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An Dirk Lottner scheiden sich die Geister

An Dirk Lottner scheiden sich die Geister

Kapitän des 1. FC Köln polarisiert die Massen - Trainer Funkel: Es geht langsam aufwärts mit ihm - Manager Rettig legt nach: Ex-Lauterer Klos verpflichtet - Cichon seit Dienstag wieder im Training

Köln. Er ist der Mann, an dem sich zur Zeit in der Domstadt die Gemüter der Fußball-Fans erhitzen: Dirk Lottner. Am Kapitän des 1. FC Köln scheiden sich die Geister. Zwei Spiele sind nach der Rückkehr in die Bundesliga gespielt, zwei Mal gingen die "Geißböcke" ohne Punkte vom Platz.

0:1 auf dem Bökelberg, 1:2 bei der Heimpremiere gegen Kaiserslautern - so lautet die ernüchternde Bilanz für die Elf von Trainer Friedhelm Funkel. Die Hauptschuld gibt die Kölner Presse Lottner. "Kapitän ist nicht anerkannt" titelte der Express.

"Der Kapitän nahm die ganze Schuld auf sich", so der Stadt-Anzeiger nach der 1:2-Heimpleite gegen Lautern, bei der Lottner einen Elfmeter verschossen hatte. Und die "Bild" hatte die Schlagzeile "weltexklusiv": "Lottner raus - Voronin der neue Chef" und zitierte gleichzeitig FC-Ikone Hans Schäfer mit den Worten: "Mit Lottner steigst du auf, aber mit Lottner steigst du auch wieder ab."

Der so angegriffene reagiert noch gelassen: "Seit ich nach Köln zurückgekehrt bin, polarisiere ich ungewollt. Wer Verantwortung übernimmt, ist eben manchmal der Dumme, wie ich am Samstag." Auch sein Trainer sieht die Dinge gelassen: "In Gladbach war Dirk nicht gut, aber zumindest in der zweiten Hälfte gegen Lautern hat er die Akzente setzen können. Es wird wieder besser."

Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete dem FC-Coach seine Innenverteidigung. Weil Moses Sichone für die nächsten beiden Spiele "auf Schalke" und gegen Dortmund noch gesperrt ist und Mustafa Dogan nach seiner Knöchelverletzung zumindest am Samstag ausfällt, hatte Funkel bis Dienstag kaum noch Alternativen.

Deshalb reagierte Manager Andreas Rettig schnell und verpflichtete den 30-jährigen Tomasz Klos. Der 42-fache polnische Nationalspieler, der zuletzt in Diensten des 1. FC Kaiserslautern stand, sich mit dem Verein aber nicht über eine Vertragsverlängerung einigen konnte, erhält in Köln zunächst einen Einjahresvertrag und wechselt ablösefrei in die Domstadt.

Zuletzt plante Klos ein Engagement bei Cardiff City. Seit Dienstag bahnt sich zudem eine weitere Alternative in der Defensive an: Thomas Cichon nahm nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder am Mannschaftstraining teil. Das Problem für Funkel: Cichon ist kaum in einer Vierer-Abwehrkette zu gebrauchen, der Trainer müsste auf die Variante mit Libero umstellen. Vielleicht aber genau das richtige Mittel gegen die schnellen Schalker Spitzen um Ebbe Sand.

Angst jedenfalls kennen die Kölner nicht vor den schweren Aufgaben in Schalke und gegen Dortmund: "Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden. Das ist eben Bundesliga. Warum sollen wir nicht in Schalke punkten", so Rettig.