90:62 gegen Bayreuth: Baskets wie die Raubtiere

BONN · Ein Zeichen wollten die Telekom Baskets Bonn für die kommenden Heimspiele in der Basketball-Bundesliga setzen, und das ist ihnen eindrucksvoll gelungen. 5250 Zuschauer waren am Sonntag beim überzeugenden 90:62 (30:9, 21:20, 26:20, 13:13)-Sieg ihrer Mannschaft gegen den BBC Bayreuth schon früh in Feierstimmung.

Die Bonner brannten phasenweise ein Feuerwerk auf dem Spielfeld ab. Vor allem im ersten Viertel fegten sie die Süddeutschen regelrecht vom Feld und hatten beim 30:9 schon für so etwas wie eine Vorentscheidung gesorgt. "Das Spiel war für uns da schon gelaufen", stellte Bayreuths Trainer Marco van den Berg fest.

Seine Mannschaft blieb nur das Privileg, den ersten Korb zu erzielen, um dann sieben Minuten lang gegen wie entfesselnd spielende Gastgeber keinen weiteren Punkt mehr zu holen. 22:2 für die Telekom Baskets. Van den Berg: "Die Bonner sind wie Raubtiere über uns hergefallen."

Gegen die starke Bonner Verteidigung waren die Gäste in dieser Phase hoffnungslos überfordert. Und im Angriff ließen die Hausherren, dirigiert von ihrem wieder genesenen Spielmacher Jared Jordan, den Ball so schnell laufen, dass dem Gegner schwindelig wurde. Gut, dass sie ihre freien Würfe auch mit der nötigen Präzision nutzten.

Bester Spieler auf dem Feld war Topscorer Benas Veikalas, der sowohl aus der Distanz eine sichere Hand hatte als auch mit Zug zum Korb seine Punkte vorbereitete. Nach einem Dreier von Talor Battle war Bonn bereits auf 47:20 (15.) enteilt. Der Gast fand zwar allmählich ins Spiel, ohne aber die Bonner Dominanz brechen zu können. Und dann fanden auch Würfe ihren Weg durch die Reuse, die sonst kläglich scheitern.

In der schwächsten Bonner Phase, als nach einer 61:31-Führung die Gäste mit einem 13:2-Lauf auf 63:43 verkürzten, warf Tony Gaffney einen fast schon verlorenen Ball von der Mittellinie aus auf den Korb und traf. Sein Team setzte sich wieder ab, und Baskets-Coach Michael Koch konnte seine etablierten Spieler schonen und verstärkt die Bankspieler einsetzen.

"Die Hände zum Himmel", sangen die Fans und stimmten sich schon mal auf das Karnevalsspiel am nächsten Samstag gegen EnBW Ludwigsburg ein. Aber zuvor müssen die Baskets am Mittwoch (20 Uhr, EWE-Arena) noch das schwere Spiel bei den EWE Baskets Oldenburg bestreiten.

"Das kann nur der Anfang gewesen sein. In den kommenden Spielen müssen wir da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben", erklärte Simonas Serapinas. Mike Koch war sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, allerdings nicht uneingeschränkt. "Bayreuth hat nie aufgegeben und versucht, uns mit einer aggressiven Verteidigung aus dem Rhythmus zu bringen.

Das ist ihnen phasenweise gelungen, und da sahen wir nicht so überzeugend aus", erklärte er. Man müsse versuchen, so lange wie möglich konzentriert auf einem Level zu spielen, "egal wie das Ergebnis ist". Er rüffelte in einem Atemzug Gaffney, der sich für seinen Wahnsinnsdreier vom Publikum feiern ließ, während der Gegner schon wieder Kurs auf den Bonner Korb genommen hatte und durch ein Foul gestoppt werden musste.

Koch: "So etwas können wir uns in Oldenburg nicht erlauben. Das wird sofort bestraft." 30 Punkte und mehr hätte Veikalas erzielen können, hätte ihn sein Coach länger spielen lassen. "Es ist in Ordnung, wenn andere, die sonst nicht so lange spielen, mehr Minuten bekommen. Jeder hat heute zum Spiel beigetragen, das hilft uns als Mannschaft weiter", sagte der 28-Jährige.

Die Statistik

Telekom Baskets: Serapinas 12 Punkte/3 Dreier (26:42 Minuten Einsatzzeit, Ensminger 10 (24:41), Veikalas 21/4 (16:27), Jordan 9 (18:18), Gaffney 15/2 (24:51), Buljan 1 (21:10), Mangold 6 (20:50), Thühlig (15:01), Hain (2:33), Battle 14 (26:54), Wohlfarth-Bottermann 2 (2:33).

BBC Bayreuth: Wyrick 5/1, Smitz 10, Gibson 13/3, Hunter 9, Ibekwe 7, Spöler, Shtein, Veidman 7/2, Jeanty 11/2.

Trefferquote: Bonn 50 Prozent (31 von 62 Würfen erfolgreich), Bayreuth 36 Prozent (22/62).

Dreierquote: Bonn 46 Prozent (13/28), Bayreuth 30 Prozent (8/27).

Freiwurfquote: Bonn 68 Prozent (15/22), Bayreuth 71 Prozent (10/14).

Rebounds: Bonn 31 - Bester: Gaffney 6, Bayreuth 36 - Bester: Smith 10.

Assists: Bonn 18 - Bester: Jordan 9, Bayreuth 8.

Ballverluste: Bonn 11, Bayreuth 20.

Ballgewinne: Bonn 7, Bayreuth 5.

Fouls: Bonn 16, Bayreuth 23.