früh für seine eigentlichen Pläne als Mann zwischen den Pfosten hörte er auf zu wachsen. Und was er als etwas zu kurz geratener Torhüter vor allem lernte, war: Ein Spiel zu lesen, sich schon in jungen Jahren in die Gedankenwelt eines Trainers zu begeben.

Deswegen ist er nun Fußballlehrer, coachte zuletzt die U18 des DFB. Und deswegen darf er sich ab sofort sein Hirn darüber zermartern, wie er den aus der Bahn geratenen S04-Zug rasch wieder auf die Schienen bringt.