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Langstrecken Serie auf dem Nürburgring: Am Start, um die Region zu stärken

Langstrecken Serie auf dem Nürburgring : Am Start, um die Region zu stärken

Auf dem Nürburgring findet am Samstag der letzte Lauf zur Langstrecken Serie statt. Die Brüder Baumann und ihre Teamkollegen sammeln bei jedem Rennen für drei Organisationen Spenden.

Corona und die Hochwasserkatastrophe im Juli haben auch im Motorsport Spuren hinterlassen. Wenn am Samstag auf dem Nürburgring der neunte und letzte Lauf zur Nürburgring Langstrecken Serie stattfindet, sind zu diesem Abschlussrennen nur 118 Autos eingeschrieben.

„Wir haben uns auch gefragt, ob wir das noch machen können“, berichtet Helmut Baumann. Sein Bruder Horst und er fahren gemeinsam mit einigen Mitstreitern Rennen zur Nürburgring Langstrecken Serie (NLS), der Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN) und der Tourenwagen Classics (TWC). Die Hochwasserkatastrophe im Juli hat Helmut Baumann hautnah miterlebt. „An dem Tag war ich auf dem Nürburgring und bin abends durch das Ahrtal nach Hause gefahren. Ich wurde von den Wassermassen völlig überrascht und bin gerade noch so durchgekommen“, erinnert sich der Bonner.

Auch die Motorsportszene ist hart betroffen. Zahlreiche Teams sind am Nürburgring ansässig. Viele ihrer Mitarbeiter verloren Haus und Hof. Auch unter wirtschaftlichen Aspekten kam die Katastrophe zur Unzeit. Der Motorsport und die Region waren schon durch die Coronapandemie in eine Existenzkrise geraten. Zahlreiche Sponsoren waren abgesprungen, weil Rennen ohne Zuschauer stattfinden mussten, man keine Geschäftspartner und Kunden an die Strecke einladen konnte, kurzum ein Sponsoring keinen Sinn machte. Hotels und Kneipen – so sie denn überhaupt öffnen durften – blieben leer, die Umsatzausfälle waren immens. „Wir haben uns dann aber entschlossen, weiterhin zu fahren und den Nürburgring und die Region zu stärken. Zu diesem Zweck haben wir auch unsere Aktion Spenden+Starten ins Leben gerufen“, so der Unternehmer.

Die Brüder Baumann und ihre Teamkollegen sammeln bei jedem Rennen für drei Organisationen Spenden, darunter auch für die „Weihnachtslicht“-Hochwasserhilfe des General-Anzeigers. Inzwischen sind schon 15.000 Euro zusammengekommen. „Uns ist wichtig, dass das Geld möglichst vollständig und ohne große Verwaltungskosten dort ankommt, wo es wirklich gebraucht wird.“

Am Sonntag wird nur Horst Baumann starten. Gemeinsam mit Kai Riemer fährt er in „Cayman GT4 Trophy by Manthey“, eine eigene Serie, die innerhalb der NLS ausgetragen wird. „Die beiden liegen gut in der Wertung. Am Ende wird es wohl irgendwas zwischen Rang zwei und Rang vier“, so Helmut Baumann.

Das Qualifying findet zwischen 8.30 Uhr und 10 Uhr statt, das Vier-Stunden-Rennen beginnt um 12 Uhr. Zuschauer sind – soweit geimpft, genesen oder getestet – wieder zugelassen. Sie müssen ein Tribünenticket erwerben, haben freie Platzwahl und Zugang zu den Parkplätzen an der Nordschleife in den Bereichen Brünnchen, Hatzenbach und Pflanzgarten.