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Europäischer Baseball: Bonn Capitals erreichen beim Champions Cup den zweiten Platz

Europäischer Baseball : Bonn Capitals erreichen beim Champions Cup den zweiten Platz

Die Baseballer der Bonn Capitals trumpfen im europäischen Champions Cup auf und landen auf Platz zwei.

Baseball-Bundesligist Bonn Capitals ist auf dem Olymp des europäischen Baseballs angekommen. Nur das i-Tüpfelchen fehlte am Ende. Dennoch zählt der Einzug des deutschen Vizemeisters in das Finale des Champions Cups im tschechischen Ostrau mit zu den größten Erfolgen des deutschen Baseballs auf internationalem Parkett. Im Endspiel unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Max Schmitz dem favorisierten Team von ASD Parma aus Italien knapp mit 4:6.

Der zweite Platz für die Capitals bedeutet die Einstellung des bisher besten Ergebnisses für deutsche Mannschaften im A-Pool des Baseball-Europacups. Mannheim (1967) und die Heidenheim Heideköpfe (2010) hatten ebenfalls Rang zwei erreicht.

Irgendwie sprang an diesem Samstagabend in Ostrau das Feuer nicht über, das die Mannschaft bislang durch das Turnier getragen hatte. Im Gruppenspiel hatten die Capitals gegen Parma noch mit 5:4 gewonnen. Dennoch fieberte ganz Baseball-Deutschland mit und bestätigte den Bonnern eine phänomenale Leistung, die das Team in dieser Woche aufs Feld brachte. Alle Beteiligten kehren erhobenen Hauptes nach Bonn zurück.

Das Finale begann aus Bonner Sicht furios: Schon im ersten Inning gingen die Capitals nach Runs von Joe Wittig, Terrell Joyce und Daniel Lamb-Hunt mit 3:0 in Führung. Doch der erste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Nach nur wenigen Würfen musste Starting Pitcher Sascha Koch, der im ersten Turnierspiel der Sieg-Pitcher gegen Parma war, den Wurfhügel verletzt verlassen. Die feuchte Witterung hatte seiner Schulter nicht gutgetan. Fortan musste Schmitz improvisieren. Doch auch wenn in der Folge Christian Tomsich und Sammy Steigert insgesamt sechs Runs hinnehmen mussten, war das Zwischenergebnis von 3:6 aus Bonner Sicht nicht unmöglich aufzuholen. Schließlich hatten die Capitals mit ihren „big bats“, wie die Niederländer respektvoll kommentierten, bislang immer eine Antwort parat. Immerhin hatte der deutsche Vizemeister während des Turniers in fünf Spielen 56 Hits und elf Home­runs erzielt.

Doch diesmal reagierte die Bonner Offensive nach dem Ausscheiden ihres Pitchers geschockt und hatte bis auf einen Homerun von Terrell Joyce dem italienischen Pitching wenig entgegenzusetzen. Es fehlte immer das letzte Quäntchen zum erfolgreichen Hit. Zwar hielt der im Turnier offensiv wie defensiv überragende Wilson Lee dann auch die italienische Offensive in Schach. Doch die Capitals kamen nicht mehr entscheidend heran. So blieb der Bonner Mannschaft der inoffizielle Titel, in diesem Turnier der Champion der Herzen geworden zu sein.

Aus ganz Deutschland kamen Glückwünsche. Auch der Deutsche Baseball und Softball Verband (DBV) reagierte begeistert: „Trotz der knappen Niederlage herzlichen Glückwunsch zum grandiosen Champions Cup. Es war eine Freude, mit euch mitzufiebern und die Teams aus den Niederlanden und Italien einmal in die Schranken zu weisen. Ihr könnt stolz sein“, schrieb Philipp Würfel, Leiter Spielbetrieb des DBV. 

Auch wenn es nicht einfach war, die Finalniederlage zu verdauen, sagte Schmitz in seinem Fazit: „Wir wissen, dass wir ein Klasseturnier gespielt haben und Bonn eindrucksvoll auf die europäische Baseball-Landkarte gesetzt haben. Ich danke meinem Team für diese tolle Reise.“ Capitals-Vorsitzender Udo Schmitz sagte: „Eine großartige Leistung des ganzen Teams. Wenn Wunsch und Wille zusammenkommen, dann kann Großes passieren. Das hat uns dieses Team gelehrt. Ihr habt uns inspiriert, ihr habt uns fasziniert, ihr habt uns berührt.“